Autobombe

Zwei Polizisten sterben bei Anschlag

30. Juli 2009 17:52

Flughafen Palma de Mallorca wieder geöffnet - Autobombe explodierte kurz vor 14 Uhr in Palmanova - ETA unter Verdacht - Zweite Bombe entschärft

Mitten in der Hochsaison hat ein Autobombenanschlag die spanische Ferieninsel Mallorca erschüttert. Zwei Polizisten starben, als der Sprengsatz am Donnerstagnachmittag vor einer Kaserne der paramilitärischen Guardia Civil im Urlaubsort Palmanova explodierte. Kurz nach der Explosion entschärften die Sicherheitskräfte einen zweiten Sprengsatz, wie ein Polizist sagte. Wie die erste Bombe sei auch diese unter einem Auto bei der Kaserne platziert worden. Es war der zweite Anschlag dieser Art in Spanien binnen zwei Tagen.

ETA unter Verdacht

Die Behörden beschuldigten die baskische Untergrundorganisation ETA und riegelten für mehrere Stunden sämtliche Flug- und Seehäfen ab. Sie kappten somit vorübergehend alle Verbindungen ins In- und Ausland, um eine Flucht der Drahtzieher zu verhindern. Die Folge waren massive Beeinträchtigungen im internationalen Reiseverkehr. Tausende Urlauber mussten stundenlange Verspätungen hinnehmen. Am Abend wurde der Flughafen wieder geöffnet. Eine Air-Berlin-Sprecherin erklärte, am Freitag würden die Flüge nach Mallorca voraussichtlich wieder planmäßig erfolgen.

Zapatero beschuldigt ETA

Spaniens Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero hat die baskische Untergrundorganisation ETA für den Bombenanschlag mit zwei Toten auf der Ferieninsel Mallorca verantwortlich gemacht. Die beiden Beamten der Guardia Civil seien von der ETA getötet worden, sagte Zapatero am Donnerstag. Er verurteile den neuerlichen Anschlag mit viel Schmerz und Wut, aber auch mit Entschlossenheit. Die Mörder der beiden Polizisten würden nicht entkommen, versicherte der Ministerpräsident. "Sie werden festgenommen, verurteilt und werden den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen."

Hochburg britischer Touristen

Berichte lokaler Medien, wonach es neben den Toten zahlreiche Verletzte bei dem Attentat gegeben haben soll, wurden offiziell zunächst nicht bestätigt. Palmanova liegt an der Westküste Mallorcas und gilt als Hochburg britischer Touristen. Nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt befindet sich der Marivent Palast, wo die spanische Königsfamilie zurzeit traditionell ihren Sommerurlaub verbringt.

Niemand bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Behörden machten jedoch umgehend die ETA verantwortlich. Der Vertreter der spanischen Regierung auf Mallorca, Ramon Socias, nannte die Gruppe einen "Haufen verrückter Mörder", die immer gefährlicher würden. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die deutsche Regierung verurteile "den feigen Anschlag auf das Schärfste". Die Täter und Hintermänner müssten gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden.

Am Mittwoch Attentat in Burgos

Erst am Vortag waren bei einem ähnlichen Attentat auf die Familienquartiere einer Guardia-Civil-Kaserne im nordspanischen Burgos 46 Menschen verletzt worden, darunter viele schlafende Kinder.

Kampf für unabhängigen Baskenstaat

Die ETA kämpft im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Baskenstaat. Dabei sind mehr als 800 Menschen getötet worden. Am Freitag steht der 50. Jahrestag ihrer heimlichen Gründung an. In der Bevölkerung verlieren die ETA-Extremisten zunehmend an Rückhalt.

