"Wagenplatz"-Bewohner weiter auf Standortsuche

30. Juli 2009, 14:18
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    apa/georg hochmuth

    Einige Wagenplatzbewohner leben nun in der Baumgasse

Campingdorf in Simmering muss geräumt werden - Gruppe besetzt Areale im zweiten und dritten Bezirk

Wien - "Keine Angst, hier entsteht ein neuer Wagenplatz" - Dieses Plakat hängt in Wien-Landstraße auf einem improvisierten Gittertor, hinter dem ein unbebautes Grundstück liegt. Die im Besitz der Porr AG befindliche Fläche hat eine rund zehn Menschen umfassende Gruppe vor einer Woche in Beschlag genommen, indem sie mit ihren Wagen und Kleinbussen eine Art Mini-Campingdorf errichtet hat. Bis vor kurzem lebten sie, wie berichtet, auf einem Gelände in Simmering, das jedoch bis Ende August geräumt werden muss. Ein Angebot der Stadt bezüglich eines längerfristigen Standorts in der Donaustadt haben die "Aussteiger" vorerst abgelehnt.

Was das Porr-Grundstück betrifft, stehe eine "Zwischennutzung" im Raum, erklärten Alex und Miriam, zwei Wagenplatz-Bewohnerinnen, in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Für das Areal, das in der Baumgasse unweit der Südosttangente liegt, ist eine bauliche Nutzung vorgesehen. Mit Vertretern der Baukonzerns gebe es momentan einen "Interessensaustausch", das nächste Treffen sei für kommenden Dienstag anberaumt.

Peter Florianschütz, SP-Gemeinderat und Vermittler in der Causa, bestätigte dies. Es gebe eine "vernünftige, friedliche Gesprächsbasis". Wie die Porr zu dieser Sache steht, sei noch nicht entschieden. Es liege jedenfalls niemandem etwas an einem größeren Konflikt.

Alternativer Wohnstil

Die Wagenplatz-Gruppe gibt es bereits seit drei Jahren. Damals haben sich Freunde eines alternativen Wohnstils auf einem Grundstück in Simmering angesiedelt, um sich dort in zu Wohn- und Schlafräumen umgebauten Wagen dauerhaft einzurichten. Bis Ende August müssen die rund 25 Leute jedoch das Feld räumen. Dieses ist als landwirtschaftliche Fläche gewidmet, die fix geparkten Wagen gelten jedoch als Bauwerke.

Die Stadt hatte sich deshalb bereiterklärt, auf der Suche nach einem neuen Standort behilflich zu sein. Angeboten wurde schließlich ein 3.200 Quadratmeter großer Platz im 22. Bezirk für eine Gesamtjahresmiete von rund 21.150 Euro. Das Problem laut den Dauercampern: Das Grundstück sei zu klein. Außerdem habe es sich um einen befristeten Vertrag gehandelt - eine Lösung, die angesichts von nötigen Investitionen in die Errichtung von Strom- und Wasserversorgung nicht denkbar sei. Deshalb wurde das Angebot abgelehnt.

"Wir wollen keine Förderungen"

Als Zwischenvariante ist ein Teil der Simmeringer Clique nun in die Baumgasse gezogen, eine ähnlich große Gruppe kürzlich in die Leopoldstadt übersiedelt. Laut Alex und Miriam verstehen sich die Wagenplatz-Leute nicht als soziales Projekt: "Wir wollen keine Förderungen." Es gehe vielmehr um die Freiheit zu entscheiden, "so zu wohnen, wie man will". Man sei bereit, einen "angemessenen Mietzins" zu zahlen. Auch eine monatliche Spende von 500 Euro für wohltätige Zwecke wurde heute in den Raum gestellt. "Wir kommen langsam unter Zugzwang - bald ist Winter." Außerdem müsse man nebenbei dem Studium bzw. Berufsleben nachgehen.

