Head verhandelt mit Banken

3. August 2009, 12:51
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Beim Sportartikelhersteller Head laufen Verhandlungen mit kreditgebenden Banken und Anleihegläubigern auf Hochtouren

Wien - Beim mehrheitlich der Gruppe von Johan Eliasch gehörenden Sportartikelhersteller Head laufen Verhandlungen mit kreditgebenden Banken und Anleihegläubigern auf Hochtouren. Seit Monaten liegt eine 135-Millionen-Euro-Anleihe zum Umtausch in eine andere, besicherte, Anleihe mit entsprechendem Schuldenabschlag auf. Die Umtauschfristen dafür wurden mehrfach verlängert, zuletzt Ende voriger Woche bis 12. August 18 Uhr MESZ. Bis spätestens dahin will der Sportartikelhersteller auch einen dringend nötigen neuen Betriebsmittelkredit von 10 Mio. Euro in der Tasche haben.

Liegt bis dahin keine Lösung über die Finanzierungen vor, tritt nach APA-Informationen "Plan B" in Kraft: Also Rationalisierungen, Investitionskürzungen, Vermögensverkäufe. Derzeit herrscht aber Zuversicht, dass man sich einigt.

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Hausbanken sind Erste Bank und Bank Austria. Sie dürften vor der Vergabe weiterer Mittel mehr Beiträge der Eigentümer, allen voran von Eliasch verlangen. Eliasch selbst hat sich Ende vergangener Woche bereiterklärt, für den 10-Millionen-Kredit persönlich zu haften. Dies hatten zuvor auch die Anleihegläubiger verlangt.

Bis vor zwei Jahren hat der Sportartikelkonzern die im Spätsommer fälligen saisonalen Vorfinanzierungen für das Wintersportgeschäft aus dem eigenen Cash Flow getätigt. Seit sich die Marktlage verschärft hat, musste für diese kürzerfristigen Verpflichtungen ein Bankkredit fließen, so auch 2008. Ein voriges Jahr zu dieser Zeit aufgenommener Betriebsmittelkredit sei pünktlich zu Jahresende getilgt worden, heißt es in informierten Kreisen.

Gläubiger-Verzicht

Seit einigen Monaten versucht der Konzern, die Gläubiger einer Ende des Vorjahrs praktisch auf Schrott-Status downgerateten 135-Mio.-Euro-Anleihe zu einem Verzicht auf etwa zwei Drittel zu bewegen. Ein seit Ende voriger Woche vorliegendes Angebot sieht nun nicht mehr den Schuldenverzicht bis auf 35 Prozent vor, sondern "nur" mehr auf rund 49 Prozent. Zudem werden neu auszugebende Head-Aktien beigegeben.

Bisher hatte Head seinen Anleihegläubigern für die bestehenden Schuldverschreibungen mit einem Nennwert von je 1.000 Euro neue Titel mit einem Nennwert von 350 Euro geboten.

Am Donnerstag voriger Woche wurde die Gegenleistung je 1.000 Euro auf 510,6 Euro der von HTM neu emittierten, besicherten Anleihe und 262,372 Aktien der Head N.V erhöht.

Damit der Bond-Umtausch als angenommen gilt, ist es erforderlich, dass zumindest 96,7 Millionen des Gesamtkapitals angedient werden.

Bis zu 29,864.512 Aktien, was 29,999 Prozent der Aktien unter Einbeziehung aller bestehenden Umtauschrechte von Head N.V. entspricht, würden in Vollzug des Umtauschangebotes und nach der Ausgabe von Aktien an die Head Sports Holding N.V. und ihre Gesellschafter als Gegenleistung an die Inhaber der bestehenden Anleihe ausgegeben, wie es in einer Mitteilung von Head N.V. hieß. (APA)

 

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