Bienen berücksichtigen bei ihrem Tanz auch Gefahrenquellen

2. August 2009, 18:05
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Kanadische Forscher führten ein Experiment durch und stellten interessante Reaktionen fest

Hamilton - Die Tanzbewegungen, mit denen sich Bienen untereinander verständigen, enthalten nicht immer nur Informationen darüber, wo es den meisten Nektar zu holen gibt - sie werden offenbar auch von den möglichen Risiken der Futtersuche mitgeprägt: Das berichten kanadische Biologen der Universität Hamilton in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour". Sie entdeckten Hinweise dafür, dass Bienen ihrem Stock - direkt oder indirekt - auch mitteilen, wo potenzielle Gefahren lauern.

Seit über 40 Jahren weiß man, dass spezielle Tanzbewegungen ein zentrales Kommunikationsmittel von Bienen sind, und auch die Bedeutung bestimmter Bewegungen konnte man schon entziffern. Wenn Arbeiterbienen vom Pollensammeln in den Stock zurückkehren, beginnen sie eine sehr komplexe Abfolge von Bewegungen. Durch deren Winkel und Geschwindigkeit schließen andere Bienen, wo die verlässlichste und sicherste Nahrungsquelle liegt. Da dieser Tanz unter anderem die Flugrichtung von nektarreichen Blumenfeldern verrät, dient er den Bienen zur Sicherung des Maximalertrages bei ihren Sammelflügen.

Gebremste Aktivität

Um herauszufinden, ob sich die Insekten auch mögliche Gefahren mitteilen, trainierten die Forscher ihre Versuchsbienen auf den Besuch zweier Kunstblumen, die man stets mit derselben Menge an Nektar ausstattete. Nachdem die Bienen die Routen schon "im Kopf hatten", legten die Forscher zwei tote Bienen auf eine der Blumen: Gut sichtbar für neu ankommende Bienen, ohne diesen jedoch Landemöglichkeiten zu nehmen.

Wie zu erwarten war, steuerten die trainierten Bienen im ersten Flug die präparierte Blume an wie schon zuvor. Interessant war jedoch die Reaktion bei der Rückkehr in den Bienenstock. Hier zeigten sich tatsächlich deutliche Unterschiede. Nach dem Besuch der Blume mit den toten Tieren konnten die Forscher ein bis zu 30-mal weniger stark ausgeprägtes Tänzeln messen, als dies nach dem Besuch der zweiten Blume der Fall war. "Die Arbeiterbienen waren sich einer Gefahr bewusst und wollten daher ihre Kollegen nicht zu dieser Blume locken", so die Schlussfolgerung der Forscher. Unklar ist noch, inwiefern - abgesehen von der Intensität des Tanzes an sich - Informationen über das Verhältnis von Belohnung und Risiko in den Tanz einfließen. (pte/red)

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