Die Nachwehen der Party

2. August 2009, 19:14
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Während Großbanken wieder ihre eigene Party feiern können kleinere und mittlere Banken den Kater nicht mehr verdauen - Von Bettina Pfluger

Die Signale, die derzeit aus der US-Finanzwelt kommen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Einerseits jubeln große Banken, dass sie nach nur wenigen Monaten jenes Geld dem Staat zurückzahlen konnten, das ihnen zuvor das Überleben sicherte. Mit dem Auskaufen des Staates steigen aber auch die Bonuszahlungen wieder in astronomische Höhen.

Andererseits sind in den USA heuer bereits 69 Banken zusammengebrochen. Allein in den vergangenen Tagen hat es fünf Institute erwischt. Während Großbanken also wieder ihre eigene Party feiern, scheint klar, dass kleinere und mittlere Banken den Kater der letzten Feier nicht mehr verdauen können. Denn selbst im Vorjahr - als die Krise mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers einen Höhepunkt erreicht hatte - mussten "nur" 25 Banken schließen. Und 2007, beim Ausbruch der Hypothekenkrise, waren es lediglich drei.

Wirkliche Einschnitte oder gar harte Auflagen für die Finanzwelt sind bisher ausgeblieben. Das Risiko der Banken wird wieder belohnt. Jetzt greift aber der US-Kongress ein und will den übermächtigen Bonuszahlungen einen Riegel vorschieben. Das Fehlverhalten in der US-Bankenwelt soll damit ein Ende finden. Und das ist zu begrüßen. Denn während jene Bankmanager, die sich mit nicht besicherten Subprime-Krediten so verhoben haben, dass das globale Finanzsystem zu kippen drohte, wieder für ihre Risikostrategie belohnt werden, zittern weltweit immer mehr Leute um ihre Jobs, die als Folge der Finanzkrise wegfallen könnten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.8.2009)

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