Rauf, aber der Kuh nach!

    31. Juli 2009, 16:52
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    Der Altenberger Steig, einst für den Viehauftrieb benutzt, ist einer der wenigen stillen Wege auf die gut besuchte Rax

    Selbst an schönen Wochenenden, wenn auf dem Preiner Gscheid die Parkplätze überquellen und im Großen Höllental an manchen Steigen Platzkarten ausgegeben werden müssten, bleibt die Rax ums Altenberger Tal einsam. Nur wenige Wanderer wählen dort ihren Weg zur Heukuppe, der höchsten Erhebung des Berges. Dabei zählen die Altenberger Mäuer zu den reizvollsten Regionen des mächtigen Kalkstocks. Am ehesten noch wird der Altenberger Steig frequentiert, der einen herrlichen Blick zur Schneealpe garantiert. Über den Steig wurde früher das Rindvieh auf die hinteren Raxalmen getrieben, woran noch Abschirmungen und Zäune erinnern. Damals hatte man hier die scherzhaft gemeinte Aufforderung "Auf und der Kuh nach!" wörtlich zu nehmen.

    Sicher, der Altenberger Steig ist steil, besondere Schwierigkeiten weist er aber nicht auf. Erst wenn die Hochfläche beim Kleinen Gamseck erreicht ist, kündigt sich der Trubel an, der rund ums Karl-Ludwig-Haus und auf dem Gipfel beachtliche Ausmaße annimmt. Zu sehen sind vom höchsten Punkt unter anderem Großer Priel, Hallermauern, Gesäuseberge, ein Teil der Niederen Tauern und der Karawanken, Schöckl, Hochwechsel und Schneeberg. Erstaunlicherweise erwähnen nur wenige Autoren, dass sich bei guten Verhältnissen auch der Dachstein zeigt.

    Die Rax ist ein wunderschöner, jedoch gefährlicher Berg. Auf der Hochfläche können im Sommer Sturm und Nebel schwierige Situationen heraufbeschwören; Temperaturen um den Gefrierpunkt sind in der Gipfelzone auch dann möglich, wenn im Tal brütende Hitze herrscht. Eine Runde mit Abstieg über den Wetterkogelsteig verlangt Trittsicherheit.

    Die Route: Vom Alpengasthaus Moassa - erreichbar von der Straße über das Preiner Gscheid - wandert man auf der roten Markierung zur Karreralm; dann wird es steil. Der Pfad führt an den Fuß der Felsen und in zahlreichen Windungen zur Höhe. Man erreicht die Hochfläche und das Kleine Gamseck, wählt dort die rote Markierung, um zur Heukuppe zu gelangen. Gehzeit ab Moassa 2½ bis 3 h. Eine halbe Stunde dauert der Abstieg zum Karl-Ludwig-Haus.
    Nun flach zum Wetterkogel neben dem Raxkircherl und über den unmarkierten Wetterkogelsteig hinab zur grünen Markierung. Später wechselt man auf Blau, dann Gelb und später Rot, um in einer langen Querung - vorbei am Mitterbachstall - den Ausgangspunkt zu erreichen. Ab Karl-Ludwig-Haus 2 h. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/1./2.8.2009)

     

    Gesamtgehzeit 4½ bis 5 Stunden, Höhendifferenz 900 m. Karl-Ludwig-Haus durchgehend offen, Gasthaus Moassa (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax).

    • Was wären die Almen ohne die Rindviecher? Kuhfladenfrei! Aber auch so manchen Steig würde es ohne die Kuh nicht geben.
      foto: ham/derstandard.at

      Was wären die Almen ohne die Rindviecher? Kuhfladenfrei! Aber auch so manchen Steig würde es ohne die Kuh nicht geben.

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