Experten zufolge versucht die ETA zu beweisen, dass sie trotz der Festnahme zahlreicher Führungskader immer noch schlagkräftig ist. Im April war der Militärchef der Separatisten, Jurdan Martitegi, festgenommen worden. Im Juni und Juli wurden in einem Zeitraum von drei Wochen 18 weitere mutmaßliche Mitglieder gefasst. Die Regierung von Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte die Verhandlungen mit der ETA 2006 nach einem Anschlag auf den Flughafen von Madrid abgebrochen. Die Europäische Union stuft die ETA als terroristische Organisationen ein. (Reuters/APA)
Größere Kartenansicht Quelle: Google

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 132
1 2 3 4
Oliver Krekel
31.07.2009 08:12

Hat Spanien eigentlich seinerzeit die Unabhängigkeit des Kosovos anerkannt? Ich glaube es wird langsam Zeit, dass die Basken auch in die Unabhängigkeit entlassen werden.

Glaros
31.07.2009 17:37

Zum Vergleich mit dem Kosovo, der hier immer wieder gebracht wird, aber völlig daneben ist.

Im Kosovo hatte Milosevic die Autonomie abgeschafft, es gab keine albanischen Schulen mehr, Albaner wurden willkürlich enteignet, ihre Parteien und Vereine waren verboten etc. Es gab Menschenrechtsverletzungen und Ströme von Flüchtlingen.

NICHTS davon trifft auf das Baskenland zu. Die Basken werden in Spanien in keiner Weise unterdrückt. Sie sind autonome Region mit Finanzautonomie, Baskisch ist regionale Amtssprache, es gibt baskischen Unterricht an Schulen etc.

Glaros
31.07.2009 16:33

Sie sitzen erstens dem Irrtum auf, die terroristischen National-Fundamentalisten von der ETA sprächen für weite Kreise der Bevölkerung. Falsch! Viele Basken leiden selbst unter dem Terror.

Zweitens wären mitnichten alle Probleme gelöst, wenn man die Forderungen der ETA erfüllte. Damit würden die Probleme erst anfangen. Denn die Fanatiker von der ETA wollen nicht nur die autonome spanische Provinz Baskenland, sondern auch die spanische Provinz Navarra und einen Teil Frankreichs.

Hier entstünden neue Minderheiten, wobei die Unterdrückung mit Sicherheit schlimmer wäre als die der Basken im heutigen Spanien, die ohnehin alle Rechte haben und eine weitreichende Autonomie genießen.

salsera10
31.07.2009 14:39

Keine Ahnung haben, aber fleissig posten. Brav so.
Ich schliesse mich 'Federico' an: qué te den!

Austro-Spanier0
31.07.2009 16:43
Ich schliesse mich ebenfalls an.

Federico Garcia Lorca
31.07.2009 13:53

Que te den por....

Club-der-dichten-Toten
31.07.2009 08:33

"Den Basken" ist das doch mittlerweile durch die extremen Zugeständnisse und die große Autonomie vollkommen wurscht.

Die ETA hat auch praktisch keinerlei Rückhalt mehr in der Bevölkerung, das sind einfach rückständige Terroristen.

Johann van der Smut
31.07.2009 04:11

Polizisten und Innen haben doch gerade deswegen ein so hohes Ansehen in der Bevölkerung, weil sie unerschrocken dem Tod ins Auge blicken. Abgesehen davon sind sie dafür da die Bevölkerung vor solchen Anschlägen zu schützen, was Ihnen gelungen ist. Und für unsere finanziell Interessierten Leser, sie werden dafür bezahlt den Zorn der Terroristen auf sich zu ziehen.

insertnamehere
 
31.07.2009 10:11
Und Sie haben jetzt also ein Posting verfasst, um Ihre Dankbarkeit auszudrücken, dass nun eben zwei STATT IHNEN ins Gras gebissen haben, ja?

Is Ihnen stilistisch a biiiiiissl entglitten und klingt jetzt an Tick undankbar.

Intra ecclesiam nulla salus
 
31.07.2009 00:10

Oafoch a feige G'schicht! Mehr ist dazu nicht zu sagen! Es gibt bessere Wege seine Interessen zu artikulieren!

Toni 17061
30.07.2009 23:39
Zapatero will es anscheinend zeigen...

