Erstürmung von Camp Asharaf

Abrechnung mit Saddams iranischen Freunden

30. Juli 2009, 17:34

Tote bei Sturm auf Lager von Volksmujahedin

Bagdad - Die irakische Regierung hat am Donnerstag eingeräumt, dass bei der Erstürmung von Camp Ashraf im Norden von Bagdad am Dienstag sechs Menschen getötet wurden. Nach Aussage der betroffenen iranischen Oppositionsgruppe Volksmujahedin (PMOI) waren es sieben. Ein irakischer Regierungssprecher sagte, die irakischen Sicherheitskräfte hätten nun wie geplant ihre Posten im Lager bezogen. Die Volksmujahedin hatten sich geweigert, die Iraker ins Lager zu lassen, worauf diese Camp Ashraf stürmten. Die Iraner berichteten von großer Brutalität, was von Bildern belegt wird.

Die irakischen Behörden begleichen alte Rechnungen: Die Volksmujahedin sind beim politischen Establishment des Irak großteils verhasst, weil sie unter dem Schutz von Diktator Saddam Hussein standen, der sie - nicht unähnlich den USA nach 2003 - gegen das Regime im Iran instrumentalisierte.

Das Lager Ashraf, in dem heute etwa 3500 Iraner leben, wurde 1986 gegründet. Auf Betreiben der USA und zum Unwillen der neuen politischen Klasse im Irak konnten die Volksmujahedin nach dem Sturz Saddams 2003 im Land bleiben. Ashraf stand unter Kontrolle der Multinationalen Truppen. Mit dem Ablauf des Uno-Mandats Ende 2008 kam es unter irakische Autorität.

Weiteres Schicksal unklar

Die PMOI sind eine islamistische, streng hierarchische Kaderorganisation mit sektenähnlichen Zügen; international treten sie unter dem Namen ihres Dachverbands „Nationaler Widerstandsrat" (NRWI) auf. Die jetzige Oppositionsbewegung im Iran hat mit ihnen nichts zu tun.

Aber auch Kreise, die keine Sympathien für die Volksmujahedin hegen, zeigen sich zunehmend besorgt, dass die irakischen Behörden bei ihrem Vorgehen nicht die minimalen menschenrechtlichen Standards einhalten. Völlig ungeklärt ist, was nun mit den 3500 Menschen - darunter Alte, Frauen und Kinder - geschehen soll. Der Irak will sie loswerden, eine Überstellung an den Iran wäre humanitär nicht vertretbar, und kein anderes Land will sie. (guha, DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2009)

Placebo
 
11
31.7.2009, 11:12
Guantanamo? Auffanglager für Leute die arabische Vasallen der USA loswerden wollen.

Bei den meisten derzeitigen Häftlingen handelt es ich um Leute, die den US-freundlichen Regimes der Region einfach zu unangenehm wurden.

Da dort die meisten einfach religiös sind und die USA nicht leiden können, kann hier wohl kaum davon ausgegangen werden, dass dies der Grund sein könnte diese Leute heraus zu filtern. Da wurden Oppositionelle bei der USA angepatzt und schon sind sie weggesperrt.

Die USA hat ihre Sündenböcke, die Vasallen sind einpaar lästige Leute los. Also ein gewaltiger stinkender Haufen, den das Bush-Regime der Welt auf den Kopf hinterlassen hat.

gedanken
00
30.7.2009, 22:11
...

sind streng organisierte Menschen gleich Islamisten, sind alle Exiliraner die die PMOI unterstützen (in der Nähe von Paris waren kürzlich 90000 Iraner versammelt) gleich Islamisten, ist es falsch für die Freiheit seines Landes zu kämpfen???
Dabei zu bleiben bleiben Khamenei, Ahmadi-Nejad und das derzeitige Regime als Islamisten zu bezeichnen, wäre aus meiner Sicht viel angebrachter als eine Organisation, über die man hier kaum etwas weiß...

Zwei Und Vierzig
01
30.7.2009, 19:28
... und kein anderes Land will sie.

Das spricht wohl für sich!

Ava Tar
01
31.7.2009, 00:01
ja, die haben bissl so ein Schicksal wie die Taliban

erst gefördert & als Kanonenfutter mißbraucht, dann fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel

in Laos gibt's auch noch solche Gruppen, dort sind es eher Volksstämme

Cyrus XII
 
10

.. als Kanonenfutter mißbraucht ...

mir kommen gleich die tränen

warum redet keiner davon wieviele kurden und shiiten diese mörder und verräter bande im irak abgeschlachtet haben?????

die gehören vor gericht gestellt, allein wegen das verbrechen das sie unter saddam an das irakische volk verübt haben

aber was soll das, die cia braucht sie ja noch immer

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