Herold wirbt mit Hänge- busen für Suche nach Chirurgen

3. August 2009, 19:10
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Werbung für Telefonbuchanbieter sorgt nicht nur für weibliche Entrüstung - Herold verteidigt Inserat

Eine neue Inseratenkampagne des virtuellen Telefonbuchanbieters Herold sorgt nicht nur für weibliche Entrüstung: "Ich sag's Dir, die Schwerkraft ... Kennst Du einen Schönheitschirurgen?", stöhnt eine Frau aus dem Off unter einem Sujet, das offensichtlich einen Hängebusen versinnbildlichen soll (siehe links). Der fiktive Gesprächspartner der verzweifelt Suchenden fragt die Dame bloß zurück: "Bin ich der Herold?"

"Selten so gelacht - das ist ja einfach geschmacklos!", ärgert sich eine dreißigjährige Leserin der "Wienerin", in deren aktueller Ausgabe das Auftaktinserat des Internet-Spezialisten für die Gelben Seiten geschalten wurde.

Als kreativer Kopf hinter dem Lachschlager steckt die Agentur Dirnberger de Felice, weitere "polarisierende" Sujets sollen demnächst auch in anderen Printmedien die Aufmerksamkeit von Adress- und Telefonnummern-Suchenden auf sich ziehen.

"Es liegt uns fern, etwas Frauenfeindliches zu machen"

Bei Herold findet man bei solcherart Werbung nichts dabei. Barbara Hackl, Leiterin für Marktkommunikation, verteidigt den Schwerkraft-Schmäh zur weiblichen Oberweite so: "Ich kann das nicht nachempfinden, es liegt uns fern, etwas Frauenfeindliches zu machen. Es geht darum, die Breite der Gelben Seiten zu zeigen: Ganz egal, welches Problem auftritt, auf Herold findet man einen Anbieter von Produkten beziehungsweise Dienstleistungen, der eine Lösung parat hält. Das ist die Message."

Nachsatz zum streitbaren Busen-Inserat: Wegen der jüngeren Zielgruppe hätte man "bewusst" und "passend" in der "Wienerin" und nicht in einer Zeitschrift für ältere Konsumentinnen geworben, denn: "Das ist die Leserschaft, die über so etwas noch schmunzeln kann."

Und auch in Bezug auf weitere geplante Anzeigen beruhigt die Herold-Spezialistin: "Es ist sicher nichts Verletztendes oder Rassistisches dabei. Darauf haben wir bei der Auswahl viel Wert gelegt." (Nina Weißensteiner, DER STANDARD; Printausgabe, 3.8.2009)

  • Chirurgen-Schmäh über "Schwerkraft"-geplagte Frauen: "Nichts Verletzendes dabei."
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    Chirurgen-Schmäh über "Schwerkraft"-geplagte Frauen: "Nichts Verletzendes dabei."

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