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Wird beim Waschen mit niedrigen Temperaturen nur der Schmutz entfernt oder werden auch Bakterien abgetötet?
Porentief sauber soll die Wäsche sein - und in vielen Haushalten auch porentief keimfrei. Meldungen über die Waschmaschine als Verbreiterin krankmachender Keime gerieten in den vergangenen Jahren immer wieder in den Blickpunkt. Das zunehmende Interesse am Waschprozess geht mit dem veränderten Waschverhalten der letzten Jahre einher: Kochwäsche gibt es heute selten, Schnell- und Schonprogramme bei 30 oder 40 Grad nehmen zu. Niedrige Temperaturen drosseln den Energieverbrauch, sprich die Stromkosten. Aber ist dies schlecht für die Hygiene? Wird dabei nur der Schmutz entfernt oder werden auch Bakterien abgetötet?
Extra Hygienespüler?
Nicht zuletzt die Industrie hat dieses Geschäftsfeld für sich entdeckt und bringt Produkte auf den Markt, die den "keimfreien" Ansprüchen genügen. So propagieren diverse Unternehmen und einzelne Ärzte den Einsatz von eigenen Hygienespülern, die laut Hersteller etwa Scheidenpilze in Slips bereits bei 30 Grad Celsius abtöten. Viele Experten raten aber davon ab und sehen die Spezialprodukte als übertriebene Hygienemaßnahme. Auch das deutsche Verbrauchermagazin "Öko-Test" steht dem Einsatz von Hygienespülern kritisch gegenüber, da der darin enthaltene Wirkstoff einerseits Allergien auslösen kann, andererseits nicht wirksamer sei, als herkömmliche Waschprodukte.
Nicht alle Bakterien machen krank
"Keimfreies Waschen im Haushalt ist ohnehin nicht möglich", erklärt Chemiker Christian Mokricky von „die umweltberatung". Was bedrohlich klingen mag, ist aber halb so schlimm. Welche Bedeutung das Waschen im Vergleich zu anderen Wegen der Krankheitsübertragung genau hat, ist bis heute nicht genau geklärt. Die Gefahr, sich über die Wäsche mit einer Krankheit anzustecken, sei aber extrem gering, beruhigt Mokricky und schwächt damit Meldungen über die Verbreitung krankmachender Keime via Waschmaschine deutlich ab. Bakterien sind zwar ubiquitär, also praktisch überall nachweisbar, aber nur ein geringer Teil von ihnen sind Krankheitserreger.
Vorsicht bei Wäsche von kranken Personen
Aus Studien geht hervor, dass milde, bleichmittelfreie Waschmittel bei 30 bis 40 Grad die Keimbelastung kaum reduzieren. Wird ein bleichmittelhaltiges Vollwaschmittel verwendet, kann ein Großteil der Keime bereits im 30 °C-Waschgang abgetötet werden. Bleichmittel wirken unter anderem desinfizierend - können allerdings auch empfindliche Farben angreifen. Fein- und Buntwaschmittel enthalten meistens keine Bleichmittel, bei Vollwaschmitteln werden diese erst bei höheren Temperaturen (mehr als 40 Grad) voll wirksam.
Viele Ärzte und Hygieniker sehen die Lage aber pragmatisch und empfehlen kein anderes Waschverhalten, wenn alle Haushaltsmitglieder gesund sind. Eine 40-Grad-Wäche reiche auch in diesem Fall aus. Primär erfolgt eine Infektion mit Krankheitserregern durch Übertragung von Mensch zu Mensch, die Waschmaschine als Überträgerin spielt in Privathaushalten eine untergeordnete Rolle. "Was die Hygiene betrifft, ist Waschen bei 30 oder 40 Grad kein Problem", erklärt Mokricky. Befindet sich eine kranke Person, im Haushalt - beispielsweise mit Grippe oder Fußpilz - sollten ihre Kleidungsstücke gesondert und am besten bei 60 Grad gewaschen werden.
Keim-Brutstätten eingrenzen
Brutstätten für Keime können aber dennoch eingegrenzt werden: So sollte etwa das Flusensieb regelmäßig gereinigt und die Trommel gut ausgetrocknet werden, damit das Restwasser verdunsten kann. Der Gummifalz an der Trommeltür der Waschmaschine sollte ebenfalls regelmäßig geputzt werden, da sich sonst Schimmelpilz bilden kann. Empfehlenswert ist es auch, die Waschmaschine immer gleich auszuräumen, da ein feuchtes, warmes Klima die Vermehrung von Keimen fördert. "Am hygienischsten ist ein umgehendes Ausräumen und Aufhängen der nassen Wäsche, am besten in der Sonne, da die UV-Strahlung keimreduzierend ist", so Mokricky. (Ursula Schersch, derStandard.at, 13.08.2009)
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kann ich nur als Lektüre empfehlen:
http://tumb1.biblio.tu-muenchen.de/publ/diss... 1/betz.pdf
Zusammenfassung:
Waschmittel ohne Bleichmittel sind extrem unzuverlässig.
Waschmittel mit Bleichmittel müssen bleichen können, alsodas übliche Percarbonat/TAED muss so warm werden dass der Sauerstoff frei wird.
PErcarbonat ist in Waschpulver drinnen.
Flüssigwaschmittel enthalten fast nie Bleichmittel (oder halt sehr selten) und leisten deshalb fast nix bezüglich Desinfektion.
