STANDARD-Interview

Molterer ist Wunschkandidat der ÖVP als EU-Kommissar

29. Juli 2009 17:16
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    Foto: standard/urban

    ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf will der Opposition bei deren Wunsch nach einer Ausweitung der Kontrollkompetenzen des Rechnungshofes nicht entgegenkommen. Die Forderungen seien überzogen.

ÖVP-Klubchef Kopf stellt die Einsetzung eines U-Ausschusses als Minderheitenrecht in Frage

STANDARD: Bereuen Sie schon die Einsetzung des Spitzel-U-Ausschusses? Manche meinen, es wird nur der Eindruck erzeugt: Das sind alles Gauner im Parlament.

Kopf: Wenn wir ihn abgelehnt hätten, hätten wir den ganzen Sommer das Bombardement der Opposition gehabt, dass wir etwas vertuschen wollen. Obwohl die Vorwürfe primär sie betreffen. Also: Es ist ganz wurscht, wie man es macht. Wir wollten ganz bewusst ein Signal setzen. Ein Stück weit muss man den U-Ausschüssen dieses Dämonenhafte nehmen. Auf der anderen Seite: So, wie derzeit die Diskussion läuft, wo jeder jeden mit teils absurden Vorwürfen beschuldigt, muss man sich schon fragen, ob man die Einsetzung von U-Ausschüssen wirklich zum Minderheitenrecht macht.

STANDARD: Überdenken Sie Ihre diesbezügliche Zusage wieder?

Kopf: Sagen wir so: Wir werden die Verhandlungen im Lichte der jüngsten Erfahrungen führen. Eigentlich war meine Ansage vor wenigen Wochen: Wir müssen die U-Ausschüsse zu etwas Normalem machen. Die Opposition macht aber das genaue Gegenteil. Man versucht bei Vorwürfen, bei denen sie selbst betroffen sind, den Spieß umzudrehen. Sie machen aus dem Ausschuss eine Farce. Das tut mir wirklich weh. Die Oppositionsparteien sollten sich überlegen, ob sie das Minderheitenrecht nicht zu Grabe tragen.

STANDARD: Gegen Karl Öllinger (Grüne) gibt es eine Anzeige, dass er einen Polizisten zu Amtsmissbrauch angestiftet haben soll. Soweit man das beurteilen kann, bestand der Kontakt zu dem Beamten im Rahmen seiner politischen Tätigkeit. Das wäre also von der politischen Immunität umfasst.

Kopf: Es stimmt, in den letzten Jahren hat man das Immunitätsgesetz so gehandhabt: Wenn zwischen einer behaupteten Tat und der politischen Tätigkeit ein Zusammenhang besteht, wurde nicht ausgeliefert. Es hat aber früher schon eine andere Praxis gegeben. Im Fall Öllinger will die Staatsanwaltschaft prüfen, ob ein Beamter zum Amtsmissbrauch angestiftet wurde. Bei so einem schweren Vorwurf sollte man die Auslieferungspraxis ändern. Man sollte ausliefern, auch wenn ein Zusammenhang zur politische Tätigkeit besteht. Sonst kann auch der U-Ausschuss nicht seine Arbeit machen. Er würde kein Blatt Papier von der Justiz bekommen, weil die noch nicht ermitteln darf.

STANDARD: Seit bekannt wurde, dass der Bundesfinanzierungsagentur massive Verluste drohen, wird vom Kanzler abwärts direkt oder indirekte die Eignung von Wilhelm Molterer als nächstem EU-Kommissar infrage gestellt. Was denkt sich der ÖVP-Klubobmann dabei?

