Sommersilvester in andalusischem Dorf

3. August 2009, 21:42
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Bérchules feiert Neujahr im August

"Glückliches neues Jahr - und ein halbes!" Knallende Sektkorken, sprühendes Feuerwerk, zwölf Weintrauben rasch mit den letzten Glockenschlägen des alten Jahres verputzen und jede Menge Fiesta, umgeben von leuchtendem Weihnachtsschmuck. So sah es voriges Wochenende in Bérchules in der pittoresken La Alpujarra aus. Das am Südhang der andalusischen Sierra Nevada gelegene 800-Seelen-Dorf lockt knapp 10.000 Gäste zur einzigen Silvesterparty weltweit, die stets am ersten August-Wochenende über die Bühne geht. Grund für die ausgelassene Feier war ein Stromausfall, der dem kleinen weißen Dörfchen 1994 den "echten" Jahreswechsel vermieste.

Problem mit Feuerwerken im Sommer

Aus dem Zufall machte man in Bérchules also eine Tugend. Allerdings gibt es Probleme mit dem Feuerwerk: Im trockenen Sommer brennen immer wieder die umliegenden Wälder, mitunter auch von Silvesterfeier-Gegnern gelegt. Doch im Grunde ist die Feier sehr beliebt: Mehr als 90 Prozent der Bewohner beteiligen sich am Schmücken des Ortes, ein eigener Verein organisiert die Festlichkeiten. Als Heilige Drei Könige verkleidete Gestalten ziehen durch die Straßen und werfen Zuckerln in die Menge. Heuer schlüpften erstmals Frauen in diese Rolle. (Jan Marot/DER STANDARD - Printausgabe, 4.8.2009)

  • Die Heiligen Drei Könige ziehen in Bérchules im Sommer durch das Dorf.
    foto: epa/miguel angel molina

    Die Heiligen Drei Könige ziehen in Bérchules im Sommer durch das Dorf.

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