Klimawandel für Österreicher bedrohlicher als Wirtschaftskrise oder Terrorismus

3. August 2009, 12:46
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Laut Eurobarometer hält man sich hierzulande für zu wenig informiert, glaubt aber durch persönliches Handeln den Klimaschutz zu fördern

Brüssel - Der Klimawandel ist nach Ansicht der Österreicher eine weltweit größere Bedrohung als der Terrorismus, Kriege oder die Wirtschaftskrise: Wie aus einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission in Brüssel hervorgeht, haben die Österreicher mehr Sorgen vor den Folgen des Klimawandels als der europäische Durchschnitt. Als größtes weltweites Problem sehen die Österreicher jedoch - ebenso wie die meisten anderen Europäer - Armut sowie Mangel an Lebensmitteln und Trinkwasser. EU-weit wird dies als größte weltweite Bedrohung gesehen. 66 Prozent der EU-Bürger äußerten sich in diesem Sinne (in Österreich 67 Prozent).

Nach der im Jänner und Februar unter mehr als 27.000 europäischen Bürgern durchgeführten Umfrage erachten 50 Prozent der EU-Bürger den Klimawandel als größtes globales Problem, in Österreich 63 Prozent. Sehr ausgeprägt ist die Angst vor dem Klimawandel auch in Schweden (82 Prozent), Zypern (76 Prozent) und Griechenland (71 Prozent), während in Tschechien, Polen und Portugal nur ein Drittel oder weniger die Folgen der Erderwärmung fürchten.

Österreichisches Selbstbild: Wenig informiert, aber aktiv

Der Klimawandel wird laut der Umfrage vor allem von Studenten und von Befragten, die bei Abschluss ihrer Ausbildung bereits mindestens 20 Jahre alt waren, als besonders großes Problem eingestuft. Darüber hinaus hat das Problem für Befragte, die zum linken Flügel des politischen Spektrums neigen (55 Prozent) größere Bedeutung als für jene, die sich politisch im rechten Flügel einstufen (47 Prozent). Am besten glauben sich Schweden, Niederländer und Finnen über die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels informiert. Nur etwa die Hälfte der Befragten in Österreich stufte sich als gut informiert ein (EU-weit 56 Prozent).

Der Einsatz von Bio-Kraftstoffen zur Bekämpfung des Klimawandels wird von 79 Prozent der Österreicher befürwortet, im europäischen Durchschnitt sprechen sich nur drei Viertel der Befragten dafür aus. 65 Prozent der Österreicher gaben an, durch persönliches Handeln zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen (EU-weit 59 Prozent). 68 Prozent der Österreicher sind überzeugt davon, dass der Kampf gegen den Klimawandel positive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben kann, 62 Prozent der EU-Bürger sehen dies auch so. Nur 27 Prozent der Befragten in Österreich (31 Prozent EU-weit) sehen den Klimawandel als unaufhaltsamen Vorgang, der sich nicht stoppen lässt. 22 Prozent der Österreicher halten das Problem Klimawandel für übertrieben, europaweit sind 27 Prozent dieser Ansicht.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht sich durch die Umfrage bestätigt. "Die Politiker müssen endlich handeln", verlangte deren Klimasprecher Manuel Graf am Montag in einer Aussendung. Bundesregierung, Landesvertreter und Parlamentarier müssten unverzüglich ein Klimaschutzgesetzes verabschieden. (APA/red)

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    Ein Motto, zu dem sich laut Eurobarometer mehr Österreicher bekennen als der EU-Durchschnitt.

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