Kopf: Ich bin generell nicht sehr glücklich, dass die Debatte über Namen, insbesondere über Willi Molterer, so früh geführt wird. Es passiert immer dasselbe: Das Ganze gerät in die politische Mühle. Willi Molterer ist eine höchst integre Persönlichkeit. Er hat über viele Jahre in diversen politischen Ämtern gezeigt, dass er eine sehr große thematische Breite und ein sehr hohes Maß an Professionalität hat. Da kann man sich kaum einen Besseren für verschiedenste Ressorts auf der europäischen Ebene vorstellen. Der Rest wird von den Konsultationen des Bundeskanzlers mit dem designierten EU-Kommissionspräsidenten Barroso abhängen. Aber ich gehe davon aus, dass Werner Faymann zu seinem Wort steht und die ÖVP den Kandidaten nominieren kann. Und es ist ja nicht so, dass man über den Namen Willi Molterer nicht mit ihm gesprochen hätte.

STANDARD: Also wenn Österreich ein Ressort im Bereich Finanzen, Wirtschaft, Landwirtschaft bekommt, ist Molterer Kandidat Nummer eins?

Kopf: Der Wunschkandidat der ÖVP, ja.

STANDARD:Die Opposition will für die Zustimmung zur Änderung beim Bankgeheimnis eine Ausweitung der Rechnungshof-Befugnisse. Was kann man gegen mehr Prüfungen haben?

Kopf: Wenn man die Frage so pauschal stellt, gar nichts. Aber: Man muss sich das genauer anschauen. Es sind drei Forderungen, die auf dem Tisch liegen. Zum Ersten soll der Rechnungshof Gemeinden unter 20.000 Einwohner prüfen dürfen. Hier gibt es aber schon Prüfungen durch die Kontrollausschüsse der Gemeinden, die Bundesländer und die Landesrechnungshöfe. Und jetzt soll auch noch der Bundesrechungshof eingreifen? Eine solche Mehrgleisigkeit macht keinen Sinn. Darüber kann man nur diskutieren, wenn man ein komplett neues Konzept der Prüfung erarbeitet.

STANDARD: Dann gibt es den Wunsch, auch Unternehmen, an denen der Staat 25 Prozent hält, zu prüfen.

Kopf: Das ist eine ganz problematische Forderung, weil sie uns am Kapitalmarkt riesige Probleme machen würde. Wie kommt jemand, der 75 Prozent an einem Unternehmen hält, dazu, dass er den Rechnungshof im Haus hat, nur weil der Bund 25 Prozent besitzt? Der Rechnungshofbericht würde dann öffentlich im Parlament diskutiert. Da wäre er gegenüber den Mitbewerbern arg im Nachteil. Das kommt für uns nicht infrage.

STANDARD: Und warum sollen Banken, die Staatshilfe bekommen haben, nicht vom Rechnungshof geprüft werden?

Kopf: Ich halte das für eine populistische Forderung. Der Staat ist bewusst nicht in direkte Beteiligungen gegangen, sondern hat nur Partizipationskapital zur Verfügung gestellt. Es ist in Wahrheit geliehenes Geld. Allerdings hat das Finanzministerium die Möglichkeit, Einschau in die Gebarung zu erhalten. Das ist ausreichend.

STANDARD: Viel Entgegenkommen an die Opposition sehe ich da nicht.

Kopf: Nein. Es sind einfach überzogene Forderungen, die völlig sachfremd sind. Wenn sie beim Bankgeheimnis Änderungen wollen, sollen sie uns sagen, welche. Aber es ist nicht angebracht, solche Gegenforderungen zu stellen. Junktimierungen sind generell problematisch. Also es schaut nicht gut aus. Die Opposition muss sich aber gut überlegen, ob sie beim Bankgeheimnis Wirtschaftssanktionen gegen Österreich und den Verlust von Arbeitsplätzen riskieren will.

STANDARD: Martin Graf sorgt mit seiner Forderung nach einer Volksabstimmung in Südtirol wieder für Aufregung. Warum will ihn die ÖVP nicht wie die SPÖ abwählen?

