Stress verändert das Rattenhirn

30. Juli 2009, 20:00

Dauergestresste Nager werden zu Gewohnheitstieren

Braga/Washington - Viele kennen das Phänomen vermutlich aus eigener Erfahrung: Nach längeren Stressphasen ist man nicht mehr so kreativ wie sonst. Nun hat ein portugiesisches Forscherteam herausgefunden, dass es bei Ratten auch nicht anders ist. Vor allem aber zeigte sich - und das ist die eigentliche Neuigkeit -, dass Stress auch unmittelbare Auswirkungen auf bestimmte Hirnbereiche hat, wie eine portugiesische Forschergruppe um Eduardo Dias-Ferreira und Nuno Sousa in der Wissenschaftszeitschrift Science (Bd. 325, S. 621) berichtet.

Die Wissenschafter von der Universität Minho in Braga hatten 28 männliche Ratten über drei Wochen einmal täglich ohne Vorwarnung ins Wasser geworfen, ihr Revier verkleinert oder sie für zehn Minuten einem stärkeren Männchen ausgesetzt. Danach beobachteten Sie, ob die solcherart gestressten Tiere in Futterexperimenten genauso gut abschnitten wie ihre ungestörten Artgenossen.

Dem war freilich nicht so: Die gestressten Tiere lernten schlechter aus ihren Misserfolgen und drückten weitaus öfter die falschen Tasten. Der schlechteren Denkleistung entsprachen Veränderungen im Gehirn: Bei den Ratten waren Hirnbereiche zurückgebildet, die an "vernünftigen" Entscheidungen und zielgerichtetem Denken beteiligt sind. Vergrößert hatte sich hingegen die Hirnregion für "mechanisches Verhalten". (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 31.07.2009)

fatgirlstryhard
00
30.7.2009, 20:28
Ich frage mich gerade,

warum nur männliche Ratten gestestet wurden.

Nevermind.

friedrich wilhelm voigt
03
31.7.2009, 00:53

frauen müssen streß besser aushalten. eine andere erklärung gibts nicht dafür, daß die freiwillig so gern auf die mariahilfer straße in überfüllte läden shoppen gehen.

her wig
00
31.7.2009, 10:47

Könnte aber auch sein dass es für eine Frau stressig wäre, beim Einkaufen alleine zu sein... ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.