Lufthansa droht Abstufung

4. August 2009, 12:22
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Moody's prüft Herabstufung der Kreditwürdigkeit

Frankfurt/Wien - Der Lufthansa droht nach dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal eine Bonitätsherabstufung. Die Ratingagentur Moody's prüft ein Downgrading der Kreditwürdigkeit von "Baa3" um eine Stufe. Damit würde die Airline ihr sogenanntes Investment-grade-Rating verlieren, das Anlegern eine Investition in die Papiere eines Unternehmens empfiehlt. Für die Lufthansa könnte es künftig wesentlich teurer werden, Geld am Anleihenmarkt zu besorgen, weil die Investoren einen höheren Risikoaufschlag verlangen.

Bisher konnte die Fluggesellschaft als eine der wenigen Airlines eine Verschlechterung des Ratings vermeiden. Die Ratingagentur S&P stuft Lufthansa mit "BBB" ein. Der Grund: Lufthansa habe einen dicken Kapitalpolster und könne auch kurzfristig auf Kredite zugreifen. Im zweiten Quartal schrumpfte der Lufthansa-Gewinn von 337 auf 40 Mio. Euro.

Die Übernahme der defizitären British Midland oder der AUA dürften die Ergebniserwartungen der Lufthansa drücken. Bei der AUA, die heute ihre Halbjahresergebnisse präsentiert, sind die Analystenschätzungen großteils vernichtend: Sal. Oppenheim erwartet einen Nettoverlust von 189,50 Mio. Euro. Die Raiffeisen Centrobank prognostiziert ein Minus von 115 Mio. Euro, der Standard berichtete. Der Halbjahres-Umsatz liegt laut Schätzung bei 952,8 Mio. Euro, das sind um 16,6 Prozent weniger.

Streit um Auflösung der ÖIAG

Nach dem AUA-Verkauf ist ein Streit über die Zukunft der Staatsholding ÖIAG entbrannt. Bundeskanzler Werner Faymann (SP) hält eine Auflösung für sinnvoll, da sie nur noch Staatsanteile an Post, Telekom und OMV verwalte. Sie habe hochbezahlte Manager, aber keinen vernünftigen Zweck. Die paar Beteiligungen könne auch das Finanzministerium verwalten. Finanzminister Josef Pröll (VP) hingegen ist gegen eine Auflösung.

Werner Kogler, Vizeklubchef der Grünen, hat überhaupt eine neue Idee in Sachen Staatsholding: Eine Denkvariante wäre es, die ÖIAG "von einer Ausverkaufs- in eine strategische Infrastruktur-Holding umzuwandeln. Darin könnten die Anteile der öffentlichen Energiewirtschaft gehalten werden" . (cr, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.8.2009)

 

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