Kopf: Graf fällt immer wieder durch skurrile oder inakzeptable Äußerungen auf. Solange sich seine Äußerungen und Handlungen aber im Rahmen der Gesetze bewegen, sind diese ausschließlich politisch zu bewerten und können kein Anlass für eine Abwahl sein. Die ÖVP lehnt es weiter ab, die Abwahl der drei Nationalratspräsidenten aus rein politischen Gründen zu ermöglichen. (Günther Oswald, DER STANDARD, Printausgabe, 30.7.2009)

Zur Person

Der Vorarlberger Karlheinz Kopf (52) ist seit November 2008 ÖVP-Klubchef. Davor war er acht Jahre Wirtschaftsbund-Generalsekretär.

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Blau sein heißt sich lächerlich zu machen!
13.09.2009 17:25
Kopf wäre mein Wunschkandidat

aber zum abtreten!

sam spad
03.09.2009 14:52
Heiße Luft

Heiße Luft,
kalte Gruft,
leere Hand,
grosse Schand,
freudig Lachen,
krumme Sachen,
nichts versprochen,
all gebrochen,
nichts kapiert,
ganz ungeniert.

Dalien
 
04.08.2009 09:53
Der gute gieral Molterer

wird hoffentlich bald im Gefängnis hocken.
Nachdem jetzt bekannt wurde das bei der ÖBFA Millionenbeträge Provisionen für Müllpapiere geflossen sind!

Leute!
Wollen wir uns diese verbrecherischen Politiker noch länger gefallen lassen?

per verser
13.09.2009 15:52

was wollen sie tun? abwählen? LOL

Wernher von Braun
03.08.2009 10:31

dem kopf steigt glaube ich was zu kopf..

kater bruno
01.08.2009 23:28
es reicht uns

Herr Molterer es reicht !!!! uns

Peitschenknaller2009
01.08.2009 21:25
Niki Lauda über Herrn Kopf

"Wer ist den der Tro..el ?"
Quelle/News vor wenigen Wochen

Liebe LeserInnen !
Was soll so schlimm sein wenn Herr Molterer
in Brüssel sitzt, Brüssel hat auch eine Benita,
eine Frau Stenzel ausgehalten.
Gleichzeitig sinkt die Gefahr das man den
"es reicht" in Wien begegnet.

Normalerweise gehörte er eingesperrt aber das kann/darf ich leider nicht entscheiden.

derpradler
02.08.2009 11:14
stimmt

die Frage ist allerdings ob WIR das noch lange aushalten?!

schaumamal2
31.07.2009 22:24
Schon wieder

ein Versorgungsamterl für einen unfähigen Politiker.
Scheinbar lassen wir uns alles gefallen.

skip it
31.07.2009 13:10
werte oevp...

...bitte nicht den molterer als eu-kommissar.

er hat zwar lang mit einem fischler gearbeitet, aber er kann ihm net amal das glasl, geschweige denn das wasser reichen.

es MUSS bessere fuer bruessel geben.

mfg, ein schwarzer.

Blau sein heißt sich lächerlich zu machen!
13.09.2009 17:27
Der Molterer ist einer der nicht einmal

ohne Stadtplan nach Hause findet glaube ich!

Cuchullain
31.07.2009 11:27
Auf dem Foto sieht der Kopf vom Kopf ...

... wie der Kopf von dem einen Polizisten aus "Police Academy" aus!

Pannonia Jack
31.07.2009 20:06

Ich kann mir vorstellen, welchen sie meinen!!!

barbara griessner
30.07.2009 19:09
für mich authentisch

mms://apasf.apa.at/nocms-worldwide/FI1_2009-07-30_Originalfassung.wmv

hema1
 
30.07.2009 18:37
Molterer Kandidat Nummer eins?

