Spenden-Absetzbarkeit

Spenden an 271 "mildtätige" Organisationen absetzbar

31. Juli 2009, 07:36

Amnesty International nicht dabei: Finanzministerium sieht zwar Betreuung von Folteropfern als "mildtätig" an, nicht aber die sonstige humanitäre Arbeit - Auch Umwelt-Organisationen nicht auf Liste

Nachdem das Finanzministerium heute erstmals die vollständige Liste aller begünstigten Spendenempfänger auf seiner Homepage veröffentlicht hat, äußern Umwelt-, Tierschutz-, und Menschenrechtsorganisationen ihren Unmut. Spenden an die in der Liste genannten Einrichtungen können rückwirkend ab 1. Jänner 2009 von der Steuer abgesetzt werden. Spenden an später hinzukommende Einrichtungen sind erst ab der Aufnahme in die Liste begünstigt Insgesamt sollen 271 "mildtätige" Organisationen von den Steuer- Begünstigung profitieren.

Nicht genehmigt wurden unter anderem der Antrag von Amnesty International, Umwelt- und Tierschutzorganisationen wurden in der Regelung der Spendenabsetzbarkeit berücksichtigt. Die neuen Regeln, auf die sich die Bundesregierung geeinigt hatte, sehen vor, dass Privatpersonen Spenden bis zu 10 Prozent der Jahreseinkünfte bei der Arbeitnehmerveranlagung oder dem Einkommensteuerausgleich geltend machen können. Firmen können Geld- und Sachspenden bis zur Höhe von zehn Prozent des Jahresgewinns absetzen. Auf Verlangen des Finanzamtes müssen die Spenden nachgewiesen werden.

Amnesty International nicht dabei

Amnesty International wurde nicht berücksichtigt, obwohl es ursprünglich geheißen hatte, Spenden an die Menschenrechtsorganisation würden sehr wohl absetzbar sein. Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) begründet das damit, dass die zuständige Fachabteilung des Finanzministeriums zwar die Betreuung von Folteropfern als "mildtätig" ansieht, nicht aber die sonstige humanitäre Arbeit von Amnesty.

Amnesty-Generalsekretär Heinz Patzelt hat daraufhin im Ö1-"Morgenjournal" angekündigt, Berufung gegen den ablehnenden Bescheid des Finanzministeriums einzulegen: "Das Gesetz scheint so eng gefasst zu sein, dass Menschenrechtsarbeit in ihrer Gesamtheit derzeit nicht erfasst ist. Wir sind in vernünftigen Gesprächen mit dem Finanzministerium einerseits, andererseits haben wir natürlich Berufung erhoben und wir hoffen, dass es nicht schlussendlich vor dem Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof entschieden werden kann."

Umwelt- und Tierschutzorganisationen nicht berücksichtigt

Kritik an der Spendenabsetzbarkeit kam im Vorfeld von Umwelt- und Tierschutzorganisationen, weil diese bei der Regelung der Spendenabsetzbarkeit nicht berücksichtigt wurden. Ihnen sagt Lopatka eine Evaluierung des Modells im Jahr 2011 zu. Theoretisch könnte die Spenden-Absetzbarkeit dann rückwirkend mit 1. Jänner 2011 erweitert werden. Die Steuerzahler dürfte die Absetzbarkeit nach Schätzungen des Finanzministeriums schon jetzt 100 Mio. Euro jährlich kosten. Die Evaluierung der Jahre 2009 und 2010 werde dann zeigen, "wie sich das bewährt - ob die einzelnen Trägerorganisationen in einer Krisenzeit ein Plus oder zumindest kein Minus bei den Spenden haben", sagt Lopatka. Für mildtätige und Entwicklungshilfeorganisationen sind neue Anträge zur Aufnahme in die Liste der begünstigten Organisationen aber schon vorher laufend möglich. Lopatka rechnet damit, dass in einem Jahr rund 300 NGOs auf der Liste stehen.

Spendeninstitut gegen Ausschluss von Umwelt-, Tierschutz- und Menschenrechts-Organisationen

Der Präsident des ÖVP-nahen Hilfswerks, der EU-Abgeordnete Othmar Karas, spricht angesichts der am Freitag veröffentlichten Liste der steuerbegünstigten Spendenorganisationen von einem "Freudentag". Vom Österreichischen Institut für Spendenwesen (ÖIS) kommt allerdings bereits die Forderung nach einer deutlichen Ausdehnung der Steuerbegünstigung, die derzeit nur auf "mildtätige" Organisationen und Entwicklungshilfe beschränkt ist.

