YouTube will mit Lokalnachrichten punkten

3. August 2009, 15:24
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News Near You beliefert User mit regionalen Video-Infos

Während YouTube in den USA eigenen Angaben zufolge bereits an die 200 Nachrichtenagenturen und Medienhäuser als Partner unter Vertrag hat, die das Angebot der Video-Sharing-Seite kontinuierlich mit aktuellen News-Beiträgen befüllen, kommt ihr vor allem in Bezug auf eine lokal orientierte Berichterstattung eine zunehmende Bedeutung zu. Ausschlaggebend hierfür ist unter anderem eine neue Funktion, die erst seit relativ kurzer Zeit zur Verfügung steht. "News Near You", so der Name des Features, nutzt dabei die Internetadresse eines Nutzers, um dessen Aufenthaltsort zu bestimmen und ihn dementsprechend mit relevanten News-Informationen aus seiner jeweiligen näheren Umgebung zu versorgen.

"Vielversprechende Entwicklung"

"Rund fünf Prozent der User, die das News-Near-You-Modul entdeckt haben, schauen sich danach zumindest ein lokal geprägtes Nachrichtenvideo an", zitiert die New York Times Steve Grove, Head of News and Politics bei YouTube. Aus Sicht des Videoportals sei das eine sehr vielversprechende Entwicklung. "In diesem Zusammenhang ist der persönliche Relevanzfaktor entscheidend. Wenn ein Video Ereignisse aus der persönlichen Umgebung oder dem eigenen Wohnort zum Inhalt hat, wird ihnen von den Nutzern sofort eine größere Bedeutung zugesprochen", erläutert Grove. News Near You analysiert dabei den Aufenthaltsort der User und prüft, ob im Umkreis von 100 Meilen (rund 160 Kilometer) ein News-Content-Partner existiert. Wird eine passende Nachrichtenquelle gefunden, wird der Seitenbesucher automatisch auf relevante regionale Medienberichte in Videoform weitergeleitet. "Je mehr Partner wir gewinnen können, desto kleiner wird dieser Radius", merkt Grove an.

"Dem Bereich der Lokalnachrichten kommt in Deutschland eine sehr hohe Bedeutung zu", stellt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) fest. Der Nutzen einer verstärkten Zusammenarbeit von YouTube und den Anbietern derartiger News-Angebote müsse aber genau geprüft werden, so die DJV-Expertin. "Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, ob sichergestellt ist, dass die Urheberrechte der Journalisten nicht verletzt werden", meint Werner. "Wenn sich Medienhäuser dazu entscheiden sollten, dass sie tatsächlich auf YouTube präsent sein wollen, dann muss auch garantiert werden, dass Journalisten für ihre Beiträge, die dort zu sehen sind, eine angemessene Vergütung bekommen", stellt Werner abschließend klar. (pte)

 

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