Was hat der Staat auf den Cayman-Inseln verloren?

29. Juli 2009, 17:24
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    foto: standard/corn

    Huemer: "Diese Republik ist wie Karl-Heinz Grasser."

Ein Aufschrei der Empörung von Peter Huemer

Die Republik hat ihr Geld auf die Cayman-Inseln getragen. Das haben wir jetzt ganz nebenbei erfahren. Am Tag wird Moral gepredigt und Empörung geheuchelt - natürlich über die anderen - und nachts schleicht man heimlich mit der Geldkatze auf die Cayman-Inseln.

Es ist bezeichnend, dass dieser Umstand, der uns immerhin neu ist, in der gegenwärtigen Diskussion nicht wirklich vorkommt. Über Begriffsbestimmungen wird gestritten - was ist Spekulation und was nicht? - und über den Schaden und ob überhaupt einer eingetreten ist, und das ist auch alles sinnvoll und notwendig. Aber die Cayman-Inseln kommen nicht vor. Weil man gar nicht mehr erwartet, dass diese Republik so etwas wie Selbstachtung haben könnte? Ein Staat mit Selbstachtung trägt nämlich sein Geld nicht auf die Cayman-Inseln.

Während seit Monaten weltweit darüber diskutiert wird, wie solche Steueroasen erledigt und solche Steuerschlupflöcher für Fluchtgeld aus aller Welt zugemacht werden könnten, wie mehr Fairness in den internationalen Finanztransfer gebracht werden kann, ist es uns nicht einmal heute eine kleine Aufregung wert, dass die Republik Österreich ihr Geld auf die Cayman-Inseln getragen hat. Und wen das doch empört, der wird auch noch lächerlich gemacht - als wäre die Alternative zu den Cayman-Inseln nur die gewesen, das Geld unter den Kopfpolster zu stopfen.

Im Übrigen haben, heißt es, die Ratingagenturen ebenfalls zu den Cayman-Inseln geraten. Weil man dort fein verdienen kann. Und schließlich handelt es sich um Steuergeld. Wer verantwortungsvoll damit umgeht, legt es dort an, wo man fein verdienen kann. Und das seien eben damals die Cayman-Inseln gewesen. Und morgen tragen wir unser Geld vielleicht wieder dorthin. Und dass Geld nicht stinkt, wissen wir auch schon seit fast 2000 Jahren.

Und doch könnten wir den Gestank riechen, den Gestank unseres Geldes auf den Cayman-Inseln. Aber anscheinend sind unsere Nasen derart abgestumpft, dass es kaum jemand riecht. Und es ist uns nicht einmal peinlich, auf den Cayman-Inseln ertappt worden zu sein. Na und? Andere machen das auch. Wo liegt das Problem?

Diese Republik ist wie Karl-Heinz Grasser. Und dann wundern wir uns, wenn wir verachtet werden, und sind empört, wenn zum Beispiel der deutsche Finanzminister diese Verachtung offen ausspricht.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.7.2009)

Zur Person: Peter Huemer ist Historiker und Publizist in Wien.

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    Posting 1 bis 25 von 156
    1 2 3 4
    PaFra
     
    00
    12.8.2009, 20:44

    so hatte ich den begriff "corporate citizen" bislang noch nicht gesehen...

    also dann ...
    00
    31.7.2009, 01:30
    ganz einfach : nichts ... hat der staat auf st.oasen - welcher auch immer -verloren ! n u r...

    ist in Ö...g e l d w ä s c h e ( ! )
    ein ganz normales und durchs bankgeheimnis (geschützes...) bankgeschäft !

    siehe : VOLKSBANK BREGENZ
    im ZDF/FRONTAL 21 - märz 08: minute 3 ca.

    http://www.zdf.de/ZDFmediat... Popup=true

    Alois der Zorn
    00
    30.7.2009, 23:57

    dieser scheiß Staat fällt halt auseinander, mich störts nicht, meine Schäfchen sind im Trockenen. Und die Staatsabhängigen verdienens ohnehin nicht anders. Wer nicht hören will, muß fühlen.