ÖIS-Geschäftsführer Gerhard Bittner stößt sich insbesondere an der Definition der "Mildtätigkeit". Der Begriff stamme aus dem 19. Jahrhundert, wo es vor allem um die sozialen Probleme der Arbeiterschaft ging, und sei daher heute "antiquiert", kritisiert Bittner. Er fordert insbesondere die Einbeziehung der Umwelt-, Tierschutz- und Menschenrechtsorganisationen. Außerdem plädiert er für eine einfachere Handhabung der Spendenabsetzbarkeit und stößt sich insbesondere an der ab 2011 vorgesehenen Abwicklung mittels Sozialversicherungsnummer.

Zusätzliche Spenden erwartet

Die steuerliche Spendenabsetzbarkeit dürfte Nonprofit-Organisationen voraussichtlich 30 bis 40 Millionen Euro jährlich an zusätzlichen Spenden bringen. Das ergab ein Zwischenbericht der Spendenstudie 2008 des Instituts für interdisziplinäre Nonprofit Forschung der Wirtschaftsuniversität Wien und des Österreichischen Instituts für Spendenwesen (ÖIS). Unter den begünstigten Organisationen sind etwa soziale Groß-NGOs wie Caritas oder Diakonie, Krankenhäuser, Krankenpflegevereine oder die SOS-Kinderdörfer. Außerdem finden sich noch Organisationen, die weit weniger bekannt sein dürften: Etwa der "Zweigverein zur Förderung der Katholischen Männerbewegung Salzburg".

Die Caritas, eine der drei größten Spendenorganisationen Österreichs, erwartet durch die Absetzbarkeit von Zuwendungen einen "wichtigen Rückenwind für unsere Arbeit"."Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist dieser Spendenanreiz besonders wichtig", lobte der Caritas-Präsident in einer Aussendung am Freitag. Zwar gebe es eine "erhöhte Solidarität und Bereitschaft zum Teilen", gleichzeitig könnten aber wegen der Wirtschaftskrise eine Reihe von Menschen weniger spenden. (red/APA)

Link: Auf spendenrechner.at stellt die Organisation missio (Päpstliche Missionswerke in Österreich) einen Spendenrechner zur Verfügung. Wer will, kann ab sofort kostenlos seine Steuerersparnis erechnen.

Wissen:

Trotz Krise kein Spenden-Einbruch

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Posting 1 bis 25 von 302
1 2 3 4 5 6 7
Eine Kreatur
00
23.9.2009, 21:19
unglaublich ..

die schnitzelrepublik wie sie leibt und lebt .. irgendwo im vorigen jahrtausend ..

"wie sich das bewährt - ob die einzelnen Trägerorganisationen in einer Krisenzeit ein Plus oder zumindest kein Minus bei den Spenden haben" das soll ein entscheidungskriterium darstellen? hier wird falsch kategorisiert und gewertet und da ist es egal ob es für die opfer finanzielle einbußen gibt oder nicht ..
unvorstellbar in der privatwirtschaft - wir ändern was so wie es uns passt und in ein paar jahren werden wir sehen ob die benachteiligten und kritisierenden finanzielle einbussen haben .. unglaublich ..

und die spö hat wieder nichts eingebracht - 0 geistige aktivität ..

Paola Pistocchi
00
31.8.2009, 11:43
Meine Spendenlust (zumindest was Caritas & Co. betrifft) hält sich ohnehin in engen Grenzen.

Denn wenn man der Caritas was spendet, vergessen die regelmäßig "Danke" zu sagen, sondern schreien nur nach mehr.
Das einzige was man von der Caritas bekommt, ist ständig ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Ich brauche vor allem auch keine christl. Organisation, die ständig versucht mit linken Kampfparolen Politik zu machen.

Gerhard Schwarz
 
03

Bei der Diskussion geht der Aspekt verloren, daß überhaupt das Spenden(un9wesen gefördert wird. In Wirklichkeit ist das das Begleitprogramm zum Sozialabbau - die gesellschaftliche Verantwortung für soziale Belange wird immer mehr an Hilfsorganisationen ausgegliedert, statt sie öffentlich zu finanzieren. So wird der Sozialstaat zum Almosenstaat. Aus diesem Grund bin ich überhaupt gegen Steuerbegünstigungen für Spenden.

