Sechs Christen in Pakistan getötet

2. August 2009, 09:05
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Bei Ausschreitungen muslimischer Extremisten - Schulen im Swat-Tal wieder geöffnet

Islamabad - Radikale Muslime haben nach Angaben der pakistanischen Regierung bei Ausschreitungen in der östlichen Provinz Punjab sechs Angehörige der christlichen Minderheit getötet. Unter den Toten seien vier Frauen und ein Kind, sagte der für Minderheiten zuständige Minister Shahbaz Bhatti am Samstag der AP. Demnach hatten die Muslime den Christen vorgeworfen, einige Seiten einer Koran-Ausgabe entweiht zu haben. Bhatti nannte die Vorwürfe haltlos.

Die Ausschreitungen von Mitgliedern einer verbotenen muslimischen Extremistenorganisation gegen christliche Bewohner der Stadt Gojra begannen am vorigen Donnerstag und eskalierten am Samstag, wie Bhatti mitteilte. Das Fernsehen zeigte Bilder von brennenden Häusern und Straßen, auf denen Trümmerteile und verkohlte Möbel umherlagen. Medien berichteten auch von Schießereien zwischen Christen und Muslimen.

Schulen im Swat-Tal wieder offen

Im nordöstlichen Swat-Tal öffneten unterdessen nach langen blutigen Kämpfen zwischen Taliban und Regierungstruppen die Schulen wieder. Zu Beginn des neuen Schuljahres am Samstag kamen allerdings nur wenige Kinder. Viele Familien sind noch auf der Flucht. Die meisten Schulen waren nach Angaben von Lehrern seit Mai geschlossen.

Im Swat-Tal und umliegenden Gegenden wurden in den Kämpfen und bei Angriffen von Taliban fast 200 Schulen zerstört und hunderte weitere beschädigt. Fast immer waren Mädchenschulen betroffen. Die Taliban, die das Tal im Norden Pakistans bis vor kurzem kontrollierten, hatten angekündigt, die Schulbildung von Mädchen zu verbieten.

Ein umstrittenes Friedensabkommen zwischen Regierung und Taliban vom Februar scheiterte zwei Monate später, als Taliban-Kämpfer in Nachbarregionen des Swat-Tals vordrangen. Die Regierung reagierte mit einer Großoffensive. Die Kämpfe trieben rund zwei Millionen Menschen in die Flucht.

Die pakistanische Polizei meldete am Samstag die Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds einer Untergrundorganisation, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida nachgesagt werden. Der Festgenommene soll an der Enthauptung des US-Journalisten Daniel Pearl im Jahr 2002 beteiligt gewesen sein. Rao Shakir wurde den Angaben zufolge am Freitag am Stadtrand von Islamabad gefangen genommen. Er soll der verbotenen militanten sunnitischen Organisation Lashkar-e-Jhangvi angehören, der zahlreiche Terroranschläge vorgeworfen werden.(APA/AP)

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