Gerichtsurteil gegen Sacha Baron Cohen

29. Juli 2009, 14:57

Entschädigungszahlung wegen Musikeinsatz in "Borat" - Palästinensischen Drohungen wegen "Brüno"-Szenen

Skopje/Jerusalem/London - Esma Redzepova, international bekannte mazedonische Komponistin und Sängerin von Roma-Musik,  hat einen Prozess gegen den "Borat"-Drehbuchautor und Schauspieler Sacha Baron Cohen gewonnen. Sie soll wegen der unerlaubten Benutzung ihres Liedes "Chae Shukarie" in dem Erfolgsfilm "Borat" 26.000 Euro bekommen, berichteten Medien in der mazedonischen Hauptstadt Skopje am Donnerstag.   Die 65-jährige "Königin der Roma-Musik" hatte sogar 800.000 Euro verlangt, weil, so wurde Redzepova zitiert, Cohen in seinem Film Roma, Juden und Amerikaner ausgelacht habe. Weil sie nicht die erforderte Summe bekam, habe sie sich von ihrem bisherigen niederländischen Produktionshaus getrennt, hieß es.

 Eine Palästinensergruppe soll den Star der Filmsatire "Brüno" indes indirekt bedroht haben. "Wir behalten uns vor, in uns passend erscheinender Weise Schritte gegen diesen Mann zu unternehmen", hieß es laut der US-Nachrichtenseite "World News Daily" in einer Mitteilung der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die als ein bewaffneter Arm der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas gelten. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen habe deshalb die Sicherheitsvorkehrungen für seine Familie verstärkt, meldete die Londoner "Times" am Dienstag.

Der 37-Jährige hatte für seinen Film "Brüno" ein angebliches Mitglied der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden interviewt, der in dem Streifen als "Terroristenführer" dargestellt wurde. Der aus einer jüdischen Familie stammende Baron Cohen, der im Film den schwulen österreichischen Modejournalisten Brüno darstellt, versuchte in dem Gespräch, Ayman Abu Aita zu überreden, ihn zu entführen, damit er "berühmt" werde.

Abu Aita, der nach Informationen von "World News Daily" zum Zeitpunkt des Interviews bereits seit Jahren kein Mitglied der Märtyrerbrigaden mehr war, kündigte seinerseits rechtliche Schritte gegen Baron Cohen an und nannte ihn "einen großen Lügner". Abu Aita fühlte sich durch die Verwendung des Interviews in dem Film düpiert: "Ich hatte den Eindruck, dass er tatsächlich uns Palästinensern helfen wollte." Ihm sei nichts Besonderes aufgefallen, Baron Cohen habe sich bei dem Gespräch "normal" verhalten.

Sein Anwalt Hatem Abu Ahmad drohte Klagen gegen den Komiker und die Universal Studios an. Außerdem gab er laut der "Times" zu bedenken, dass der Bezug zu den Märtyrerbrigaden seinem Mandanten Probleme mit den Israelis bescheren könnte. Zudem könnte Abu Aita durch die homosexuelle Thematik des Films in Gefahr kommen, von Palästinensern getötet zu werden. (APA)

 

Kommentar posten
20 Postings
melisma
00

filesharer müssen millionen von dollar zahlen, s.b.c. zahlt 26.000 für die verwendung zu kommerziellen zwecken ...

d_parker
00
"Now it's not that easy to find an actual terrorist. In fact your government has been looking for one for about nine years." ^_^ Letterman - Sacha Baron Cohen Interviews a Terrorist

http://www.youtube.com/watch?v=Q... ature=fvst

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_... 729022.ece

Also copyright infringements sollen natürlich gerichtlich durchgesetzt werden, aber worauf sich die Klage dieses (angeblichen Ex-)Mitglieds der Al-Aqsa-Brigades stützt, würde mich interessieren... Kenne den Film nicht, aber der eine Clip der in dem timesonline-Artikel verlinkt ist, ist jetzt nicht wirklich ehrenrührig. Dass es in den pal. Gebieten gesundheitsgefährdend bis lebensbedrohlich ist, wenn jemandes Name im Zusammenhang mit den Worten "Kollaborateur" oder "homosexuell" geraunt wird, ist traurig und ein Armutszeugnis, aber dafür das Studio/Sacha Baron Cohen zu verklagen?

