China verbietet Gangster-Games

30. Juli 2009, 09:46
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Mafiosi-Online-Spiele fördern laut Regierung asoziales Verhalten

China setzt seine Zensurmaßnahmen im Web ein weiteres Mal fort und lässt nun alle Online-Spiele rund um das Thema Mafia und Gangster verbieten. Am Montag wurden seitens des chinesischen Kulturministeriums bekannt gegeben, dass Online-Games, die im Umfeld von Gangsterbanden und ähnlichem angesiedelt sind, ab sofort nicht mehr gespielt werden dürfen. Der Erlass, der "strenge Strafen" bei Verstößen vorsieht, jedoch nicht genau definiert, wie diese aussehen würden, verbietet gleichzeitig auch das Verlinken auf andere Webseiten, auf denen derartige Spiele zu finden sind. Laut der Behörden "fördern solche Games asoziales Verhalten wie Töten, Schlagen, Raub und Missbrauch". Die Verfügbarkeit bedrohe und störe die soziale Ordnung sowie moralische Standards und sei insbesondere für junge Leute ein schlechter Einfluss.

Nicht überraschend

Überraschend kommt das Verbot nicht. Immerhin stehen Zensurmaßnahmen dieser Art in China beinahe auf der Tagesordnung. Die Behörden in Peking führen einen wahren Krieg gegen Internetpornografie und darüber hinaus auch alles andere, das nach Definition des Regimes die moralischen Grundfeste der chinesischen Gesellschaft in irgendeiner Weise gefährden könnte. Allein in diesem Jahr wurden bisher über tausend Webseiten mit der Begründung gesperrt, sie würden "vulgäre" Inhalte zeigen.

Während die Internetzensur in China stetig zunimmt, regt sich allerdings auch immer mehr Widerstand dagegen. So musste die Regierung in puncto Porno-Filtersoftware kürzlich zurückrudern, weil der Druck von Seiten der Computerhersteller sowie Zensurkritikern zu groß geworden war. Bleibt abzuwarten, ob auch die Online-Gamer gegen das neue Verbot Sturm laufen werden. Immerhin zählt China eine Spieler-Community von rund 200 Mio. Nutzern im Web.

Industrie gelassen

Die Industrie zeigt sich indes gelassen. Es würden weiterhin genügend Spiele produziert werden, die eine Form von Gewalt oder Blut beinhalten und gleichzeitig die jetzt verbotenen Themen umschiffen, meint etwa Chen Yongjin, Gründer einer Pekinger Online-Gaming-Firma, gegenüber der New York Times. Der Markt insgesamt ist jedenfalls riesig. 2008 machte die Industrie etwa 2,64 Mrd. Dollar Umsatz. (pte)

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China erlässt neue Internetverbote
    foto: rockstar

    China erlässt neue Internetverbote

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