Die Tänzer und ihre Möbel

2. August 2009, 18:55
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Willi Dorner stellte bei Linz 09 ein neues Stück vor

Linz - Eine Gasse wurde zur Bühne für die Uraufführung von Willi Dorners Stück above under inbetween bei Theaterlust 2 im Rahmen von Linz 09. Doch Dorners Arbeit hat mit herkömmlichem Straßentheater nur wenig gemeinsam.

Sieben Tänzerinnen und Tänzer zeigen ganz ohne Klamauk oder Handlung, wie sich Körper miteinander in Bezug zu einer architektonischen, urbanen Umgebung setzen können und wie sich diese auf das Handeln von Tänzern auswirkt.

Vor allem, wenn hinter den Fassaden verborgen Gewesenes auf den Asphalt gestellt wird: Ihrem Zuhause entrückte Sessel, Tische, Kästen "vermöbeln" ihre neuen Nutzer. Und das sind Körper, die sich neben-, über- oder aufeinander schlichten und wie Baukastenteile ineinander verschalten.

Was hier zu sehen ist, hat Dorner 1997 mit dem Stück intertwining, dem Sich-Ineinanderwinden zweier Tänzer, begonnen. Seither wurde Dorner immer mehr zu einem konzeptuell arbeitenden Künstler, der in Österreich gern unterschätzt wurde.

Mit no credits, not at all und threeseconds hat er trotzdem etwas weitergeführt, das er später in Bezug zu seinem Interesse an architektonischen Gegebenheiten setzen konnte: in dem Projekt Hängende Gärten (2004) und drei Jahre danach in bodies in urban spaces, der Basis für das neue, ausgesprochen gelungene Stück. (ploe, DER STANDARD/Printausgabe 3.8.2009)

 

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