Das betrifft vor allem flüssiges Vollwaschmittel, dort wird ohne BLeichmittel und meist nur mit Aufheller gearbeitet.
Hygienespüler enthalten als Wirkstoff meist Benzalkoniumchlorid welches die Kläranlagen überlebt.
Nachtrag da die Maximalzeichenzahl begrenzt ist.
Benzalkoniumchlorid ist ein mittelmäßiges Virizid, ein sehr gutes Bakterizid und ein spitzenmäßiges Vungizid und Algizid.
Letztere ist wichtig als Bestandteil von Poolüberwinterungsmittel.
Leider wirken sich diese Eigenschaften nach der Anwendung nicht sehr gut auf die Umwelt aus, der Wirkstoff überlebt die Kläranlagen großteils.
http://de.wikipedia.org/wiki/Benz... iumchlorid
Desinfizieren mit Bleichmittel ist viel umweltfreundlicher.
Also heiß (60° mindestens) waschen mit Bleichmittel (Vollwaschmittel Pulver) ist schon sehr zuverlässig.
Es ist einfach Unsinn, Kochwäsche (Unterwäsche, Handtücher, Leintücher...) nicht mit 80-90° zu waschen. Wie wir bereits von der Milchpasteurisation wissen, sterben die meisten Keime erst mit 72° C ab. Tausende Liter Wasser werden ganz woanders verschwendet, und die Energieeinsparungen sind auch minimal. Lieber darauf achten, dass die Trommel voll ist, wenn man schon sparen will. Und die Wäsche gut spülen, damit keine chemischen Reste (Weichmacher) von der Haut aufgenommen und umgewandelt werden können.
Klar werden die Waschmaschinen voll mit Keimen, wenn sie nicht mal auf Kochprogramm geschaltet werden.
PS: Es werden fast alle Handtücher, Slips oder helle Bettwäsche mit 80-90° fertig. Außer Seide, Satin, Spitze und tiefbunt.
in vielen ländern ist wassersparen eine alltägliche notwendigkeit, in österreich jedoch völlig unnötig. wir spülen täglich mehrere kubikmeter bestes trinkwasser ins klo und wir können uns diese verschwendung erlauben. daher muß man nicht ausgerechnet bei der wäsche wasser sparen. waschmaschinen werden aber nicht speziell für österreich hergestellt, man kann aber bei der bedienung ein wenig einfluß nehmen, eventuell gibts eine funktion mehr wasser, fast immer vorwäsche, extra spülen usw. der effekt ist bei besonderen hygieneanforderungen auch nicht zu verachten.
Bettwäsche von Stauballergikern sollte bei 75° gewaschen werden um die Milben wirksam zu vernichten und die Allergene unschädlich zu machen.
Auch bei starkem Pollenflug (und einer Allergie) sollte heißer gewaschen werden.
Abraten muss man von s.g. Hygienespülungen. Bringt wenig und kann viel schaden...
Mein Kinderarzt hat zu uns gesagt: Kinder müssen in den ersten 12 Lebensjahren drei Kg Dreck essen, um gesund zu altern.
Wenn ich mir diesen übertriebenen Sauberkeitsfimmel der heutigen Elterngeberation ansehe, dann wundere ich mich nicht, daß soviele Kinder häufig krank sind bzw. an Allergien leiden.
Wir haben als Kinder genug Dreck gegessen, fast den ganzen Tag im Wald gespielt, Steine gelutscht, Gras gekaut... Trotzdem habe ich eine Hausstauballergie und meine Schwester reagiert auf Bienenstiche allergisch. Interessant ist dass meine Oma am Bauernhof groß wurde und auch auf Hausstaub allergisch war. Dass man Kinder unhygienisch leben lassen muss halte ich für ein Gerücht.
das gesunde Mittelmaß ist eben gefragt.
Ich bekam meine Hausstauballergie erst in den versifften Bundesheerbetten. Mein Arzt meinte es gäbe eine Hygieneschwelle, ab der die Wahrscheinlichkeit steigt eine Allergie zu entwickeln. Je nach Exposition eben...
die abwehrkräfte regeln wir dann pharmazeutisch, oder wie?
jedenfalls müßte man die keimfrei gewaschene wäsche steril verpacken um sie so sauber zu halten.
das kann man sich sparen, wenn man die wäsche sofort nach dem tragen verbrennt und nur steril verpackte neue wäsche kauft.
oder besser noch - man verzichtet auf wäsche.
im sommer ist das nacktsein sowieso natürlich, und im winter kuscheln wir uns in ein bärenfell.
man könnte aber auch über die alternative chemische reinigung berichten. wie keimfrei ist das denn?
weil wir sie beschützen und ihnen ein schönes artgerechtes leben garantieren, damit wir nach ihrem natürlichen tod (auch bären leben nicht ewig!) ihr wunderschönes warmes bärenfell tragen dürfen. darauf werden sie sogar stolz sein, weil wir sie deshalb ehren und verehren und sie dadurch in mehreren generationen armen nackten ganzkörperenthaarten menschlein weiterleben und für unser überleben im kalten winter sorgen.
alternativ können sie natürlich auch ein schaffell verwenden.
wenn sie den vielen kleinen tierchen im fell das leben ncht gönnen empfiehlt sich eine regelmäßige wartung mit flohkamm, bürste, wasser, essig, alkohol, öl, - alle nach belieben mit geeignet wirksamen kräutern angereichert, sonnenlicht und durchfrieren (im winter).
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