Der SSC Napoli klopft sich nach der Verpflichtung von Rapid-Stürmer Jimmy Hoffer auf die Schulter, Präsident De Laurentiis gerät ins Schwärmen: "Er hat ein Profil wie Kirk Douglas"
Rom - Der Präsident des italienischen Fußball-Erstligisten SSC Napoli,
Aurelio De Laurentiis, freut sich über seinen neuen Stürmer Erwin Hoffer. "Wir
haben die Konkurrenz von FC Genua besiegt. Hoffer ist ein junger, sehr agiler
Stürmer, von dem ich mir viel erwarte. Er hat ein fotogenes Profil, wie Kirk
Douglas", sagte der neapolitanische Filmproduzent nach Angaben der italienischen
Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch.
"Ich habe Hoffer spielen gesehen, und wir haben ihn Coach Roberto Donadoni in
einer Videoaufnahme gezeigt. Er war beeindruckt", berichtete De Laurentiis.
"Hoffer hat etwas von (AC Milan-Starstürmer) Filippo Inzaghi", fügte Neapels
Sportdirektor Pierpaolo Marino hinzu.
Hoffer statt Obinna
Napoli entschied sich für den österreichischen Fußball-Teamspieler, nachdem
Verhandlungen für den Erwerb des Nigerianers Victor Obinna geplatzt sind.
"Hoffer könnte sich als noch besser als der Nigerianer erweisen. Er ist schnell,
genau und kräftig", kommentierte die Sporttageszeitung "Corriere dello Sport".
"SSC Neapel hat Hoffer einer starken Konkurrenz entrissen: Feyenoord, Werder
Bremen und Schalke 04 buhlten um den Österreicher. Auch aus der Premier League
waren wichtige Angebote eingetroffen. Doch Neapel hat den richtigen Moment
erwischt und bar gezahlt", so "Corriere dello Sport". 50 Millionen Euro hat der
Verein in neue Spieler investiert. Sieben neue Kicker hat SSC Napoli neben
Hoffer für die nächste Saison unter Vertrag genommen.
"Time to say goodbye"
Für Hoffer war der Abschied bei Rapid am Mittwochvormittag kurz, aber emotional: Zu den schnulzigen Klängen von "Time to say goodbye" klatschte Erwin Hoffer in den Katakomben des Hanappi-Stadions ein letztes Mal mit seinen Mannschaftskollegen ab, ehe der Fußball-Teamspieler in Richtung Lindabrunn abreiste. Dort wurde der Stürmer wenig später offiziell als neuer Spieler des SSC Napoli präsentiert, der sich die Unterschrift Hoffers unter einen Fünfjahresvertrag kolportierte 5,5 Millionen Euro kosten ließ.
Der Niederösterreicher verließ seinen "Herzensclub" mit Wehmut. "Ich kann mich nur bei jedem bei Rapid bedanken. Die Verhandlungen sind sehr professionell geführt worden, man hat mir keine Steine in den Weg gelegt", sagte der 22-Jährige, der wenig später die medizinischen Tests beim Ex-Club von Diego Maradona absolvierte und bereits an der Nachmittagseinheit der Süditaliener teilnehmen wollte.
"Ich will bei Napoli spielen"
Für sein künftiges Engagement in der Serie A hat sich Hoffer viel vorgenommen. "Ich will bei Napoli spielen und so erfolgreich sein wie bei Rapid. Das ist ein sehr guter Verein, der oben mitspielen will und den wegen Maradona jeder kennt." Der Angreifer bekommt am Vesuv eine Wohnung und einen Italienisch-Lehrer zur Verfügung gestellt. "Es ist sehr wichtig, dass ich die Sprache schnell lerne", meinte Hoffer. Der werdende Vater wird wohl von seiner Freundin oder Verwandten begleitet werden. "Es ist noch offen, wer mitkommen wird, aber es wird sicher jemand mitkommen."
Vom Interesse Napolis hat der U20-WM-Vierte von 2007 erst in der Vorwoche erfahren. "Dann ist alles sehr schnell gegangen, am Dienstag habe ich mich entschieden", erklärte Hoffer. Mit der Charakteristik des italienischen Calcio möchte sich der flinke Stürmer so bald wie möglich vertraut machen. "Wir werden sehen, wie der Trainer spielen lässt, aber ich werde mich sicher schnell auf diesen Fußball einstellen können."
Durch die angebliche Ablösesumme von rund fünf Millionen Euro, an der auch die Admira als Ausbildungsverein mitverdient, avancierte Hoffer zumindest bis zum Abschluss des Transfers von Marko Arnautovic zu Inter Mailand zum teuersten österreichischen Kicker aller Zeiten. "Das ist sicher eine schöne Sache, bedeutet mir aber nicht viel. Ich konzentriere mich auf das Sportliche", beteuerte der ÖFB-Internationale, der am Donnerstag im Rahmen der Qualifikationspartie in der Europa League im Hanappi-Stadion gegen APOP offiziell verabschiedet werden soll. (APA)