Krokodilstränen

2. August 2009, 18:09
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AUA-Verkauf ist das größte Drama seit dem Zweiten Weltkrieg

Das Problem AUA sind wir also demnächst los. Dem einen erscheint der Last-Minute-Deal mit der Lufthansa unter Einzahlung einer weiteren halben Milliarde Euro als "Erfolgsgeschichte" (Finanzminister Pröll). Dem anderen als "Notlösung" (Kanzler Faymann). Dem nächsten (ÖIAG-Chef Michaelis) als Beweis des "Einsatzes und der Beharrlichkeit" der noch von ihm geführten Staatsholding. Auch sehr süß.

Doch einen gibt es, der weiß, wie schwer der Deal wirklich wiegt: Niki Lauda. Hat als Ex-Rennfahrer ("Ich bin furchtlos") wie als Airliner und AUA-Erzrivale viel hinter sich, nicht zuletzt steckt seine Ex-Fluggesellschaft Lauda Air in der AUA. Sie musste mit einer Milliarde Schilling Verlust und etlichen Milliarden Schilling Schulden von der AUA aufgefangen werden. Wolken von gestern. Lauda hat längst eine neue Airline; ihr muss die Lufthansa nun aus Wettbewerbsgründen viel profitträchtiges Geschäft abtreten.

Trotzdem trauert Lauda. Furchtlos scheut er in Österreich keinen Vergleich: "Der AUA-Verkauf ist das größte Drama seit dem Zweiten Weltkrieg." Ganz bestimmt.(Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.8.2009)

 

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