ISAF-Chef besorgt über Lage in Nordafghanistan

2. August 2009, 20:05
8 Postings

Deutsche Soldaten zu weiteren Operationen gegen Taliban aufgefordert

Hamburg - Der Chef der NATO-geführten multinationalen ISAF-Truppe in Afghanistan ist wegen der sich verschlechternden Lage im Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr beunruhigt und fordert von den Deutschen weitere Operationen gegen die radikal-islamischen Taliban. Nach einem Besuch in Kunduz (Kundus) sagte der US-General Stanley McChrystal "Spiegel Online", er sei besorgt über die Situation im Raum Kunduz. Nordafghanistan habe mittlerweile die volle Aufmerksamkeit der ISAF. Die Taliban dort würden aus dem Süden unterstützt und wollten eine Enklave im Norden aufbauen.

Der General forderte von der Bundeswehr und den afghanischen Kräften weitere Operationen wie jene in Charah Darreh westlich des deutschen Feldlagers. "Es gab sicherlich einige Erfolge bei dieser Operation", so McChrystal, aber wir dürfen nicht vergessen, dass eine einzelne Mission niemals dauerhafte Effekte erzielen wird. Deutlich warnte der US-General vor einem Nachlassen beim Kampf gegen die Taliban. "Wenn wir nicht präventiv die Situation bestimmen, werden wir von der Lage überrollt."

Taliban-Anführer festgenommen

Nach Informationen von "Spiegel Online" nahmen US-Sondereinheiten nördlich des Bundeswehrstandorts Kunduz einen Taliban-Anführer fest. Mullah Daud befehligte nach US-Erkenntnissen bis zu hundert Kämpfer und unterhielt auch Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Kaida. In den vergangenen Monaten gingen US-Spezialkräfte der Delta Forces bereits mehrmals im Einsatzgebiet der Bundeswehr auf Terroristenjagd. Der jüngste Zugriff erfolgte in einer gemeinsamen Aktion mit afghanischen Soldaten in der Nacht auf Samstag in Imam Saheb. (APA)

 

Share if you care.