Luftschutzpickerllösung

2. August 2009, 16:42
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Aufgrund seiner Kessellage leidet Graz am stärksten von allen österreichischen Großstädten unter Abgasen, ganz besonders unter jenen der Autos

Deshalb scheint es naheliegend, auch hier dem Beispiel einiger europäischer Städte zu folgen und Fahrverbote für ältere Autos mit hohem Schadstoffausstoß auszusprechen. Allerdings sollte dies auch tatsächlich zu einer Verbesserung der Luftqualität führen, immerhin ist die steirische Landeshauptstadt eine Stadt der Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind, ob schuldig oder unschuldig.

Zu diesem Anlass betont der ARBÖ, dass das Aussperren alter Autos in deutschen Städten nur sehr wenig zur Verbesserung der Luftqualität beigetragen habe. Ähnliches in Mailand: Auch dort hätten Fahrverbote für Stinker nicht viel gebracht. Und das hat auch Gründe, wie der ARBÖ ebenfalls betont: Es gibt viele Ausnahmen für Busse und Lieferfahrzeuge. Dem sei noch hinzugefügt, dass in Mailand riesige Mengen an stinkenden (Zweitakt-)Zweirädern die Luft belasten. Für Zweiräder gilt nämlich nach wie vor, dass sie gegenüber Pkws ein Vielfaches an schädlichen Abgasen ausstoßen dürfen.

Das deutet darauf hin, dass zur effizienten Verbesserung der Luftqualität mehr als bloß ein weiteres Pickerl auf der Windschutzscheibe notwendig ist, auf dass die Menschen gar nicht auf die Idee kommen, mit ihren Autos (und Benzinmopeds) in Innenstädten herumzuwursteln, egal ob alt oder neu. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/31.7.2009)

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    Wer Graz kennt, kennt auch das Problem der Luftverschmutzung in der Stadt.

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