Geschlechtskrankheiten

Schnelltest für Chlamydien entwickelt

31. Juli 2009, 11:26

Urin-Test kann Chlamydien-Infektionen innerhalb einer Stunde nachweisen - Infektionen vor allem bei jungen Menschen weit verbreitet

Cambridge - Ein von der University of Cambridge mitentwickelter Urin-Test kann Chlamydien-Infektionen bei Männern innerhalb einer Stunde nachweisen. Damit wird erstmals auch eine sofortige Behandlung der weit verbreiteten Geschlechtskrankheit möglich. Chlamydien gelten als die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Mediziner sind über die hohen Ansteckungszahlen vor allem bei 14- bis 16-Jährigen besorgt, heißt es bei BBC Online. Chlamydieninfektionen erfolgen großteils durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, ein wirksamer Schutz vor Ansteckung ist daher die Verwendung von Kondomen. Eine Infektion zieht häufig keine Symptome nach sich, wird sie jedoch nicht behandelt, kann es zu einer schweren Schädigung der Fruchtbarkeit kommen. Durch eine rasche Diagnose könnte außerdem eine unwissentliche Infektion anderer verhindert werden.

Vor allem junge Menschen betroffen

2008 entfielen allein in Großbritannien zwei Drittel aller in Kliniken diagnostizierten Infektionen auf junge Menschen. In England sind 68 von 1.000 jungen Männern und 84 von 1.000 jungen Frauen infiziert. Seit Mitte der 90er Jahre ist die Anzahl der Infektionen jährlich um rund 7.500 auf mittlerweile mehr als 123.000 angestiegen. Ist die Krankheit erst einmal diagnostiziert, kann sie mit Antibiotika einfach behandelt werden. Tests für Männer waren bisher relativ ungenau und erforderten die Entnahme von Proben aus der Harnröhre.

Ergebnisse innerhalb einer Stunde

Laut Helen Lee, die den neuen Test mitentwickelt hat, haben Horrorgeschichten über die Schmerzen bei der Entnahme der Proben Männer davon abgehalten, diese durchführen zu lassen. Andere Test seien sehr teuer, technisch aufwändig und ein Ergebnis liege erst nach Tagen vor. Aus diesem Grund sei die Krankheit unwissentlich häufig von Männern auf ihre Partnerinnen übertragen worden. Bei dem neuen Test mit der Bezeichnung "FirstBurst" können sechs Mal so viele Bakterien gesammelt werden wie bei einer normalen Urin-Probe. Die erhöhte Empfindlichkeit des Tests ermöglicht Ergebnisse innerhalb einer Stunde. Eine im British Medical Journal veröffentlichte Bewertung des Tests ergab, dass der neue Test deutlich genauer war als vergleichbare bereits auf dem Markt befindliche. Proben von mehr als 1.200 Männern ergaben eine Diagnosegenauigkeit von 84,1 Prozent. (pte/red)

Fritz Unrat
 
00
UNNÖTIGER Test!

Der Nachweis über Molekularbiologie ist längst Routine, dessen Spezifität liegt bei nahezu 100%.

Der Ausdruck Diagnosegenauigkeit stammt jedenfalls nicht aus dem medizinischen Bereich, dort wird entweder von Diagnostischer Spezifität oder Diagnostischer Sensitivität gesprochen.

Der Abstrich ist durchaus nicht schmerzhaft, hier sollte Aufklärung betrieben werden und nicht versucht werden einem neuen, schlechteren (!), Test einen Markt zu bereiten.

Es wundert mich, dass sich das BMJ für so etwas hergibt.

melisma
01
2 dinge

1. der harnröhrenabstrich ist nicht nur für männer unangenehm/schmerzhaft

2. warum kann man den schnelltest nicht auch bei frauen anwenden (oder einen entwickeln)?

gucky
00
31.7.2009, 13:46
kann jemand Auskunft geben, wie verbreitet Chlamydia und Gonorrhöe (Tripper) in Österreich ist?

Mucosaprolaps
00
31.7.2009, 15:41

ÖAZ schreib 2008: "deutlich im Zunehmen"

http://www.oeaz.at/zeitung/3... sance.html

Uni Wien schreibt:

Die Inzidenz der durch den Keim Neisseria gonorrhoeae ausgelösten Erkrankung ist abhängig vom sozialen Status. Andere demographische Faktoren sind wechselnde Sexualkontakte, Homosexualität, Gonorrhoe in der Anamnese, u.a. Aufgrund des geänderten Sexualverhaltens im Rahmen der HIV-Aufklärung nahm die Inzidenz deutlich ab.

http://www.univie.ac.at/esidog/HT... orrhoe.htm

Inzwischen ist barebacking (Sex ohne Kondom) wieder häufiger geworden, dementsprechend steigen wohl auch die anderen Ansteckungen.

gucky
00
31.7.2009, 16:49
Danke!

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