Antisemitische Angriffe gegen Esperanto-Kongress in Polen

31. Juli 2009, 14:33

150. Geburtstag des Esperanto-Erfinders Zamenhof in Bialystok begangen

Warschau - Im ostpolnischen Bialystok ist es während des am Samstag zu Ende gehenden 94. Esperanto-Weltkongresses zu mehreren Übergriffen mit offenbar antisemitischem Hintergrund gekommen. Am Mittwochabend warfen unbekannte Täter einen Molotowcocktail auf das Gebäude des Tagungszentrums. Noch vor Beginn des Kongresses zündeten ebenfalls Unbekannte das große Konferenzzelt an und vernichteten rund 30 Quadratmeter Zeltplane. Auf dem Kongressgelände tauchten Jugendliche mit schwarzen T-Shirts auf, die einen durchgestrichenen Davidstern zeigten.

Nach Auskunft der Veranstalter seien die Teilnehmer des Kongresses dennoch sehr zufrieden über die Aufnahme in Bialystok. "Es sind viele Menschen gekommen, die von unserer Gastfreundschaft, der tollen Atmosphäre und den vielen Veranstaltungen überrascht waren", sagte der Leiter des Organisationskomitees, Aleksander Sosna, der Zeitung "Gazeta Wyborcza". Auch viele Bürger von Bialystok begrüßten sich in diesen Tagen auf Esperanto mit "Bonan tagon" (Guten Tag), so Sosna.

Der Kongress fand heuer in der Heimatstadt des Esperanto-Erfinders Ludwig Zamenhof statt, weil Zamenhof am kommenden 15. Dezember 150 Jahre alt geworden wäre. Rund 2.000 Anhänger der Kunstsprache reisten nach Bialystok zu dem siebentägigen Kongress, der in den Gebäuden der örtlichen technischen Hochschule stattfand. Der Kongress bestand vor allem aus zahlreichen Aufführungen in Esperanto, darunter einer Darbietung der "Ode an die Freude" auf dem Marktplatz von Bialystok. (APA)

Helmut Klünder
00
13.8.2009, 20:33

Es ist traurig, dass von solchen Vorkommnissen zu berichten ist.
Ich habe am Kongress teilgenommen und erst nach Ende des Kongresses davon gehört, dem allergrößten Teil der Kongressteilnehmer sind die Vorkommnisse entgangen. Man hat sich höchstens wundern können, dass im und am Tagungsgebäude regelmäßig Polizisten zu sehen waren.
Der Emfang des Kongresses durch die Stadt war außergewöhnlich freundlich und die politischen Instanzen haben dankenswerterweise in vielfältiger Weise die Organisation des Kongresses unterstützt. Bei den für jedermann zugänglichen kulturellen Programmen waren viele Bürger aus Bialystok dabei, auch ein positives Zeichen der Akzeptanz der Veranstaltung.

Austro-Spanier0
41
31.7.2009, 19:27
Antisemitische Angriffe in Polen

Überrascht das wirklich jemanden?

Ava Tar
00
Was hötte der Austro-Spanier gepostet,

wenn es in Holland, Frankreich, Österreich gewesen wäre ?

Smaga
12
maximilian kolbe meets bartoszewski

Überrascht Sie so etwas gar in Deutschland oder in Österreich oder vielleicht in Frankreich?
wo sollte da der Unterschied sein? Das Krebsgeschwür des Antisemitismus gibt es weiterhin überall in Europa und kommt auch in unserem Land unterschwellig vor. Dagegen anzukämpfen ist unsere permanente moralische Verpflichtung. Wieso soll gerade Polen emblematisch für Antisemitismus herhalten? Ist es etwa wegen der Religion und wieso überrascht das keinen? Ebensee oder die Schmieraktionen in Mauthausen schon vergessen ?

Austro-Spanier0
20
Wieso soll gerade Polen emblematisch für Antisemitismus herhalten?

Sie haben vollkommen recht, Ungarn, Ukraine, Österreich, Deutschland, Frankreich..........
Die Liste ist unendlich lang, nur waren,falls es ihnen entgangen sein sollte, 3 der 6 Millionen ermordeten Juden Polen und als es zum Warschauer Getthoaufstand kam, rührten ihre Landsleute im polnischen Wiederstand keinen Finger und besassen sogar den heldenhaften Mut, Waffen (Revolver) an den jüdischen Widerstand zu verkaufen. Sie sind vielleicht eine Ausnahme, deshalb auch meine Bemerkung, dass antisemitische Ausschreitungen in Polen niemanden überraschen sollten.

Smaga
01
Todesstrafe für Polen für Hilfe gegenüber Juden

Das Strafmaß für Polen im vom Deutschland besetzten Generalgouvernement für Hilfeleistung gegenüber Juden war die Todesstrafe.

Trotzdem haben einige Kopf und Kragen riskiert.
Was glauben Sie von wem die Allierten Nachrichten über die Gräuel der Nazis im okkupierten Polen bekamen? Diese Kuriere wurden vom polnischen Widerstand nach London entsandt. Jan Karski, einer von ihnen der später Politologieprofessor an der Georgetown ua. von Madeleine Albright war überbrachte die Nachricht Roosevelt und Churchill doch die konnten es nicht glauben.

Am 1. Aug 1944 kam es zum Warschauer Aufstand der größten Erhebung gegen die NS Okkupation im 2. WK. Während man in Paris die Befreiung feierte wurde Warschau 200.000 Tote, dem Erdboden gleichgemacht

Mariusz
01
Stimmt nicht

die einzigen Waffen, die jüdischen Widerstandskämpfer besaßen, bekamen sie von polnischen Widerstand.
Nachzulesen bei z.B. bei Edelman und Bartoszewski

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