Mallorca absperren.... 600 Flüge am Tag. Das kann nicht gut gehen. Das wird nicht gut gehen.

Wer immer die Bombe gelegt hat, ob er gefasst wird, darf bezweifelt werden.

Wie lange will denn Zapatero die Sperre aufrechterhalten?

Austro-Spanier0
31.07.2009 16:45
2 unschuldige junge Menschen werden sinnlos ermordet

und dich besorgen die 600 Flüge pro Tag? Que te den...
Übrigens der Flugverkehr war nur cirka eineinhalb Stunden stillgelegt!

geek!
 
30.07.2009 23:27

das trifft die piefke sicher mehr als ein anschlag auf deutschland selbst

Lethawae
31.07.2009 00:18

Am meisten würde es die Piefke bestimmt treffen, wenn du von der Reichsbrücke springen würdest.
Komm - mach sie fertig! Das ist deine Chance!

rodelweltcupzweiter
30.07.2009 23:35
absolut koffer

getroffen hat es 2 spanische polizisten. Und deren angehörige.

Jürgen Rembremerding
 
30.07.2009 23:32
Andere dagegen brauchen keine Bombe

http://derstandard.at/?url=/?id... 0458749989

THE MISSING LINK
30.07.2009 22:30

Im ZDF meinte man: "Es war praktisch ein Anschlag auf uns." Die glauben wirklich die Insel gehört schon ihnen. Viel mehr war es ein Anschlag auf den lukrativen Tourismus der Spanischen Inseln.

re123
31.07.2009 06:32

Hoffe, dass dein Missing Link zw Kleinhirn und Grosshirn endlich mal gefunden wird.

Jürgen Rembremerding
 
30.07.2009 22:52
Du hast echt den Durchblick und die

Propagandalügen des ZDF demaskiert!

kornati
30.07.2009 21:42

die zensur ist heute wohl wieder besonders lustig. naja wenn es spaß macht. gell

Herr Plumm
30.07.2009 21:03
Kampf für unabhängigen Baskenstaat

na dann lasst sie doch einfach nen unabhängigen staat bilden...was is denn daran so kompliziert?

loundy
 
31.07.2009 16:36
die bevölkerung des baskenlandes will aber mehrheitlich keinen unabhängigen baskenstaat.


wollen sie die bevölkerung dort einer, mittlerweile nur noch zur kriminellen mafia-organisation pervertierten, terroristengruppe überlassen nur weil die ein paar bomben basteln können...?

das wäre als hätten wir ein bundesland den braunen geopfert nur weil die vor ein paar jahren briefbomben gebastelt haben.

Club-der-dichten-Toten
31.07.2009 08:35

Wozu?
Das interessiert doch keine Sau (mehr) dort.
Dur hat die ETA das noch nicht verstanden. Die tun so, als stünden sie noch unter der Fuchtel eines autoritären zentralistischen Regimes.

Das Baskenland hat eine enorme Autonomie, dagegen ist Südtirol zentralistisch regiert. Die Bevölkerung hat in Zeiten der EU auch keinerlei Verständnis mehr für die ETA und deren Bomben.

Chien de Pique
31.07.2009 02:42
Dass auf dem von ihnen beanspruchten

Gebiet schon einmal nicht nur Basken leben - und sie nicht einmal für eine Mehrheit unter diesen sprechen können.

Christoph ************
30.07.2009 21:50

Daran ist so kompliziert, dass wenn man heute Terroristen nachgibt wegen irgendwelcher Forderungen (die nicht einmal von der lokalen Bevölkerungsmehrheit unterstützt werden), man morgen 5 neue Gruppierungen herummorden sieht mit ganz neuen Forderungen.

Davon abgesehen schauen Sie sich das doch einmal genauer an. Wie soll denn so ein Baskenstaat denn aussehen? Wenn er so aussieht wie die Maximalforderungen mancher baskischen Seperatisten, wären die baskisch sprechenden ja erst recht dort in der Minderheit.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 132
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.