Skurriles Österreich
Da verschenkte Vranitzky mit Mock und Ederer Österreich an die EU. Wir haben zwar den „Ederer-Tausender“ nicht bekommen, dafür Frau Ederer einen Spitzenjob in der Industrie. Skurriles Österreich!
Schüssel sagte dann zur EU: “Wollt´s an bissl mehr Geld von uns?“ Er zahlte freiwillig einen höheren EU-Beitrag. Unsere „Insel der Seligen“ hat er uns auch weg genommen. Und wir haben es zugelassen. Skurriles Österreich!
Dann haben Schüssel und Molterer Bundeskanzler gespielt. Wenig Gutes für uns Österreicher bewirkt, aber ohne Ende ihr Intrigenspiel gespielt, bis Molterer mit einem Sager stolz sagte: „Es reicht!“
Damit hat er sich selber beendet.
Jetzt soll Molterer als EU-Kommissar nach Brüssel. Da sag ich: ES REICHT!

Die Marslady
30.07.2009 22:35
Werte/r @hema1,

stimmt schon, dass Österreich seit dem EU-Beitritt den Nymbus der "Insel der Seligen" stark verloren hat. In vieler Hinsicht, am meisten jedoch mit der übereilten Verschiebung der Schengen-Grenzen weiter in Richtung Osteuropa.
Auch ist besonders seit dem Jahr 2000 der Neoliberalismus pur in Schwarz-Blauer Manier in Österreich eingezogen und hat hier schwerwiegende Langzeit-Spuren hinterlassen. Schüssel, KH Grasser und Molterer sei "Dank", jetzt müssen wir Austrianer die ÖBFA-ÖBB-Spekulantenfolgen ausbaden.
Uns reichts wahrlich immer mehr.

Finn McCool
30.07.2009 17:34
ÖVP Stresstest

Die ÖVP testet gerade aus, wie sehr sie die Österreicher noch verars*hen können, bis sie nicht mehr gewählt werden.

also dann ...
30.07.2009 17:36
tja ... und die s p ö ... macht in völliger "verblendung"... wie das schwanzerl vom hund - mit !

Der Senfspritzer meint:
30.07.2009 15:20
Der ÖVP-Willi

hat als Landwirtschaftsminister/Lebensminister
mehr als 200.000 Landwirte auf dem nicht vorhandenen Gewissen und ist als solcher auch Wegbereiter für die vielen minderwertigen Schummel-Lebensmittel gewesen.

Als Finanzminister hat er genauso zocken lassen, wie es Elsner machte.

Seinem Größenwahn ist es auch zu verdanken, dass er die Regierung in die Luft spregte, in der Hoffnung die Wahlen zu gewinnen.

Nichts ist draus geworden.

Und solchen Versager will die Ö- Versagerpartei zum EU-Kommisar machen.

Typisch ÖVP, keinen Genierer.

Die ÖVP fängt halt beim Kopf zu stinken an.

Die Marslady
30.07.2009 17:16
Mit dem Willi Molterer an der Spitze....

hat die ÖVP bei den letzten NR-Wahlen 2008
sage und schreibe 8,3 Prozentpunkte verloren und landete klar und deutlich auf dem 2.Platz.
Ergo haben viele ÖsterreicherInnen weder die Politiklinie des Vizekanzlers und Finanzminister Molterer, noch das unfreundliche, unfaire Verhalten gegenüber BK Dr.Gusenbauer goutiert.

also dann ...
30.07.2009 17:41
soweit ich mich erinnere verlor die övp von mehr als 40 % auf ca. 26 % = minus ca. 40 % ...

der grösste verlust
einer ehemaligen...volkspartei seit es wahlen gibt !

grünroter Schädling = rosa
30.07.2009 14:56
könnt endlich jemand posten der sich auch auskennt. die schülerpartie hier ist ziemlich fad

barbara griessner
30.07.2009 14:58

melde mich zu wort !

flohimpelz
30.07.2009 15:02
ähhhh

ich glaub der meint Sie.

barbara griessner
30.07.2009 15:03

darum melde ich mich ja !

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