peter schmidt
 
00
30.7.2009, 14:40
baron cohen

hat auf mich immer den gleichen einfluss. das eine oder andere finde ich ziemlich gut. vor allem sein wille mit sprache, gestus, kleidung eine figur auszufüllen ist beeindruckend. also dieser borat ist z.b. wirklich manchen leuten aus georgien,aserbeidschan,kasachstan extrem ähnlich auch ali g.

aber der hauptimpuls ist dann immer das ich auf you tube gehe und "ritter der kokosnuss" oder "der sinn des lebens " auszugsweise anschaue.

NONE
00
30.7.2009, 14:24

Nochmals ein wenig publicity schaffen.

Ich weiss nicht, aber ich muss gestehen das mich das überhaupt nicht interessiert.

Da sehe ich mir lieber alle paar Jährchen Szenen aus "Life of Brian" an, auch wenn ich die bereits auswendig kenne und das Teil +30 Jahre auf dem Buckel hat ...

Howard Beale
23
30.7.2009, 14:05
Wer Brüno oder Borat witzig findet,

hat eindeutig ein oder zwei Schrauben locker.
Das soll zum Lachen sein,wenn man sich über Andere lustig macht? Traurig genug,daß so ein Scheiß überhaupt produziert wird und den Weg ins Kino schafft.

roundabout
11
30.7.2009, 12:36
Anscheinend

geht der Film so mies, daß man wieder auf ihn aufmerksam machen muß.

Viru
00
30.7.2009, 13:57

stimmt, ist auch nicht so toll wie der vorige. in der originalversion werden auch versuche unternommen "deutsch" zu sprechen. im großen und ganzen ist der film aber nicht so schlecht.

Einer der Unsren
00
30.7.2009, 12:04

Hmm..also jetzt bin ich ja direkt versucht den Film mir anzusehen. Lohnt sich das?

Huffi
00
30.7.2009, 12:36
wennst was lustiges

sehen willst, schon.

Beate Kreuzberg
03
30.7.2009, 09:39
Er hat ein

wirklich gegebenes Interview in seinem Film verwendet und soll deshalb geklagt werden?

Viel Spaß vor Gericht!

momodeluxe
03
30.7.2009, 08:41

fatwah für alle!

free spirit
74
30.7.2009, 08:37
unglaublich,

wie es dieser grausliche knilch es immer wieder in die schlagzeilen schafft.
aber mich wundern diese aktionen nicht. schliesslich sehe ich kein künstlerisches potential, ich halte den nicht einmal für besonders witzig.

der beste weg zur berühmtheit sich mit berühmtheiten anzulegen, ist für diesen kotzbrocken sicher der einzige weg...

thomazz
00
30.7.2009, 11:26

mit berühmtheiten wie zum beispiel ayman abu aita :-)

honsikversteher
04
29.7.2009, 23:38

"Zudem könnte Abu Aita durch die homosexuelle Thematik des Films in Gefahr kommen, von Palästinensern getötet zu werden."

Scheinen ja finster drauf zu sein die Palästinenser.

Klaus aus Haus
11
29.7.2009, 20:58
leg dich nicht mit zohan an !

John Smith
014
29.7.2009, 19:08
Ali G. forderte ohnehin schon:

Todesstrafe für Selbstmordattentäter!

Julian Bashir
326
29.7.2009, 18:43
Mal wieder typisch...

Cohen verarscht seit Jahren allen und jeden nach Strich und Faden, aber kaum düpiert er mal wieder unsere friedlichsten Gläubigen, muss er um sein Leben fürchten.

Greyarea
 
08
29.7.2009, 15:40
sind doch alle krank!

Ava Tar
84
29.7.2009, 17:30
Ja, aber nicht alle von denen schaffen's ins Kino !

ariel seligman
12
30.7.2009, 06:20

müssen halt ihr humoristisches repertoire ausweiten wenn sies ins kino schaffen wollen ;)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.