"Wir haben im Moment nicht vor, kurzfristig einen Stürmer zu holen" - Transfer ging rasch über die Bühne
Wien - Mit Teamstürmer Erwin Hoffer verliert der österreichische Fußball-Rekordmeister Rapid einen seiner wichtigsten Leistungsträger, an eine schnelle Nachbesetzung im Angriff ist laut Sportdirektor Alfred Hörtnagl derzeit aber nicht gedacht. "Wir haben im Moment nicht vor, kurzfristig einen neuen Stürmer zu holen", betonte der Tiroler nach dem Wechsel von Hoffer zu SSC Napoli.
Hörtnagl wies darauf hin, dass mit Stefan Maierhofer, Nikica Jelavic, Mario Konrad, Christopher Trimmel und Rene Gartler noch fünf Angreifer im Kader stehen. "Hoffer hinterlässt menschlich und sportlich eine Riesenlücke. Aber wir haben vorgebaut, vor ein paar Wochen für Jelavic eine Ablöse bezahlt und ihn als sechsten Stürmer unter Vertrag genommen. Daher sind wir nicht gezwungen, von heute auf morgen etwas tun zu müssen, außerdem kann man Hoffer ohnehin nicht eins zu eins ersetzen."
Schlagwort "Negatives Eigenkapital"
Allerdings sind Maierhofer und Jelavic ähnliche Spielertypen, zudem konnte sich der im Sommer verpflichtete Konrad trotz seiner 26 Jahre in der Bundesliga bisher nicht wirklich durchsetzen. Der 22-jährige Trimmel hat noch wenig Spielpraxis in der obersten Klasse, und Rene Gartler wird nach seinem Kreuzbandriss erst in einigen Wochen fit sein.
Dennoch steht Hörtnagl zur Entscheidung, wie schon vor der vergangenen Saison (Ümit Korkmaz) einen Schlüsselspieler verkauft zu haben - wohl auch angesichts des "negativen Eigenkapitals" der Hütteldorfer von rund 3,5 Millionen Euro. Zu Budgetfragen wollte der Ex-Teamspieler aber ebenso wenig Stellung nehmen wie zur kolportierten Ablösesumme von fünf Millionen Euro.
Der Wechsel ist laut Hörtnagl in kürzester Zeit unter Dach und Fach gebracht worden. "Wir sind Ende der letzten Woche von Napoli zum ersten Mal offiziell kontaktiert worden. Wenn, dann gehen solche Dinge eben relativ rasch über die Bühne." Dem scheidenden Hoffer wünschte der Rapid-Sportdirektor alles Gute. "Er hat immer gesagt, er will sich im Ausland durchsetzen, und wir haben immer gesagt, wenn alles passt, werden wir dem nicht im Weg stehen. Und jetzt sind Umstände eingetreten, wo alles gepasst hat." (APA)