Unwetter in Salzburg und Niederösterreich

3. August 2009, 17:45
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Beschädigte Dächer sollen vor Heranrücken von neuer Regenfront am Montagnachmittag abgedichtet werden

Salzburg/St. Pölten - Die Menschen im nördlichen Salzburger Flachgau kommen nicht zur Ruhe: Donnerstag vor einer Woche hatte ein Unwetter mit Hagelkörnern in Größe von Tennisbällen schwere Schäden angerichtet, am frühen Sonntagabend zerstörte ein Sturm nun die inzwischen notdürftigen Abdeckungen aus Planen und anderem Material wieder. Die Helfer stehen nun unter großem Zeitdruck, da für Montagnachmittag erneut starke Regenfälle vorhergesagt wurden. In Niederösterreich mussten erneut 1.500 Feuerwehrleute ausrücken. Mehrere Murenabgänge gab es in Oberösterreich.

"Arbeit beginnt von vorne"

In Salzburg waren exakt dieselben Gemeinden betroffen wie vor eineinhalb Wochen, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Das sind fast alle Gemeinden im nördlichen Flachgau. Mehrere Tage lang hatten nach der Hagel-Katastrophe zahlreiche Helfer der Feuerwehren und des Bundesheeres bis zur Erschöpfung die vielen zerstörten Dachflächen zumindest mit Planen ersetzt, um Wasserschäden zu verhindern, diese wurden heute großteils wieder zerstört. "Die Arbeit beginnt von vorne", so der Feuerwehr-Sprecher.

Überflutete Keller und Brände in Niederösterreich

In Niederösterreich fegte ein Sturm u.a. über Amstetten, Baden, Melk, Tulln, Wien-Umgebung und Zwettl hinweg. Die Feuerwehr musste ausrücken, um Sturmschäden zu beseitigen, überflutete Keller auszupumpen und Brände zu löschen. In Neupölla kam es durch Blitzschlag zu einem Waldbrand, in Etlas und Reitern mussten Dachstuhlbrände gelöscht werden. In Schöngrabern gab es nach einem Gewitter einen Scheunen- und in Wallsee einen Trafobrand. Im Bezirk Horn blockierten umgestürzte Bäume vorübergehend Verkehrsverbindungen. Im Weinviertel, etwa bei Retz, wurden laut dem Ö1-Morgenjournal Sturmböen mit mehr als 100 km/h gemessen worden.

Murenabgänge und ein Schwerverletzter in OÖ

 

In Oberösterreich  ist ein 47-jähriger Landwirt bei Reparaturarbeiten im Bezirk Perg abgestürzt und musste mit Verdacht auf Schädelfraktur ins Linzer AKH eingeliefert werden. Der 47-Jährige wollte das durch das Unwetter beschädigte Dach des Heustadels reparieren. Laut Angaben der Gattin kletterte er auf einer Aluminiumleiter zum Dach. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte aus einer Höhe von rund drei bis vier Meter auf einen betonierten Boden.

In Gosau im Bezirk Gmunden in Oberösterreich haben Sonntagabend heftige Regenfälle mehrere Murenabgänge ausgelöst. Die Gosausee-Landesstraße und die angrenzenden Parkplätze wurden auf einer Länge von rund 300 Metern völlig verschüttet. Das Geröll traf fünf Autos, verletzt wurde niemand, teilte die Sicherheitsdirektion am Montag mit. Auch das Innviertel war vom Unwetter schwer betroffen: In Lambrechten (Bezirk Ried) schlug gegen 18.00 Uhr ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. (APA/red)

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    Helfer im Einsatz in der Gemeinde Lamprechtshausen. Erneute Unwetter haben Sonntagabend über dem nördlichen Salzburger Flachgau Planen und notdürftigen Abdeckungen wieder weggerissen, die nach einem schweren Gewitter vor zehn Tagen an den beschädigten Dächern angebracht worden waren.

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