Lauda weist Kritik von VP-Klubobmann Kopf zurück

3. August 2009, 08:41
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Airliner: Der Politiker "hat anscheinend keine Ahnung" - Steirischer Airliner Robin Hood verlangt Gleichstellung mit "künftig deutscher AUA"

Wien - Der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda wehrt sich gegen Vorwürfe der ÖVP, seine Kritik an ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll im Zusammenhang mit dem AUA-Verkauf an die Lufthansa sei übertrieben. "Ich verstehe die Aufregung des VP-Klubobmanns Karlheinz Kopf nicht", so Lauda zur Zeitung "Österreich" (Montag-Ausgabe): "Ich habe nur kritisiert, dass Pröll den Verkauf an die Lufthansa als Erfolg verkauft und das stimmt einfach nicht. Da hat er sich unglücklich ausgedrückt. Es ist keine Kunst, eine Airline zu verschenken und dann noch 500 Millionen Euro dazuzugeben. Das ist für mich die Wahrheit."

"Anscheinend keine Ahnung"

Kopf hatte am Sonntag in einer Aussendung eine KPMG-Studie zitiert, wonach die Lauda Air im Jahr 2000 mit 1,1 Mrd. Euro mehr Verluste gemacht habe als  zugegeben. 1999/2000 sei die Lauda Air sozusagen "am Ende" gewesen, die AUA übernahm dann letztlich das Unternehmen zur Gänze. Damals, so Kopf, sei der Substanzwert der Lauda Air bei Null gewesen, "sie hatte rund 600 Millionen Euro Schulden." Und: "Die AUA würde heute wesentlich besser dastehen, hätte sie nicht 2001/2002 die Lauda Air übernommen."

Dazu Niki Lauda: "Herr Kopf hat anscheinend keine Ahnung, wie man diese Studie liest. Diese Zahl ist absolut absurd und falsch. Aber ich kann ihn beruhigen: Die Zahl bezieht sich auf die Flugzeugfinanzierungen, diese Flugzeuge sind ja heute noch im Einsatz. Das ist also kein Verlust. Und im Übrigen ist die AUA damals dreimal so negativ geflogen wie die Lauda Air", antwortet der Airliner.

"Robin Hood" kritisiert Finanzminister Pröll

Nicht nur Klubobmann Kopf, sondern auch ÖVP-Chef Josef Pröll wird aus Airliner-Kreisen heftig kritisiert. Georg Pommer, Geschäftsführer des steirischen Flugunternehmens Robin Hood, fordert in einem Offenen Brief an den Finanzminister unter anderem "die sofortige Gleichstellung österreichischer Luftfahrtunternehmen mit dem künftig deutschen Unternehmen AUA".

Pröll solle garantieren, dass die Regionalluftfahrt in Österreich ebenso engagiert unterstützt werde, wie er sich für den Standort Wien und die AUA auf Kosten des Steuerzahlers einsetze, so Pommer am Montag in einer Aussendung. Der Finanzminister solle "unverzüglich die steuerfinanzierte und wirtschaftsfeindliche Schwächung des Regionalverkehrs in den österreichischen Bundesländern stoppen" und eine Gleichbehandlung steirischer Luftfahrtangestellter mit jenen von Austrian Airlines herstellen.  (APA)

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