Rechtsextremist Fioravanti wieder frei

3. August 2009, 12:37
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War wegen blutigem Attentat auf Bahnhof in Bologna zu lebenslanger Haft verurteilt worden

Rom - Der italienische Rechtsextremist Valerio Fioravanti, der wegen eines Attentats auf den Bahnhof von Bologna im Jahr 1980 und wegen mehrerer Mordanschläge auf Polizisten und Staatsanwälten sechsmal zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war, ist wieder frei. Der 51-Jährige hat 26 Jahre hinter Gittern verbracht und ist wegen guter Führung jetzt wieder ein freier Mensch, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag. In den vergangenen fünf Jahren hatte Fioravanti tagsüber am Sitz der Menschenrechtsorganisation "Nessuno tocchi Caino" gearbeitet und nur die Nacht im Gefängnis verbracht.

"Fioravanti hat keinerlei Strafmilderung erhalten. Er ist wieder frei, weil dies das Gesetz für lebenslang Verurteilte vorsieht, die fünf Jahre lang Halbfreiheit genossen haben", sagte der Rechtsanwalt des Ex-Terroristen, Michele Leonardi. Beim Attentat in Bologna kamen 85 Personen ums Leben, 200 weitere wurden verletzt.

Valerio Fioravanti war 1980 verhaftet worden. Ein Jahr später wurde auch seine Lebensgefährtin Francesca Mambro festgenommen, die ebenfalls wegen des Anschlags auf den Bahnhof von Bologna zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Die beiden, die 1985 im Gefängnis heirateten, haben stets die Verantwortung für den Anschlag in Bologna bestritten.

Die Fioravanti zuerkannte Freiheit löste eine entrüstete Reaktion der Familienangehörigen der Anschlagsopfer aus. "In Italien gibt es Gesetze, die die Mörder verteidigen. Die Familienangehörigen der Opfer werden dagegen vollkommen vergessen. Jugendlichen vermittelt man ausschließlich die Kultur der Illegalität", sagte Paolo Bolognesi, Präsident des Verbands, zu dem sich die Angehörige jener 85 Personen zusammengeschlossen haben, die bei dem Attentat in Bologna ums Leben kamen. (APA) 


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