Umsatz bricht um 14 Prozent ein

3. August 2009, 16:35
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10.000 in Kurzarbeit - Umsatz-Rückgang beschleunigt sich - In vergangenen Wochen auch Personenverkehr erfasst

Berlin - Die Deutsche Bahn gerät immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Der Umsatz brach nach Angaben aus Unternehmenskreisen im ersten Halbjahr um fast 14 Prozent ein. Der Rückgang hat sich damit verglichen mit den ersten Monaten des Jahres noch beschleunigt. Mit rund 14,3 Mrd. Euro nahm die Bahn zwischen Jänner und Juni über zwei Mrd. Euro weniger ein als im Vorjahreszeitraum. Bis Mai sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern bereits um über die Hälfte auf unter 500 Mio. Euro zusammengeschmolzen, sagten mit den Zahlen Vertraute.

Nachdem die Krise sich lange auf den Güterverkehr und die Spedition Schenker konzentriert hatte, ist in den vergangenen Woche auch der bisher stabile Personenverkehr erfasst worden. Die steigende Kurzarbeiterzahl in Deutschland und der Verzicht auf Reisen in der ersten Klasse machten sich bemerkbar, hieß es.

Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Halbjahrespressekonferenz am 20. August.

Mehr Kurzarbeit

Konzernweit schnellte zudem die seit Beginn der Krise von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter in die Höhe. Sie liegt nun im gesamten Konzern bei knapp 10.000, wie die Bahn bestätigte. Hauptsächlich betroffen ist der Bereich Transport und Logistik, doch auch in den Sparten Dienstleistungen (Instandhaltung) oder Bau sind Mitarbeiter in Kurzarbeit.

In den ersten sechs Monaten hat der Konzern den Angaben zufolge außerdem bereits rund 3.000 Stellen abgebaut, vor allem im Ausland. Bis 2010 sollen es 4.000 sein, so dass die Bahn dann weniger als 236.000 Menschen beschäftigen wird.

Für den neuen Bahnchef Rüdiger Grube - der knapp 100 Tage im Amt ist - steigen damit die Herausforderungen. Nach früheren Reuters-Informationen aus dem Unternehmen will der neue Bahnchef Rüdiger Grube den Konzern schon 2011 wieder börsenreif machen und damit die erst im Frühjahr beschlossenen Planungen weiter verschärfen. Im Streit um die Vorgaben hatte kürzlich der Chef der von der Krise besonders getroffenen Güterbahn, Klaus Kremper, seinen Posten aufgegeben.

Die interne Umsatzprognose der Bahn für das Gesamtjahr von 31,8 Mrd. Euro gilt mittlerweile bei Managern des Unternehmens als unrealistisch. Dies hätte im Vergleich zum Vorjahr nur ein Minus von knapp zwei Prozent bedeutet. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsste die Bahn im zweiten Halbjahr 2009 noch besser abschneiden als im ersten Halbjahr 2008 und damit vor Beginn der Krise. (APA/Reuters)

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