Rückzug aus Polen

3. August 2009, 12:08
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Rewe Group verkauft 25 Billa-Supermärkte an französische E.Leclerc - Rewe-Chef stellt sich auf schwierigen Herbst ein

Die Rewe Group zieht sich mit Billa aus Polen zurück und verkauft alle ihre 25 Supermärkte an den französischen Mitbewerber E.Leclerc. Künftig konzentriert sich Rewe dort auf den Abholgroßhandel, den sie unter der Marke Slegros betreibt. Mit der Veräußerung wandern rund 1.600 Mitarbeiter und 120 Mio. Euro Umsatz an E.Leclerc. Slegros werde dagegen die Nummer-2-Position im polnischen Cash-und-Carry-Geschäft weiter ausbauen, erklärte Rewe am Montag: Bis Ende 2010 sollen zu den derzeit zwölf Großmärkten weitere drei dazukommen.

Auch im übrigen Osteuropa treibt Rewe die Expansion voran und eröffnet dort allein heuer mehr als 140 neue Märkte, erklärte die Gruppe weiter. 2008 hatte Rewe International mit 2,31 Mrd. Euro Umsatz ein Plus von 15,6 Prozent in CEE erzielt. In Italien ist der Umsatz im Vorjahr um 9 Prozent auf 2,25 Mrd. Euro gewachsen.

Rewe-Chef konstatiert gedämpftes Kaufverhalten

In einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) stellt sich Rewe-Vorstandschef Alain Caparros auf einen schwierigen Herbst und Winter ein. Das kommende Jahr dürfte dann eine noch größere Herausforderung für Deutschlands zweitgrößten Lebensmittelhändler werden. Denn wenn die heute noch weit verbreitete Kurzarbeit in eine deutlich erhöhte Arbeitslosigkeit münden sollte, werde das erhebliche Konsequenzen für den Einzelhandel haben. Grund zur Panik gebe es zwar nicht, "aber wir sind vorsichtiger geworden", so Caparros.

Seit April spüre man in den Läden ein gedämpfteres Kaufverhalten, berichtete Caparros. Damit schlug der Rewe-Chef andere Töne an als die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die in ihrer aktuellen Konsumklimastudie eine weiter gute Verbraucherstimmung feststellte. "Die Leute sind nachdenklicher geworden, und zwar durch die Bank und über alle Bevölkerungsschichten hinweg", sagte Caparros der "FAZ". Die Kölner Rewe-Gruppe mit zuletzt fast 50 Mrd. Euro Umsatz und nahezu 15.000 Märkten beschäftigt fast 320.000 Mitarbeiter, davon etwa 211.000 in Deutschland (Stand Ende 2008).

Währungs-Sorgen in Osteuropa

Speziell in Osteuropa, wo Rewe wie auch andere internationale Handelsgruppen starke Positionen aufgebaut hat, kommen in vielen Ländern neben Konjunktursorgen erhebliche Währungsprobleme hinzu. "Wir werden einen breiten Rücken machen müssen und stark auf die Kosten achten", sagte Caparros. Mit großer Achtsamkeit gehe man daher im Rewe-Management das Jahr 2010 an. So habe man verschiedene Szenarien entwickelt, wo und wie je nach Brisanz der Situation Investitionen angepasst oder notfalls auch gestrichen werden. "Bei der Budgetplanung im Oktober werden wir dann sehen, in welche Schublade wir hineingreifen."

Auf Zukäufe angesprochen, blockte Caparros ab. Theoretisch wäre eine milliardenschwere Akquisition schon möglich, derzeit sei aber "Vorsicht das erste Gebot". (APA)

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