    Deadly Dust
    00
    30.7.2009, 19:39
    Finanzexperte Paul Kirchhof

    Wir müssen wieder eine rechtliche Struktur schaffen, so wie Immanuel Kant und Adam Smith gedacht haben: Jeder Akteur, der die Chance hat, einen Gewinn zu machen, muss das Risiko seines Fehlverhaltens tragen. Wer handelt, der haftet.

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anz... igen/29679

    Bimbulli
    00
    30.7.2009, 19:13
    pecunia non olet

    bessere renditen gäbe es noch im drogeng'schäft, zum absichern bissi prostitution

    El Coyote
    00
    30.7.2009, 21:46
    Oder stinkende "Energy - Drinks" herstellen ...

    fabian
    01
    30.7.2009, 19:01
    es gibt also auch in zeitungen noch ...

    ... texte, die richtig wohl tun.

    noepe
    00
    30.7.2009, 17:48
    Ich bin dafür

    wir sollten so weiter tun.
    Wir kaufen den Amis die Schulden ab (SIV's), ca 600 Mio; schmeißen der Lufthansa 500 Mio nach, ziehen den Kopf ein, wenn int. Konzerne unser Steuergeld verbrauchen (Bundesvergabe) und gleichzeitig bei uns Stellen abbauen.
    Aber wir machen weiter, und setzen unser Vertrauen weiter in die Leute die uns das Ganze eingebrockt haben, die bewiesen haben, dass sie aus egoistischen Gründen gepaart mit ihrer Unfähigkeit NICHT in der Lage sind das zu managen; denn DIE bringen uns ja wieder raus.

    Na bitte IHR habt's as gewählt, nun lebt damit.

    MacErik
    00
    30.7.2009, 17:22

    Amen. Wobei es vor allem die ÖVP ist, die diese Verachtung verdient. Und der verantwortliche Finanzminister wird Österreich in Europa als Kommissar vertreten? Und die Sozialdemokraten sagen "is eh wurscht"?

    Wir sollten aufhören unsere Politiker so schlecht zu behandeln, damit wirklich wieder quzalifizierte Menschen in der Regierung arbeiten wollen, und nicht dieses Gesindel.

    flyfischer
     
    02
    30.7.2009, 16:34
    SPIELSTUNDE

    ICH BLEIB DABEI : PUTSCH !!!!!!

    die sache ist doch so, die modelleisenbahnanlage ist
    lange schon verschenkt,verkauft,vergessen .....

    und die grossen buben wollten halt ien bisserl spielen...

    wir haben ja gehört, dass man mit sturmgewehren im wald nicht spielen darf!!!

    dann halt schifferl-versenken auf den kayman´s?

    Brücke
    01
    30.7.2009, 18:00

    Kommt eh noch ,
    aber ziemlich sicher von der ganz falschen Seite

    Finn McCool
    01
    30.7.2009, 17:04
    i'm mad as hell and I'm not gonna take this anymore!

    systemfehler1
    111
    30.7.2009, 16:23
    Was hat der Staat auf den Cayman-Inseln verloren?

    Den Verstand
    den Anstand
    die Glaubwürdigkeit und
    unser Geld

    Vielen, vielen Dank auch.

    Regis 1
    00
    30.7.2009, 18:58
    Was hat der Staat ...

    der staat ist etwas abstraktes ...

    vom anderen Sternli
    11
    30.7.2009, 18:51
    Obacht!

    Es ist nicht der Staat, der das Geld dort investierte. Es ist diese komische Bundesfinanzagentur, die von einigen schwarz-blau-orangenen (bei der Farbenzuteilung habe ich den Überblick verloren) Regierungsmitgliedern grünes Licht dafür bekommen haben. Aber jetzt will es eben wieder niemand gewesen sein. Trotzdem kann man die politisch Verantwortlichen eindeutig festmachen. Es war diese unsägliche schwarz-blau(orangenene) Koalition, die meinte Österreich in den Rachen des Neoliberalismus werfen zu müssen.
    Jetzt haben wir die Schei..

    Nik M
    10
    30.7.2009, 16:21
    Oe faellt beinahe

    selbst unter die Finanzmarktschurkenstaaten. Man muss schon froh sein, wenn endlich das Bankengesetz auf EU-Standards gehoben wird.

