USA wollen Übergangsregierung mit zusätzlichen Waffen versorgen

2. August 2009, 16:54
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Außenministerin Clinton in sieben afrikanischen Ländern erwartet

Washington - Die Unterstützung der bedrängten Übergangsregierung in Somalia steht im Blickpunkt einer bevorstehenden Afrika-Reise von US-Außenministerin Hillary Clinton. Die amerikanische Chefdiplomatin wird in sieben Staaten erwartet. Den Anfang macht Kenia. Dort trifft sie am Donnerstag auch den somalischen Interimspräsidenten Sheik Sharif Sheik Ahmed.

Clinton will der Übergangsregierung in Mogadischu nach Angaben aus US-Regierungskreisen zusätzliche Waffenlieferungen zusagen, um ihr im Überlebenskampf gegen islamisch-fundamentalistische Extremisten beizustehen. Eine erste Lieferung von 40 Tonnen Waffen soll verdoppelt werden. Die USA haben dem Vernehmen nach auch damit begonnen, die Ausbildung somalischer Soldaten im benachbarten Dschibuti zu unterstützen.

Fundamentalisten gegen Gemäßigte

In Somalia herrscht seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre 1991 Chaos. Rivalisierende Gruppen liefern sich immer wieder blutige Gefechte, und die Kontrolle der vom Westen unterstützten Regierung reicht kaum über Mogadischu hinaus. Derzeit versuchen die Fundamentalisten den gemäßigteren Islamistenführer Sheik Ahmed zu stürzen. Allein seit Mai flohen mehr als 200.000 Menschen vor der Gewalt, der immer wieder Zivilisten zum Opfer fallen. Die UNO schätzt die Zahl der Flüchtlinge in dem Krisenstaat am Horn von Afrika auf 1,3 Millionen.

Kurz bevor Hillary Clintons Ehemann Bill Clinton als Präsident Anfang 1993 ins Weiße Haus einzog, steuerte sein Amtsvorgänger George Bush noch Soldaten zur UNO-Friedensmission in Somalia bei. Die geplante Hilfe gegen Hungersnot und Bürgerkrieg sollte als Modell für künftige internationale Interventionen in afrikanischen Krisengebieten dienen. Aber nach dem Tod von fast 40 Soldaten zog sich Washington schleunigst aus dem ostafrikanischen Land zurück: Die Leichen der GIs waren vor laufenden Fernsehkameras nackt durch die Straßen von Mogadischu geschleift worden. (APA/AP)

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    US-Außenministerin Hillary Clinton will der Übergangsregierung in Mogadischu nach Angaben aus US-Regierungskreisen zusätzliche Waffenlieferungen zusagen.

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