Apple: iPhone-Jailbreaks gefährden nationale Sicherheit

29. Juli 2009, 11:32
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Bürgerrechtler fordern Legalisierung von iPhone-Hacks - Apple will jedoch sein Business-Modell bewahren

In den USA wird derzeit untersucht, ob das Jailbreaking von iPhones, also das Öffnen für nicht von Apple autorisierte Anwendungen, legal möglich sein soll. Während sich die Electronic Frontier Foundation (EFF) dafür einsetzt, dass User auf ihrem Handy jede Anwendung installieren können sollen, die sie wollen, ist man bei Apple anderer Meinung. Denn durch Jailbreaks könnten Hacker "potentiell katastrophale" Cyberattacken auf Mobilfunknetze durchführen, zitiert Wired den Einspruch des Herstellers.

Ausnahmeregelung gefordert

Der Digital Millennium Copyright Act von 1998 besagt, dass technologische Maßnahmen, die den Zugriff auf ein geschütztes Werk kontrollieren, nicht umgangen werden dürfen. Darunter fällt demnach auch Apples iPhone-Sperre. Alle drei Jahre müssen jedoch mögliche Einsprüche und Forderungen nach Ausnahmeregelungen untersucht werden. Die EFF hat um so eine Ausnahme für das iPhone angesucht.

DoS-Attacken auf Mobilfunkantennen

Apple will sich jedoch nicht in sein Erfolgsmodell, den App Store, reinpfuschen lassen und fährt nun schweres Geschütz gegen Jailbreaks auf. Hacker könnten dadurch die Baseband Prozessor Software (BBP) manipulieren, welche die Verbindung mit den Handymasten aufbaut. So könnten beispielsweise DoS-Attacken gestartet werden, durch die die Software der Mobilfunkantenne abstürzen könnte und keine Telefonate oder Datenübertragungen mehr darüber möglich wären.

"Absurd"

Wired-Threat-Level-Autor David Kravets merkt dazu recht zynisch an: "Threat Level hatte ja keine Ahnung wie gefährlich das iPhone ist. Wir sind froh, dass Apple diese potentielle Massenunterbrechungswaffe gesperrt hat, bevor Hacker das Cybarmageddon entfesseln konnten." Apple gehe es wohl eher um das Business-Modell des App Stores. EFF-Anwalt Fred von Lohmann meint Apples Argumente seien absurd, da es bereits eine Million geknackter iPhones gebe und bislang nichts passiert sei. Zudem müsste laut Apple dann auch die Open Source-Plattform Android eine Bedrohung darstellen. (red)

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    Gefährliche iPhone-Jailbreaks?

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