Graz: "Erz-herzig" Johann geht auf Urlaub

3. August 2009, 22:06
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Der Erzherzog und sein Sockel, auf dem er seit 130 Jahren steht, werden restauriert

Graz - Manchmal kann Kunst wahrhaft Großes bewegen. Manchmal ist es aber nicht so klar, wer was bewegt. Etwa am Montag in Graz, wo eine lange geplante situationistisch-bildhauerische Arbeit des Künstlers Gustav Troger einen historischen Einschnitt in das Erscheinungsbild der Stadt Graz bewirkten sollte. Um sechs Uhr morgens wurde die übermächtige Figur des Erzherzogs Johann von seinem Sockel auf dem Brunnen auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus gehoben. Im 150. Todesjahr verdiene sich so eine Statue doch auch einmal einen Urlaub, befand Troger, der mit seiner Aktion Vom Fleck - Orte der Liebe erreichen wollte, dass der Prinz tatsächlich für die Zeit von drei bis vier Wochen an den Toplitzsee fahren darf, wo er einst seine geliebte Frau, die Bürgerliche Anna Plochl, kennengelernt hatte. Doch der Landeskonservator verweigerte dies. Nun werden der Erzherzog und sein Sockel, auf dem er seit 130 Jahren steht, restauriert.

In der Zwischenzeit wollte Troger jedenfalls die Lücke, die der visionäre Erzherzog auf dem Brunnensockel hinterlässt, mit einer eigens dafür angefertigten Eisenskulptur Erzrasen - Herzrasen, einem mit mehr als 3000 Nägeln gespickten Herz, füllen. Doch das Kulturamt der Stadt Schritt ein und vereitelte die ganze Aktion. "Herr Troger hatte keine Genehmigung dafür, seine Skulptur auf den Sockel zu heben", verlautete es auf Standard-Nachfrage aus dem Büro des Kulturstadtrates Wolfgang Riedler (SP). (cms/DER STANDARD - Printausgabe, 4.8.2009)

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