Erst die Predigt, dann die Tore

1. August 2009, 21:37
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Meister Red Bull Salzburg zeigt in der Liga Moral. Gegen den blendend aufgelegten, aber erfolglosen LASK wurde ein 1:2 in ein 3:2 gedreht. Huub Stevens musste schimpfen. Marc Janko hat endlich wieder getroffen

Salzburg - In der Pause ist Huub Stevens laut geworden. Nach dem 3:2 gegen den LASK hatte sich Salzburgs Trainer freilich wieder beruhigt, das klang dann so: "Kompliment an die Mannschaft, dass sie sich so zurückgekämpft hat. Jetzt müssen wir frisch für Zagreb werden. Das hat oberste Priorität." Wobei Frische allein am Dienstag in der Qualifikation zur Champions League (20.15, ORF 1) nicht reichen dürfte, denn Dinamo war beim 1:1 im Hinspiel das eindeutig bessere Team.

Der LASK ist am Samstagabend zumindest nicht viel schlechter als Red Bull Salzburg gewesen. Sonst hätte Herr Stevens ja nicht schimpfen müssen. "So kann man nicht auftreten. Das habe ich den Spielern klargemacht." Die Linzer hatten kurz vor der Pause durch Thomas Prager das 1:1 und aus dem ersten Angriff nach Wiederanpfiff gar das 2:1 erzielt. Es war das vierte Saisontor des kaum 38-jährigen Christian Mayrleb. Der eingewechselte Marc Janko und Alexander Zickler drehten das Ding noch.

Janko ist gegen Zagreb gesperrt, er reagierte auf sein erstes Tor unter Steven trotzig. "Die Leute, die an mir gezweifelt und mich kritisiert haben, sollen das ruhig weitermachen." Mayrleb geht übrigens davon aus, "dass Janko wieder Torschützenkönig wird".

Der LASK hat in drei Spielen schon zehn Treffer geschossen, in der abgelaufenen Saison waren es in 36 Partien nur 35. Allerdings wurde nur einmal gewonnen (4:0 zum Auftakt gegen Mattersburg), auch das prinzipiell grandiose 4:5 gegen die Wiener Austria war für die Tante. "Wir schöpfen aus diesen Niederlagen Zuversicht. Obwohl sie ein bisschen dämlich zustande gekommen sind. Aber wir haben gesehen, dass wir mit absoluten Spitzenmannschaften mithalten können", sagt der neue Trainer Matthias Hamann. Ganz wichtig: "Wir müssen halt endlich die Fehler abstellen."

Der im zentralen Mittelfeld immer stärker werdende Prager sieht den LASK auf "einem richtigen Weg". Er fühle sich an seine Zeit bei Heerenveen erinnert. "Wir spielen so wie die Klubs in den Niederlanden und zehnmal besser als vergangene Saison." (red, APA, DER STANDARD, Montag, 3. August 2009)

 

Red Bull Salzburg - LASK Linz 3:2 (1:1). Red-Bull-Arena, 13.100, SR Plautz.

Torfolge: 1:0 (40.) Tchoyi, 1:1 (45.+1) Prager, 1:2 (46.) Mayrleb, 2:2 (62.) Janko, 3:2 (72.) Zickler

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Sekagya, Dudic, Ulmer - Augustinussen - Tchoyi, Vladavic (49. Janko), Leitgeb, Svento (54. Jezek) - Zickler (81. Aufhauser)

LASK: Cavlina - Bubenik, Margreitter, Alunderis, Chinchilla-Vega - Metz (75. Bichelhuber), Prager (71. Rasswalder), Majabvi, Saurer (87. Piermayr) - Mayrleb, Wallner

Gelbe Karten: Leitgeb, Sekagya, Janko bzw. Alunderis, Chinchilla-Vega, Piermayr, Bubenik, Bichelhuber

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    Huub Stevens sah sich beim Stand von 1:2 zur Einwechslung von Marc Janko genötigt - die offensiver orientierten Salzburger schafften den Umschwung gegen den LASK.

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