Eine Kreatur
00
23.9.2009, 21:20
und was haben sie gegen steuerbegünstigung

bei ALLEN spenden? wäre doch eine einfache lösung ..

und wenn sie glauben, jemals ihre "sozialstaat" zurückzubekommen - die weichen sind gelegt und die spö ist unfähig die letzten reste zu verteidigen ..

Elisabeth1201
00
Spenden

Die Nichtabsetzbarkeit von Spenden verfolgt natürlich einen bestimmten Zweck à la wir fördern doch nicht die, die uns Neofeudalisten kritisieren oder auf Fehler aufmerksam machen ..........
Anders rum, alle Orgas, die NICHT dabei sind, sind wohl die einzigen "anständigen", die nicht im Politik/Wirtschafts/Agrarsumpf verbandelt sind. Also eigentlich ein Adelsprädikat - nur dort spenden, ist meine Schlussfolgerung!

vinzok
00
Belege?

Weiß jemand wie das dem FA belegt werden muss? ich hab seit langem einfach einen Dauerauftrag aufs Spendenkonto eingerichtet. Reicht der Bankauszug?

asdf 1234
00
ja!

sonic
23

Amnesty muss auf die Liste, ebenso wie Umwelt- und Tierschutzvereine und Kulturinitiativen.

Liam.com
20
Sie erklären sicher auch WARUM Umwelt-und Tierschutzvereine auf diese Liste gehören..oder?

By the way... A.I. steht zusammen mit Greenpeace und Human Rights Watch die höchsten Gehälter in der Branche zu bezahlen, wenn dort ein wenig gespart wird evaluiert sich dies sicher auch mit den ausfallenden Spenden.
Von der Verzichtbarkeit der NGO´s mal ganz zu schweigen.

Eine Kreatur
00
23.9.2009, 21:22
soso ..

die erhaltung der umwelt, natur - quasi der flora und fauna ist also kein dienst an der gesellschaft?

ich werde sie in 20 jahren noch einmal fragen ob sie genauso denken ..

Liam.com
00
24.9.2009, 07:46
Wann immer sie wollen, NGO´s sind Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für gescheiterte Politikstudenten...

verzichtbar und in keinster Weise in die Tagespolitik/Klimapolitik eingereifend.Das Kyoto-Protokoll, deren Umsetzung ..alles nicht wirklich Verdienste von NGO´s.

Der Konterspieler
 
22
31.7.2009, 21:50
Hauptsache Bundeskanzler! Gell!

Unter Vranz war auch die S vor der V und die S hatte BK, FiMi, InnenMi. Die V hatte VerteidMi.
JusMi war independent: Foregger.

Unter Feigmann ist die S auch vor der V.
Die S hat BK plus VerteidMi.
FiMi und Innenmi sind schwarz und JusMi ist eigentlich auch schwarz. Der Eu-Kommi ist auch ein Schwarzer und wird wahrscheinlich wieder ein schwarzer


Die SPÖ hat sich selbst kastriert, hat keine Eier mehr. Macht sich lächerlich.
Die Gusenbauerisierung geht und Feigmann munter weiter.
Die S bräucht nur sagen das sie mit der F auch koalieren würde und der Spuk wär vorbei.

Die S braucht eine neue frische Spitze , die Klartext redet und mit Härte gegen die Pseudochristlich-soziale Klientel Partei vorgeht.





linkslinker gutmensch
06
31.7.2009, 21:07

sprich alle die aufgaben des staates übernehmen sind mildtätig. alle die (mehr oder weniger) wichtige aufgaben der zivilgesellschaft übernehmen nicht.

Ava Tar
04
31.7.2009, 19:49
Was ist mit der Kaiser Karl Gebetsliga ?

