Sommerfrische in der Vorstadt

1. August 2009, 17:00

Ordentliche Schnitzel in der Gastwirtschaft zum blauen Esel

Nach einem drückend heißen Sommertag wird die Stadt so richtig schön. Man muss nur wissen, wo. Dann öffnen sich an den unmöglichsten Orten, im tosenden Verkehr plötzlich Taschen der Beschaulichkeit - und schon sitzt man inmitten eines Altwiener Idylls. Der Gastgarten des Blauen Esels ist so ein Ort. Das alte Kutscherwirtshaus mit der schön erhaltenen Gaststube liegt dem Anschein nach am Autobahnzubringer namens Hadikgasse - dass sich dahinter ein Prachtstück von einem Wirtshausgarten befindet, wissen nur Eingeweihte. Alte Kastanienbäume, knirschender Kies, ein effizienter Kellner im Anrollen: Herz, was willst du mehr?

Ein mehr als nur ordentliches Schnitzel zum Beispiel. Jenes des Esel-Küchenchefs René Pawlecka ist in jeder Hinsicht Butter: so butterzart, das es sich mit dem Löffel teilen lässt; so fein souffliert, dass sich das helle Gold der Panier in anmutigem Faltenwurf über das Kalbfleisch legt; so pur in der Butterschmalzpfanne gebacken, dass der subtil milchige Geschmack des Fleisches in luftige Butterknusprigkeit gehüllt wird. Dazu passen gebutterte Petersilerdäpfel - Erdäpfelsalat würde sich diesem kuchigen Genuss mit viel zu vulgärer Säure aufdrängen. Auch sonst ist alles da: Fische von Gut Dornau, feine Schmorgerichte, eine auch preislich ganz wunderbare Weinkarte. (corti/Der Standard, Printausgabe 01.08.2009)

Gastwirtschaft zum blauen Esel
Hadikgasse 40, 1140 Wien
Mo-Sa 18-23 Uhr
Tel.: 01/895 21 27
www.blauer-esel.at

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Schweinswiener mit Sardellenringerln.
Putenwiener mit Preiselbeerkompott.

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