Mirna Jukic so schnell wie noch nie, dennoch out

1. August 2009, 17:05
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Über 50 m um 17/100 vom Aufstieg weg - Rogan nur Sprint-33. - Nadarajah, Dokter, Janistyn, Brandl über Topzeiten

Rom - Am Tag nach ihrem Bronzemedaillen-Gewinn über 200 m Brust hat Mirna Jukic bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom einen österreichischen Sprint-Rekord nachgelegt. Ihre 31,32 Sekunden über 50 m waren um 3/100 schneller als sie es am Dienstag im WM-Finale über 100 m bei der Wende war, für den Aufstieg ins Semifinale war das aber um 17/100 zu langsam. Den übrigen am Samstag geschwommenen Österreichern ging es nicht besser.

Jukic nahm das Ausscheiden freilich nicht tragisch, freute sich über ihre Bestzeit. "Ich habe nach meiner Bronze-Medaille versucht, mich auf dieses Rennen so gut wie möglich vorzubereiten", meinte die Wienerin zu ihrem Lauf. "Aber ich habe schlecht geschlafen. Wahrscheinlich war das von der Aufregung." Vor ihrem Start hatte sie mit Tennis-Ass Jürgen Melzer telefoniert, um ihm zum Halbfinal-Einzug beim ATP-Turnier in Umag zu gratulieren.

Deutlich am Semifinale vorbei schwamm Markus Rogan. Der 27-Jährige hatte für diese Titelkämpfe das absolute Formhoch geplant, schwamm dann aber über 50 m Rücken in 25,59 Sekunden um 2/100 langsamer als bei seiner gut drei Wochen zuvor bei der Universiade in Belgrad fixierten nationalen Topmarke. Die Universiade hätte bloß das Zwischenhoch sein sollen, aber auch über 100 m Rücken war Rogan in Serbien schneller als nun in Rom.

"Ich habe mich ganz gut gefühlt und gedacht, dass es ein bisschen schneller geht", wunderte sich der Wiener über seine Zeit. "Da muss ich überlegen, warum das nicht so war. Es ist aber ein Wahnsinn, wenn man 25,0 für das Semifinale braucht. Ich weiß nicht, ob ich das draufgehabt hätte. Aber klar war das Semifinale mein Ziel." 58/100 hätte Rogan für den Aufstieg besser sein müssen. Über 100 m Rücken war er WM-11., über 200 m Rücken -27. geworden.

Erwin Dokter absolvierte im Rücken-Sprint seinen einzigen WM-Einsatz. In 26,68 Sekunden kam der Kärntner auf Platz 52, war 41/100 von seiner Bestzeit entfernt. Allerdings hatte sich der 26-Jährige zur Wochenmitte im Fuß ein Band angerissen und eines gezerrt. Das hat er nun vor allem am Start gespürt. "Ich habe geglaubt, mein Fuß bleibt an der Wand. Die Zeit ist nicht das, was ich wollte. Die letzten Tage konnte ich aber keinen Beinschlag trainieren."

Fabienne Nadarajah absolvierte ihr letztes Rennen bei diesen Titelkämpfen über 50 m Kraul. Mit 25,97 Sekunden war die 24-Jährige recht zufrieden, auch wenn es nur zu Rang 42. reichte. "'Auf den letzten paar Metern war mein Zug ein bisschen kurz", sagte die Wienerin, am Vortag im Delfin-Sprint überraschend nur 22. "Aber das war für mich ein Hopp- oder Drop-Rennen, ich habe ja auf Kraul nichts trainiert. Dafür ist eine Zeit unter 26 ganz okay."

Über 1.500 m Kraul schieden beide OSV-Teilnehmer wie erwartet aus, es ging direkt ins Finale der Top Acht. Völlig außer Form ist Florian Janistyn, in 15:57,96 Minuten blieb der Niederösterreicher nicht weniger als 45,5 Sekunden über seiner OSV-Bestmarke. "Ich weiß nicht, was los ist", sagte der 21-Jährige als 29. Schon seine 800 m waren wenig berauschend gewesen. "Ich hatte im Juni eine Rachen-Entzündung, aber das kann nicht schuld sein."

Im Vergleich mit Janistyn noch gut hielt sich David Brandl. In 15:31,46 verlor der Oberösterreicher freilich doch 12,61 Sekunden auf seine Bestzeit. "Ich wollte den österreichischen Rekord (Anm.: 15:12,46) angreifen, bin dann aber eingebrochen. Ich habe alles gegeben, was da war", erläuterte Brandl, er wurde 21. "Der Anzug (Anm.: Arena) hat ziemlich eingeschnitten, bei den Staatsmeisterschaften probiere ich ihn vielleicht eine Nummer größer."

In der Vorlauf-Session gab es zwar keinen weiteren Weltrekord, aber beinahe. Die Russin Julia Jefimowa verbesserte im Brust-Sprint in 30,24 Sekunden den gut drei Monate alten Europarekord ihrer Landsfrau Walentina Artemjewa um 8/100. Damit blieb sie um nur 1/100 über der erst rund drei Wochen alten Weltbestleistung der Kanadierin Amanda Reason. (APA)

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