Heilen die nicht Hühneraugen => mildtätige Krankenpflege ?

baroli
02
31.7.2009, 23:04

...sind die nicht eh dabei ? tät mich nicht wundern...
es waren übrigens krampfadern, kann mich noch erinnern, weil wir uns alle drüber lustig gemacht haben...

aereo
08
31.7.2009, 18:42

Bei den Begriffen Tier- oder Pflanzenschutz zucken unsere Bauernbündler heute noch vor Schreck zusammen wenn sie nicht gerade für ein Öko-Musterland-Plakat posieren.
Aber man muß der VP lassen daß sich ihre Klientel immer gut aufgehoben fühlen kann, als SP-Wähler ist man entweder Mitnascher am System oder gottverlassener Idealist.

luchmhor
00
31.7.2009, 18:50

Die SPÖ als Tier- und Umweltschutzpartei? Daß ich nicht Lache.

FalscherProphet
00
Aber die ÖVP als Tierschutz-Unterbindungs-

und Jagdfreunde-Förderpartei: In jedem Falle.

FalscherProphet
23
31.7.2009, 18:27
Frage: Was ist für die ÖVP-Gesinnungskrüppeln

eigentlich NOCH "mildtätig":

"Verein zur Unterstützung von Susanne Winter" womöglich?

vito
 
05
31.7.2009, 17:24
Aushöhlung des Sozialstaats, Knebelung von kritischen Organisationen,

also, alle Organisationen, die für "Rechte" (von "Menschenrechten", bis "Tierrechten") eintreten.

Subventioniert wird der Spender (und nicht die Bedürftigen. Denn da fehlt ja dann das Geld im Budget)
Will etwa ein Großverdiener irgendeinem dieser 271 Vereine 100,- Euro zukommen lassen, dann verzichtet er auf 50 Euro. Den Rest legt der Staat drauf.
Will ein Kleinverdiener seinem Verein 100 Euro zukommen lassen, dann muss er auf die ganzen 100 Euro verzichten.
Letztlich ist so der Regierung die Präferenz des Reichen das 5o fache der Präferenz des Armen wert.
(Und wenn man so will: Ein weiterer Schritt der Entdemokratisierung der Gesellschaft und hin zu einer Bettelgesellschaft ....)

Fred Fido
52
31.7.2009, 17:10
Warum tierschutz absetzbar sein soll

ist mir ein rätsel. Das ist nun wirklich Privatvergnügen und muss nicht vom Steuerzahler gestützt werden.
Bei Menschenschutz ist das etwas anderes. Und da darf es auch ruhig politisch sein wie AI.
(Mir fehlt die freiwillige Feuerwehr.)
Was allerdings "Zweigverein zur Förderung der Katholischen Männerbewegung Linz" so förderungswürdig macht, ist mir ein Rätsel. Menschen für Menschen ist ok. Aber das Päpstliche Missionswerke in Österreich?

FalscherProphet
12
31.7.2009, 18:32
Ist z.B. der Schutz von Tieren vor Verstümmelungen

usw. im Rahmen von Tierversuchen
leicht nicht MILDTÄTIG?

Ahso, stimmt ja: Tiere sind rechtlich gesehen quasi Gegestände. Oder "Gebrauchsartikel".

Wirft man eines, das jemand anderer "besitzt" gegen die Wand, ist es halt Sachbeschädigung.

Fred Fido
00
31.7.2009, 21:41
Sie sind wirklich ein falscher prophet

Der staat schützt tiere. Allerdings nicht absolut. Sonst dürfte man auch keine gelsen erschlagen.

FalscherProphet
00
31.7.2009, 22:26
Warum ist Ihrer Meinung nach:

"Menschen für Menschen OK"
aber Menschen für Tiere*
nicht?

*Konkretisierung: Im Speziellen leidensfähigen, vermutlich sehr ähnlich den Menschen empfindenden/leidensfähigen Tieren - z.B. Hausschwein und Schimpanse.
Sonst kommt gleich das nächste Scherzküberl mit Gelsen und Borkenkäfern daher.

Fred Fido
00
Weil wir menschen staaten bilden

und der staat verpflichtung gegenüber seiner bevölkerung hat. Damit läßt sich zur not die steuerliche absetzbarkeit für spenden zur hilfe für menschen rechtfertigen. Von mir aus auch für menschen in anderen staaten wie bei MfM. Für tiere, hausschweine, katzen, hunde, mäuse, hamster, schafe oder rinder kann ich keinerlei verpflichtung des staates sehen, ihre persönlichen vorlieben zu lasten aller zu sponsern.
Also ja, es ist höchst ehrenwert, wenn sie etwas für den tierschutz tun. Aber es ist ihre privatsache und nicht eine verpflichtung der gemeinschaft.

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