Weitere Cyber-Attacke auf australisches Film-Festival

1. August 2009, 11:57
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Vor Besuch uigurischer Menschenrechtsaktivistin

Wenige Tage vor dem Besuch einer uigurischen Menschenrechtsaktivistin in Australien hat eine von China aus gestartete Cyber-Attacke neuerlich die Ticket-Seite eines australischen Film-Festivals lahmgelegt. Auf einer chinesischen Website seien Anleitungen zum Internet-Angriff auf die Homepage des Internationalen Film-Festivals in Melbourne entdeckt worden, sagte Asha Holmes, Sprecherin der Kulturveranstaltung, am Samstag. "Es ist definitiv China." Allerdings stecke wohl nicht die Regierung in Peking dahinter, sondern eine Gruppe von chinesischen Hackern. Es war der zweite Angriff dieser Art binnen weniger Tage.

Protest

Am Freitag hatte die Pekinger Führung den australischen Botschafter vorgeladen, um gegen den geplanten Besuch der in den USA lebenden Aktivistin Rebiya Kadeer zu protestieren. Auf dem Festival soll der Dokumentarfilm "The 10 Conditions of Love" gezeigt werden. Dieser zeigt, welche Folgen der Einsatz für mehr Autonomie für die rund zehn Millionen Uiguren in China hat. Drei Filme aus China wurden deswegen bereits aus dem Programm zurückgezogen.

Bei Unruhen in der Uiguren-Provinz Xinjiang kamen nach offiziellen Angaben Anfang Juli knapp 200 Menschen ums Leben. Mehr als 1.600 weitere wurden verletzt. China hat Kadeer beschuldigt, für die Krawalle mitverantwortlich zu sein. (APA)

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