    Was will man von so einem Staat? Selbst Sozialdemokraten wollen hier das Bankgeheimnis, das ausschliesslich gut betuchten Steuerhinterziehern hilft, "mit Zaehnen und Klauen" in Bruessel verteidigen.

    Ethisches Anlegen? In weiter Ferne ...

    Alois der Zorn
    00
    30.7.2009, 23:37

    Steuerhinterziehung ist ja auch legitim, Steuereintreibung ist unethisch.

    Nik M
    01
    31.7.2009, 13:04

    In Somalia muss man keine Steuern zahlen. Staatliche Gerichtsbarkeit gibts auch keine, und auch die Sicherheit regeln die eigenverantwortlichen Buerger selbst. Was haelt sie noch hier?

    wahre Lüge
     
    00
    30.7.2009, 15:39
    es gibt Staatsvertreter

    die gehen ins Buv und setzen ihre
    Abschußprämie auf ihre Spesenrechnung
    und das geht sogar durch
    Sonderausgaben ohne Genierer

    TJMC
    61
    30.7.2009, 15:03
    Mal ehrlich ...

    Wenn der Staat unser Steuergeld anlegt, macht es durchaus Sinn darauf zu achten, für diese Anlage nicht unbedingt einem anderen Land Steuern zu zahlen.
    Wenn also die entsprechende Anlagemöglichkeit / Form in AT nicht möglich ist (wo sich der Staat ja de facto selbst auf die Erträge besteuern würde), ist also eine Anlage in einem 'Steuerparadies' durchaus sinnvoll.

    Dass der Staat mit den Steuergeldern nicht unbedingt in höchst spekulative strukturierte Bonds, die nicht einmal die Verwalter verstehen, investieren sollte, steht auf einem anderen Blatt.

    pudelweiss
    01
    30.7.2009, 19:37
    Der Staat sollte

    nicht steuerschonend anlegen, weil das ist doch irgendwie eigenartig, wenn dieselbe Staatsgewalt, die Steuerflucht bestraft und verurteilt, diesen Weg als den besten für sich selbst nutzt???

    Der redliche Bürger zahlt redlich seine Steuer,
    es ist ein österreichisches Übel, dass hierzulande jeder glaubt dass "Betrug an der "Bürgerkasse" ds wichtigste und selbstverständlichste wäre.

    Es zeigt ein untertäniges Staatsverständnis wo man der "Obrigkeit" feinselig gegenübersteht!
    Im demokratischen Staat ist der bürger mitverantwortlich und will auch mitentscheiden!
    Dieses Verständnis von Steuergeld als Bürgerkasse wäre anzustreben !

    Das geht nicht mit Bauernbündlern wie Pröll-Nefferl und Molterer-Bubi

    pudelweiss
    02
    30.7.2009, 19:32
    also "der Staat darf"

    Steuergeld anlegen, wenn er es für kürzere oder längere zeiträume "noch nicht braucht"
    aber das wären dann eben kurzfristige und mittelfristige Anlageformen !

    Aber: Darf der STAAT auch Gelder nur zu diesem zweck aufnehmen um dann irgendwo auf "höchstes Risiko" zu spekulieren ????
    Es wurde ja weitestgehend mit Geld spekuliert, welches zu diesem Zweck zusätzlich ausgeliehen wurde!!!
    Also nicht nur Geld weg, sondern auch Zinsen fällig und Rückzahlung aus Steuermitteln !!!!!!!

    pro.test
    00
    30.7.2009, 16:44

    die anlageform ist in österreich nicht möglich?

    hmm wer hats erfunden/eingeführt? richtig! der finanzkasperl! wer kanns ändern? richtig! der gleiche.

    wirtschaft hier ankurbeln? pha wozu?

    haghag
    02
    30.7.2009, 15:49
    heiliger st.florian

    schütz unser haus, zünd's andre an.
    österreichische volksseele.
    wehe, wenn aber ein steuerpflichtiger dieses landes in jenem anlegt, ohne steuern für die erträge zu bezahlen .......
    ausserdem: jeder vorteil für den einen (anleger) ist ein nachteil für einen anderen.
    cui bono? nachdenken statt nachschenken.

    barbara griessner
    00
    30.7.2009, 15:32

    vollkommen korrekt !

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    Posting 1 bis 25 von 156
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