Hautkrebsrisiko um 75 Prozent erhöht - Krebserregend wie Zigaretten
London - Von Solarien geht nach Experteneinschätzung eine eben so große Krebsgefahr wie etwa von Zigaretten aus. Wer sich noch vor seinem 30. Lebensjahr regelmäßig der UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent, warnte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC). Die größte Gefahr bestehe somit für Kinder oder junge Erwachsene.
Auge und Haut
Zudem hätten Untersuchungen auch einen Zusammenhang zwischen Bräunungsgeräten und Krebserkrankungen des Auges ergeben. Daher stufte die Agentur Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein, wie die Fachzeitschrift "The Lancet Oncology" (Bd. 10, S. 751) am Mittwoch berichtete.
Damit werden Solarien als "krebserregend" bewertet. Bisher waren sie nur als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft worden. Nunmehr wird die Gefahr von Solarien aber auf eine Stufe mit der Gefahr von Zigaretten oder Asbest gestellt. Die internationalen Experten der IARC beraten die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
"Wenig überraschend"
Die Untersuchung über die Einstufung der Solarien als krebserregend ist
für österreichische Mediziner wenig überraschend. "Das wissen wir",
sagte etwa Klemens Rappersberger von der Dermatologischen
Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung. Daher wird sich an den
Patienten-Empfehlungen der Dermatologen, nicht zu häufig ins Solarium
zu gehen, nichts ändern. Exzessive Sonnenstudio-Besuche sind ungesund, fördern Hautkrebs und lassen die Haut altern, erklärte Rappersberger.
Kritik
Mit Befremden reagieren Wissenschaftler und Experten auf die Entscheidung der IARC, UV-Strahlung und Solarien in die Krebsrisikostufe eins hoch zu stufen. Entscheidungsgrundlage für den Beschluss ist ein IARC-Bericht, der sich mit der Rolle von Vitamin D und UVB-Strahlung für die Vermeidung von Hautkrebs befasst. Diese IARC-Studie wird von Wissenschaftlern stark angezweifelt: Sie bemängeln insbesondere die fehlerhafte Bewertung der dem Bericht zu Grunde liegenden Datenbasis. (mehr dazu hier) (APA/red)