2009 weniger Geisterfahrer

29. Juli 2009, 10:20
6 Postings

Rückgang um 14 Prozent im ersten Halbjahr - Fast jeder zweite Geisterfahrer betrunken

Wien  - Die Zahl der Geisterfahrer ist im ersten Halbjahr 2009 um rund 14 Prozent auf 187 Meldungen zurückgegangen. Seit Beginn der Halbjahresanalysen im Jahr 1999 hat es noch nie so wenige Falschfahrer gegeben, berichtete das ORF-Radio "Ö3" am Mittwoch. Die meisten Geisterfahrer sind in Niederösterreich unterwegs (jeder Vierte), jeder zweite Lenker ist alkoholisiert. Die meisten Warnungen gibt es für die Südautobahn (A2), die gefährlichsten Zeiten sind Vormittage und das Wochenende, so die Statistik des Ö3-Verkehrsservice.

Von Jänner bis Juni wurde via Radio 187 Mal vor Geisterfahrern gewarnt (217 Meldungen im Jahr 2008). Die meisten Warnungen (48) haben Niederösterreich betroffen, gefolgt von der Steiermark (35) und Oberösterreich (28). Die A2 ist die Autobahn mit den meisten Falschfahrern (27), knapp dahinter liegt die Westautobahn (A1) mit 26 und die Tauernautobahn (A10) mit 16 Meldungen.

Der stärkste Geisterfahrer-Monat des Jahres war bisher der April mit 43 Warnungen, im Februar hat es mit 22 die wenigsten gegeben. Erfahrungsgemäß ist laut Statistik das dritte Quartal jenes mit den meisten Meldungen.

Die gefährlichste Zeit bleibt das Wochenende: Sonntags und Samstags wird am häufigsten vor Geisterfahrern gewarnt. An Dienstagen gab es die wenigsten Meldungen. Nach Tagesverteilung betrachtet, ist man in den Nachtstunden am sichersten vor Falschfahrern. Die meisten Warnungen gibt es in der 13-Uhr-Stunde.

Bisher ist bei Geisterfahrerunfällen am 30. März eine Person ums Leben gekommen. Auch 2009 wurden viele Alko-Lenker zu Geisterfahrern: So war am 12. Jänner ein Betrunkener mit 2,3 Promille in Bregenz falsch unterwegs, am 4. Februar wurde ein Lkw-Lenker mit 1,7 Promille auf der A2 bei Lafnitztal zum Geisterfahrer. Elf Tage später am 15. Februar stoppte die Polizei bei Melk einen 21-Jährigen mit 2,2 Promille.

"Geschwindigkeit verringern"

"Bleiben Sie rechts und überholen Sie nicht": Jede Geisterfahrerwarnung endet mit mit dieser Aufforderung für Autofahrer. Der ARBÖ gibt Tipps, wie man sich richtig verhält, wenn ein Geisterfahrer auf der gleichen Strecke wie man selbst unterwegs ist. Auf jeden Fall "die Geschwindigkeit verringern", so der Autofahrerclub.

Hat man den Falschfahrer gesichtet, verständigt man am besten via Handy oder Notrufsäule die Polizei. Keinesfalls sollte man versuchen, den Geisterfahrer selbst zur Umkehr zu bewegen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man auf einem Parkplatz auf die Entwarnung warten.

Wurde man unfreiwillig selbst zum Geisterfahrer, sollte man am nächsten Fahrbahnrand halten. "Sofort Warnblinkanlage und Abblendlicht einschalten", raten die Verkehrsexperten. Niemals die Fahrbahn kreuzen oder versuchen, im Rückwärtsgang die Autobahn wieder zu verlassen. Am besten ruft man selbst die Polizei und wartet im Fahrzeug auf das Eintreffen der Exekutive. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Bleiben Sie rechts und überholen Sie nicht."

Share if you care.