Vonseiten der Stadt gebe es nach wie vor Gesprächsbereitschaft, wurde versichert. Ein Sprecher von SP-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig verwies darauf, dass sich beim betreffenden Donaustädter Grundstück die Mieten bei einer Anzahl von 25 Menschen auf lediglich 70 Euro pro Monat und Person belaufen würden. Diese Höhe sei nicht verhandelbar. Die Stadt suche derzeit jedenfalls nicht weiter nach alternativen Standorten. Was die Belagerung des Grundstücks im 2. Bezirk angehe, handle es sich um eine "widerrechtliche Nutzung". Es sei aber momentan kein behördliches Einschreiten geplant, um eine etwaige Eskalation zu vermeiden. (APA)

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Karlo Bärlach
10
ich will auch

wenn die das dürfen. Aber warum vergleichen einige Ihre Schloßtraumvorstellung im Park, in den Arsch gesteckt von der Stadt Wien, mit einer Lebensgemeinschaft die auf Rädern auf Brachland wohnt. Es wird relativ offen verhandelt und die Grundlagen müssen halt stimmen. Wer seine 5 Zimmer 120qm Wohnung für adäquat hält und zufrieden ist, warum wettert er dann mit einer entsprechenden großen Brachfläche und fordert gleichen Mietzins. Ich könnte dann ja gleichen Lohn, den ich für sone Quatschwohnung bräuchte, bei denjenigen einfordern. Schließlich arbeite ich 12 Stunden am Tag!

Forumleser
00
Auf Wiedersehen!

:-)

toberfrau1
00

".. eines schickt sich nicht für alle.." meinte schon der olle Goethe. Soll doch jeder leben wie und wo er mag, solange er sich mit seiner Umwelt arrangiert, es sich im legalen Bereich abspielt und die Sache selbst finanziert wird.

JetztOderNIe
30
Positive Anrainer Interviews

ein Bericht von der Demo und eine Spendenzusage für Ute Bock

Alles das gibts hier zu sehen:

http://wientv.org/2009/07/2... gt-besuch/

http://wientv.org/2009/07/2... e-in-wien/

Turnham Green
00
31.7.2009, 18:28
Der da ...

... war auch mal dort: http://my-home-is-my-car.de.tl/Home.htm - ist inzwischen aber weitergereist.

Stadtmann
32
31.7.2009, 14:29
Erlebnis

Ich hab auch mal ein wildes unnahbares Plätzchen im Niemandsland an der Grenze für mich okupiert. Dort habe ich Gemüse und Schnittblumen angebaut. Regelmässig wurde mir das zerstampft (Stiefelabdrücke gesehen). Dann habe ich aufgegeben. Ich habe niemend gestört, niemand beleidigt und bis auf das nicht genehmigte Auswerfen von Nutzsamen (Bohnen) nichts verbotenes gemacht. Das schreit schon alles nach einer Landreform a la Südafrika am Ende der Kolonialisierungszeit.

viola merda
02
31.7.2009, 16:20
Aufhören bitte..

Mir kommen die Tränen. Ab jetzt stampfe ich auf dem Weg in die Arbeit nie wieder mutwillig Beete unbekannter Eigentümer zusammen. Dabei ist es doch schon fast zum Brauch bei mir geworden...

Wir brauchen tatsächlich Verhältnisse wie in Südafrika, um diese unterträglichen Zustände zu beseitigen.

Bulkhead
06
31.7.2009, 13:29

Die Hetzparolen der FPÖ gegen die Wagenleute sind natürlich wie so oft unangebracht.

Ich bin trotzdem nicht dafür den Bewohnern ein Gratis oder Billiggrundstück zur Verfügung zu stellen. Ihren Alternativen Lebensstil will ich ihnen gerne zubilligen aber warum sie irgendwelche Gratis oder Billiggrundstücke bekommen sollen kann ich nicht einsehen zumal ja wie von den Wagenleuten selbst betont wird keine Bedürftigkeit vorliegt. Ich würde auch gerne als Selbstversorger am Meer leben. Will ich das allerdings tun muss ich mir wohl ein Grundstück zum aktuellen Marktpreis kaufen oder mieten. Also helfen ja (Standortsuche usw.), subventionieren nein.

tassen im schrank
40
31.7.2009, 17:00
dann empfehle ich dir...

