Korken oder Kapsel

3. August 2009, 15:46
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Eine französische Firma bringt mit einem neuen Verschluss die Champagnerwelt zum schäumen

Die neue Erfindung eines französischen Verpackungshersteller Alcan bringt die traditionelle Champagnerwelt zum Schäumen. Ein Verschlussmodell, das an den Kronkorken einer Bierflasche erinnert, soll verhindern, dass Korken quer durch den Raum fliegen. "Champagner muss einen pilzförmigen Korken haben", sagt hingegen Pascal Wattiez von der regionalen Wettbewerbsbehörde. "Das ist seit Jahren auf europäischer Ebene so geregelt", fügt er hinzu.

Dabei fällt die neue Verpackung auf den ersten Blick nicht auf: Das Ganze ist wie bei anderen Champagnerflaschen auch edel mit einer Metallfolie umgeben. Eine Sprecherin von Alcan betont die Vorteile: "Auf diese Weise lassen sich die Flaschen viermal so schnell öffnen wie zuvor, und ungefährlicher ist es auch." Das sei vor allem im Gastgewerbe ein großer Vorteil. "Außerdem ist ausgeschlossen, dass der Champagner nach Korken schmeckt", sagt sie. 

Plopp bleibt

Die Entwickler haben besonderen Wert darauf gelegt, dass das typische "Plopp"-Geräusch erhalten bleibt. Dennoch hat sich bisher nur ein einziges Champagner-Haus auf das Experiment eingelassen. Der Produzent Duval-Leroy hat seinen "Clos des Bouveries Vintage 2004" mit Kapselverschlüssen versehen. Auf dem Markt sind die Flaschen allerdings noch nicht. Derzeit prüfen die französischen Behörden, ob die Verschlüsse den Vorschriften entsprechen. Mit einem Urteil ist Mitte August zu rechnen - und voraussichtlich fällt es negativ aus, denn "pilzförmig" sind die neuen Verschlüsse nicht.

Während der Champagner im Keller reift, tragen die Flaschen meist metallene Kapselverschlüsse. Erst wenn der Gärungsprozess abgeschlossen und die abgelagerte Hefe entfernt ist, wird der Kapselverschluss durch den klassischen Korken ersetzt.

Zielgruppe Gastronomie

Die Zielgruppe für die neuen Verschlüsse ist wohl am ehesten in der Gastronomie zu suchen, wo große Mengen an Flaschen geöffnet werden - ohne dass jemand genau hinschaut und den klassischen Korken vermissen könnte. Ein Problem löst allerdings auch der Hebelverschluss nicht: Wenn die Flasche einmal geöffnet ist, dann kann sie nicht wieder damit verschlossen werden. (APA)

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