Neue HIV-Variante könnte von Gorillas stammen

2. August 2009, 22:56
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Virus wurde bei Frau festgestellt, die aus Kamerun nach Frankreich zog - Verbreitung der neuentdeckten Variante unbekannt

London - Forscher haben eine neue Art von HI-Viren entdeckt, die ursprünglich wahrscheinlich von Gorillas stammt. Diese neue Variante sei bei einer Frau aus Kamerun gefunden worden, berichten die Wissenschafter im Fachmagazin "Nature Medicine". Nun müsse geprüft werden, ob das Virus schon weiter verbreitet sei oder ob es bisher erst vereinzelt Infizierte gebe.

Bekannt sind bisher zwei Arten von HI-Viren: HIV-1 und HIV-2. Sie entstanden aus unterschiedlichen bei Affenarten vorkommenden Viren. Die HIV-1-Viren wiederum werden in drei Subtypen eingeteilt: M (die weltweit am häufigsten vorkommende Form), O und N. Für das neue Virus wurde nun ein weiterer Subtypus, P genannt, klassifiziert, schreibt das Team um Jean-Christophe Plantier von der Universität Rouen im Norden Frankreichs.

Der Anlassfall

Die 62-jährige Frau sei vor etwa fünf Jahren von Kamerun nach Paris gezogen, kurz darauf wurde die Ansteckung mit HIV diagnostiziert. Da sie in der Folgezeit keinerlei Aids-Symptome zeigte, musste sie bisher nicht behandelt werden. Das bei ihr entdeckte Virus ähnele sehr einem SI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus), das von Gorillas bekannt ist, schreiben die Forscher.

Die Frau habe sich sehr wahrscheinlich nicht direkt bei Affen angesteckt, da sie in der Hauptstadt Kameruns, Yaounde, gelebt habe - ohne Kontakt zu Affen oder Affenfleisch. Zudem weise die schnelle Vermehrung im Körper darauf hin, dass das Virus schon länger an den Menschen adaptiert sei. Die neue Gruppe sei demnach vermutlich auch bei weiteren HIV-Infizierten in Kamerun - oder auch schon in anderen Ländern - zu finden. Dies müssten nun weitere Tests zeigen.

Die Ergebnisse seien zudem ein Hinweis darauf, dass nicht nur Schimpansen, sondern auch Gorillas die Immunschwäche auf den Menschen übertragen können. Es müsse vor allem im Westen Zentralafrikas besser überwacht werden, ob neue HIV-Varianten in der Bevölkerung auftreten, fordern die Forscher. (APA/red)

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