1.) den artikel durchzulesen und mir zu sagen, wo irgendwas von 'gratis' oder 'subventionen' steht;

2.) langsam deine sachen zu packen und endlich auszuwandern.

Susanne_B
04
31.7.2009, 18:43

wie nennen Sie es denn, wenn man für eine Liegenschaft nicht den angemessenen, marktüblichen Mietpreis zahlen möchte, sondern ein billigeres Grundstück "fordert"?

»Pythagoras«
11
in wirtschaft nicht aufgepasst?

niemand nennt das gratis oder subventioniert.

wie hoch der mietpreis liegt und in welcher form er bezahlt wird und an wen (z.b. sozialprojekte) ist ALLEINIG angelegenheit zwischen mieter und vermieter. der sogenannte "marktübliche" mietpreis hat hingegen einen "beratenden" effekt, der in diesem fall aber davon ausgeht, dass auf dem grundstück ein gebäude errichtet wird, was durch vertragsbedingungen auch unterbunden werden kann.

Gilgamesh
00

Blöd nur, dass die Stadt Wien, also doch ein paar von uns der VERMIETER wäre....

»Pythagoras«
10

nein, vermieter ist in diesem fall die Porr Solutions.

Gilgamesh
01

Dieses Grundstück ja, das angebotene aber wohl eher nicht, sonst hätte die Stadt Wien wohl kaum dies zur Verfügung stellen können...

Nachtsonne
00

wer soll für Lärmschutzwand wegen der Südosttangente aufkommen

human ic
42
31.7.2009, 13:56

schon gelesen ? .. "Wir wollen keine Förderungen."

Gilgamesh
01

Schon gelesen?? Die wollen auch keine Miete zahlen, sondern irgendeinem Verein ein wenig spenden...

fahrenheit 451
00
31.7.2009, 15:45

na wenn man keine förderung will darf man doch auch marktpreise zahlen, oder?

human ic
32
31.7.2009, 16:05

was hat das eine mit dem andern zu tun ?
nur weil der preis für den porsche dem marktpreis entspricht bist deshalb auch nicht verpflichtet ihn zu kaufen, oder ?

Gilgamesh
00

Wenn ich aber ein Auto suche und der Porsche mit super günstig angeboten wird, wäre ich ein Idiot des abzulehnen....

Ob wohl Porsche Liesing darauf einsteigt, wenn ich dort sage, dass ich nicht bezahle, sondern einen kleinen Teil an irgend eine Organisation spende????

Nachtsonne
10

Der Grundstück an der Baumgasse sei wie ein Porsche? Aufpreis für Autobahnlärm?

Gilgamesh
01

LOL...

Hat irgendwer diese Leute gezwungen genau dort hin zu gehen???

Forumleser
00

dann darfst du aber auch nicht damit fahren!

PegasusNbW
00
31.7.2009, 17:04
ganz einfach

ein grundstück der stadt wien welches unter dem marktpreis vermietet wird, stellt eine förderung dar, darf also - wenn die wagenburger bei ihrer aussage bleiben - auch gar nicht von ihnen angenommen werden. mag sein, dass genau das der grund ist, warum sie abgelehnt haben - ich wage das aber zu bezweifeln.

die frage ist überhaupt, warum die wagenburger so lamentieren. wenn sie tatsächlich keine förderung wollen, könnten sie ja jederzeit ein entsprechendes grundstück (mit der entsprechenden widmung) einfach mieten oder kaufen und dort ihren "alternativen lebensstil" ausleben, wie sie wollen.

fahrenheit 451
05
31.7.2009, 16:40

wenn ich mir keinen porsche leisten kann, darf ich aber nicht erwarten ihn von der gemeinde wien geschenkt zu bekommen.

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