Zwei neue Mozart-Klavierstücke wurden erstmals präsentiert

3. August 2009, 12:54
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Die 18 gefundenen Musikstücke wurden bisher teilweise Vater Leopold zugeschrieben

Salzburg - Am Sonntagvormittag wurden zwei Mozart-Klavierstücke im Tanzmeistersaal von Mozarts Wohnhaus erstmals öffentlich präsentiert. Die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg hat im Nannerl-Notenbuch, das sich seit 1864 im Besitz der Stiftung befindet, einen Konzertsatz und ein Präludium des jungen Wolfgang Amadeus Mozart identifiziert.

Die 18 Musikstücke dieses Notenbuches waren bisher teilweise Vater Leopold zugeschrieben oder galten als anonym. Der 75-taktige, fünf Minuten lange Klavierkonzertsatz sowie das einminütige Präludium für Klavier kann jetzt aber aufgrund einer Indizienkette "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" Wolfgang Amadeus zugeschrieben werden.

Für Wolfgang aufgeschrieben

Beide Musikstücke sind in der Handschrift von Vater Leopold verfasst. "Aber weder der Kompositionsstil noch die flüchtige, mit Korrekturen versehene Handschrift passen zu Leopolds Urheberschaft", argumentierte Ulrich Leisinger, Mozart-Forscher in der Stiftung Mozarteum. "Viel nahe liegender ist, dass Wolfgang Amadeus seinem Vater diese Komposition auf dem Klavier vorgespielt hat, der es dann für den im Notenschreiben noch ungeübten Wolfgang aufgeschrieben und nachträglich korrigiert hat."

Vater Leopold habe nie derart halsbrecherisch virtuose und für die Zeit um 1763/1764 unüblich schwierige Klavierparts geschrieben, bei dem der Solist die Hände kreuzen und wild über die Tastatur springen lassen muss, sagte Leisinger. "Lang Lang wird seine Freude daran haben, aber viel von diesem Virtuosen-Hokuspokus wäre für die musikalische Idee gar nicht nötig gewesen. Da hat sich ein junger Musiker ausgetobt um zu zeigen, was er kann. Außerdem enthält der Satz echte kompositionstechnische Fehler und Ungeschicklichkeiten, die dem Routinier Leopold niemals passiert wären." (APA)

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    Eines der beiden entdeckten Mozart-Stücke aus dem Nannerl-Notenbuch.

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