Entschädigungszahlung wegen Musikeinsatz in "Borat" - Palästinensischen Drohungen wegen "Brüno"-Szenen
Skopje/Jerusalem/London - Esma Redzepova, international bekannte mazedonische Komponistin und
Sängerin von Roma-Musik, hat einen Prozess gegen den
"Borat"-Drehbuchautor und Schauspieler Sacha Baron Cohen gewonnen. Sie soll
wegen der unerlaubten Benutzung ihres Liedes "Chae Shukarie" in dem Erfolgsfilm
"Borat" 26.000 Euro bekommen, berichteten Medien in der mazedonischen Hauptstadt
Skopje am Donnerstag. Die 65-jährige "Königin der Roma-Musik" hatte
sogar 800.000 Euro verlangt, weil, so wurde Redzepova zitiert, Cohen in seinem Film Roma, Juden und Amerikaner
ausgelacht habe. Weil sie nicht die erforderte Summe
bekam, habe sie sich von ihrem bisherigen niederländischen Produktionshaus
getrennt, hieß es.
Eine Palästinensergruppe soll den Star der Filmsatire "Brüno" indes indirekt bedroht haben. "Wir behalten uns vor, in uns passend erscheinender Weise Schritte gegen diesen Mann zu unternehmen", hieß es laut der US-Nachrichtenseite "World News Daily" in einer Mitteilung der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die als ein bewaffneter Arm der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas gelten. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen habe deshalb die Sicherheitsvorkehrungen für seine Familie verstärkt, meldete die Londoner "Times" am Dienstag.
Der 37-Jährige hatte für seinen Film "Brüno" ein angebliches Mitglied der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden interviewt, der in dem Streifen als "Terroristenführer" dargestellt wurde. Der aus einer jüdischen Familie stammende Baron Cohen, der im Film den schwulen österreichischen Modejournalisten Brüno darstellt, versuchte in dem Gespräch, Ayman Abu Aita zu überreden, ihn zu entführen, damit er "berühmt" werde.
Abu Aita, der nach Informationen von "World News Daily" zum Zeitpunkt des Interviews bereits seit Jahren kein Mitglied der Märtyrerbrigaden mehr war, kündigte seinerseits rechtliche Schritte gegen Baron Cohen an und nannte ihn "einen großen Lügner". Abu Aita fühlte sich durch die Verwendung des Interviews in dem Film düpiert: "Ich hatte den Eindruck, dass er tatsächlich uns Palästinensern helfen wollte." Ihm sei nichts Besonderes aufgefallen, Baron Cohen habe sich bei dem Gespräch "normal" verhalten.
Sein Anwalt Hatem Abu Ahmad drohte Klagen gegen den Komiker und die Universal Studios an. Außerdem gab er laut der "Times" zu bedenken, dass der Bezug zu den Märtyrerbrigaden seinem Mandanten Probleme mit den Israelis bescheren könnte. Zudem könnte Abu Aita durch die homosexuelle Thematik des Films in Gefahr kommen, von Palästinensern getötet zu werden. (APA)