Keine Testausnahme

3. August 2009, 20:28
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Erhoffte Testfahrten im aktuellen Ferrari scheitern an Veto von Williams und Red Bull - Mateschitz: "Haben auch für Alguersuari keine Ausnahme bekommen"

London/Maranello - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher kann sich nicht wie erhofft im aktuellen Ferrari auf sein Comeback in der Königsklasse des Motorsports vorbereiten. Der britische Williams-Rennstall hat sein Veto ebenso eingelegt wie das Red-Bull-Team. "Während wir Michael Schumachers Rückkehr in die Formel 1 begrüßen, ist es nun mal Fakt, dass jede Form von Tests während der Saison strikt verboten ist", erklärte Teamchef Sir Frank Williams am Montag. "Wir kommentieren das nicht", sagte ein Ferrari-Sprecher dazu.

Am Abend folgte dann auch das Veto von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Ich bin mir sicher, dass Michael Schumacher, der siebenfacher Weltmeister ist und 91 Rennen gewonnen hat, keine Probleme haben wird, auf Touren zu kommen", betonte der Engländer. Auch Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso - beide im Besitz von Energy-Drink-Milliardär Dietrich Mateschitz - dürfte den Antrag ablehnen.

Zumal ausgerechnet der erst 19-jährige Toro-Rosso-Neuling Jaime Alguersuari, der in Ungarn erstmals in einem Formel-1-Rennwagen gefahren ist, auch nicht vorher hatte testen dürfen. "Williams F1 sieht keinen Unterschied zwischen Alguersuaris und Schumachers Situation und denkt, dass jede Abweichung von der Regel einen Präzedenzfall für die Zukunft schaffen würde", begründete Williams sein "No". "Zum Wohle der Beständigkeit und Fairness lehnen wir daher Ferraris Antrag ab, vor dem Grand Prix von Europa zu testen."

Für eine Ausnahme hätten alle Konkurrenz-Rennställe Grünes Licht geben - Tests sind in dieser Saison während der WM-Saison aus Kostengründen untersagt.

Red-Bull- und Toro-Rosso-Besitzer Dietrich Mateschitz sagte laut "autosport.com", dass man für Alguersuari ebenfalls wegen einer Ausnahmegenehmigung angefragt habe, diese aber abgelehnt worden sei. "Warum sollten wir danach also einer Ausnahme für einen siebenfachen Weltmeister zustimmen?", meinte Mateschitz. Die Scuderia hatte die Rivalen am Freitag angeschrieben und um eine Sondererlaubnis für Schumacher gebeten.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte sich in aller Deutlichkeit für eine Sondererlaubnis und damit eine "Lex Schumacher" ausgesprochen. "Würde es nach mir gehen, könnte Michael zwei Wochen und nicht nur einen Tag testen. Alle seine Rivalen haben mehr Erfahrung und Kilometer in den neuen Autos", hatte Haug erklärt.

Williams verwies dagegen auf das eindeutige Reglement des Internationalen Automobilverbandes FIA, das von allen Teams eingehalten werden müsse. In einer vergleichbaren Situation - Schumacher soll ab dem Grand Prix von Europa (23. August) für den verunglückten Felipe Massa fahren, bis dieser wieder fit ist - würde Williams ohne zu zögern den derzeitigen Testfahrer einsetzen. Bei Ferrari sind dies der Italiener Luca Badoer und der Spanier Marc Gene. Ferrari entschied sich aber für den Rekordchampion aus Deutschland.

Schumacher muss nun bei seinen weiteren Tests mit einem älteren Modell vorlieb nehmen. So wie am Freitag, als er mit einem F2007 in Mugello erstmals seit April 2008 wieder Runden in einem Formel-1- Rennauto drehte. Laut Ferrari sind in dieser Woche keine weiteren Fahrten geplant. Schumacher absolviere aber sein normales Fitness-Programm.

Der Deutsche will aus Verbundenheit zu Ferrari - mit der Scuderia gewann er von 2000 bis 2004 fünf seiner sieben WM-Fahrertitel - für Massa einspringen. Seinen bis dato letzten Grand Prix bestritt der mittlerweile 40-Jährige am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo. Schumacher absolviert derzeit ein detailliertes Vorbereitungsprogramm, um sich in Topform zu bringen - und um von den Ärzten das Okay für sein Comeback zu bekommen. (APA)

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