Laut einem Augenzeugen und der Polizei wurden im Norden bis zu 200 Rebellen in der Nacht getötet
Maiduguri/Nairobi - Bei den schweren Kämpfen im Norden von Nigeria hat die Armee in der Nacht auf Donnerstag 90 islamistische Aufständische getötet. Das sagte ein nigerianischer Journalist, der sich in der Islamisten-Hochburg Maiduguri aufhielt, der Nachrichtenagentur AFP. Die Leichen der Getöteten lagen demnach bei einem Stützpunkt der Aufständischen. Die Polizei spricht gar von 200 getöteten Islamisten.
Das nigerianische Militär hat nach eigenen Angaben nach den neuen nächtlichen Kämpfen in Maiduguri die Oberhand über die radikal-islamische Sekte gewonnen. Die Rebellen, die zeitweise die Kontrolle über sechs Stadtteile hatten, seien geflohen, nachdem das Truppenaufgebot durch 1.000 zusätzliche Soldaten verstärkt worden war, hatte der britische Sender BBC am Donnerstag berichtet. Die Suche nach dem Sektenführer Mohammed Yusuf dauert unterdessen an.
Leichen auf den Straßen
In Augenzeugenberichten war schon zuvor von Hunderten Toten bei den seit Montag andauernden Kämpfen allein in Maiduguri die Rede. Auf den Straßen lägen Leichen. Einige der toten Kämpfer sollen aus den Nachbarländern Niger und Tschad stammen. Nach nigerianischen Presseberichten sind bis zu 10.000 Menschen auf der Flucht vor der Gewalt. In dem belagerten Stadtteil in Maiduguri haben sich andere Anrainer in ihren Häusern eingeschlossen. Da auch die Geschäfte geschlossen oder verlassen wurden, wird die Versorgung mit Lebensmitteln knapp.
Die Auseinandersetzungen hatten am Wochenende mit Angriffen auf Polizeistationen begonnen und fünf Teilstaaten von Nigeria erfasst. In den anderen Städten war die Lage nach Polizeiangaben bereits am Mittwoch wieder unter Kontrolle. (APA/AFP)