Muslimpartei will bei Lokalwahlen antreten

3. August 2009, 14:15
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Konvertit Parteivorsitzender - Für Gleichberechtigung

Amsterdam - Nach dem Erfolg der anti-islamischen Freiheitspartei (PVV) bei der Europawahl beteiligen sich in den Niederlanden nun Muslime mit einer eigenen Partei an Wahlen. Zunächst werde die Niederländische Muslimpartei (NMP) in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und weiteren Städten Kandidaten aufstellen, gab der Parteivorsitzende Henny Kreeft am Montag bekannt.

Insgesamt will die NMP bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr in rund zehn Städten antreten. Für 2011 ist die Beteiligung an der Parlamentswahl vorgesehen. Ihr politisches Programm dafür will die Muslimpartei nach dem Fastenmonat Ramadan Ende September vorstellen. Die NMP wurde 2007 auch als Reaktion auf wachsende anti-islamische und ausländerfeindliche Stimmungen gegründet. Kreeft war Anfang der 90er Jahre zum Islam konvertiert. Politisch war er auch schon in der linksliberalen Partei D66 sowie in der rechtspopulistischen Liste Pim Fortuyn (LPF) engagiert.

Laut Kreeft tritt die NMP, der Einwanderer ebenso wie alteingesessene Holländer angehören würden, "keineswegs für eine Muslimische Republik der Niederlande" ein. Sie wolle das Image des Islam und der Muslime verbessern und deren Gleichberechtigung fördern. Zu ihren Forderungen gehört die Einrichtung von Friedhöfen für Muslime sowie von Banken, die sich an Vorstellungen des Islam orientieren.

Die Freiheitspartei des Populisten Geert Wilders, die unter anderem ein Einwanderungsverbot für Muslime fordert, hatte im Juni vier der 25 niederländischen Mandate im Europäischen Parlament gewonnen. Laut Umfragen würde sie bei jetzigen nationalen Wahlen mit der regierenden Christdemokratischen Partei CDA gleichauf liegen.(APA)

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