Umfrage

ÖVP besser organisiert als die SPÖ

28. Juli 2009 17:25

Aktivere Führung, mehr Nachwuchstalente, weniger finanzielle Sorgen bei ÖVP - SPÖ punktet mit weiblichen Funktionären

Linz - In einem Punkt ist die SPÖ unschlagbar: 62 Prozent der Wahlberechtigten trauen ihr zu, dass sie viel Stammkundschaft hat. Diese Einschätzung wird nicht nur von den eigenen Anhängern, sondern in ähnlich hohem Maße von erklärten Wählern der ÖVP und der Grünen getragen. Dass Wähler der Freiheitlichen der SPÖ die treue Stammwählerschaft absprechen, dürfte einen einfachen Grund haben: Viele Anhänger der FPÖ sind Wechselwähler, die früher einmal mehr oder weniger stark an eine der beiden heutigen Koalitionsparteien gebunden waren.

Das geht aus einer Market-Umfrage für den STANDARD hervor.

Die ÖVP hat in vielen Punkten, die für erfolgreiche Unternehmen wichtig sind, ein deutlich schärferes Profil als die SPÖ: 25 Prozent attestieren den ÖVP-Funktionären eine sehr hohe Motivation, nur 17 Prozent tun das für die SPÖ, die zweite Note auf einer fünfstufigen Skala vergeben bei beiden Parteien 17 Prozent. In der Grafik sind jeweils die beiden positiven Werte addiert dargestellt.

Die ÖVP ist auch jene Partei, der die gesündeste finanzielle Basis zugetraut wird - 32 Prozent meinen, dass dies bei der ÖVP sehr gut gesichert ist, weitere 29 Prozent geben ein "gut" . Für die SPÖ lauten die Vergleichszahlen 18 und 26 Prozent.

Lob der eigenen Parteiführung

"In dieser Umfrage geht es nicht darum, ob eine Partei etwas politisch richtig oder falsch macht, sondern lediglich darum, ob sie den Wählern als gut aufgestellt erscheint" , erläutert Werner Beutelmeyer vom Linzer Market-Institut. Dabei zeigt sich etwa, dass der ÖVPdie aktivere Führung zugetraut wird. Auffällig im Konkurrenzkampf der beiden Koalitionspartner: "Die ÖVP-Wähler sind von der aktiven Rolle ihrer eigenen Parteiführung stärker überzeugt als die SPÖ-Wähler bei der ihren."

Auch was das Vertrauen in die Innovationskraft der eigenen Partei betrifft, wirken die Wähler der SPÖ geradezu verzagt, sagt der Meinungsforscher. Von der ÖVP wisse man eher, wofür sie steht, ihr Profil ist ähnlich stark ausgeprägt wie das der FPÖ.

In der Nachwuchsfrage gilt die ÖVP überhaupt als die best aufgestellte Partei: 48 Prozent meinen mehr oder weniger deutlich, dass in der ÖVP jederzeit jemand bereit wäre, die Führung zu übernehmen, wenn der derzeitige Parteichef ausfiele - bei allen anderen Parteien liegt der entsprechende Wert nur um die 30 Prozent.

Das hängt auch damit zusammen, dass der ÖVP mehr als allen anderen Parteien zugetraut wird, ausreichend Nachwuchskräfte zu haben - wobei gleichzeitig der ÖVP der höchste Respekt vor dem Rat älterer Funktionäre zugetraut wird. Für ein geschlossenes Bild der ÖVP spricht auch, dass ihr mehr noch als der FPÖund mit deutlichem Abstand vor der SPÖ zugetraut wird, dass wichtige Fragen ausdiskutiert und dann ohne Kritik an der Führung gemeinsam vertreten werden.

Der SPÖ gelinge es umgekehrt, eigenen Wählern ein traditionelles Bild zu vermitteln und gleichzeitig in wichtigen Punkten wie der Repräsentation von Frauen Flagge zu zeigen, sagt Beutelmeyer. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2009)

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Posting 1 bis 25 von 144
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Strichcode am Genick
03.08.2009 11:41
ÖVP finanziell besser

na mit der Raika als hausbank, dem langerhaus, den bauern, und der IV.....
da kommt geld zusammen, kein schmiergeld - aber sowas ähnliches

ceterum censeo faymanem esse d...
07.08.2009 13:01
So wird's sein...


Und mit BAWAG, Bank Austria bzw. deren rote Pleite-Vorgängerbanken, ARBÖ, Konsum usw. kommt eben kein Geld zusammen, wie wir alle wissen.

Schmiergeld gibt's aber offenbar trotzdem, nicht nur so was ähnliches.

nisus
02.08.2009 09:28
Mich wundern die Untersuchungsergebnisse nicht,

denn Erfolg oder Misserfolg eines sozialen Systems, dazu gehören, Parteien, Unternehmen, Institutionen, Familie etc., hängen von deren Organisation ab. Sie wiederum ist immer die Antwort des Systems auf seine Umwelt – Beispiel – Parteien (sie wollen gewählt werden) – Bürger (sie sind die Zielgruppe als Wähler). Gibt es Defizite bei der internen Organisation, spiegelt sich das sofort auf die Umwelt – hier auf die Zielgruppe der Wähler. Das klingt alles sehr einfach, ist aber äußerst komplex, gerade für Systeme, die Personen und keine Produkte nach außen vermitteln müssen. Menschen wirken auf Menschen anders als Produkte das tun. Vgl. Obama vs. Bush oder Fischer vs. Ferrero-Waldner oder Pr

corbis-m
30.07.2009 14:11
Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung

Ohne Parteipolitisch sein zu wollen aber interessant finde ich auch die Tatsache das die ÖVP-Wähler sehr von der Partei Selbstüberzeugt sind - Wie sonst gibt es abweichung zwischen Innen- und Aussenbild von, durch die Bank, über 30%?

alecs garwin
31.07.2009 04:32
dass övpler

immer schon eine hohe meinung von sich hatten, hat man ja am mascherl am besten gesehen. und wenn ihnen dann der wähler seine meinung sagt, dann setzt die leberwurstmetamorphose ein...darin sind sie nämlich auch ganz groß...mir fehlt in dieser umfrage eine diesbezügliche frage!

charley-inc
30.07.2009 10:35
Kein Wunder!

Die Funktionäre der ÖVP wissen zumindest, dass ihre Partei nicht bei der ersten Gelegenheit umfällt und ihre eigenen Prinzipien verrät (Im Gegensatz zu anderen...Eurofighter, Studiengebühren..schon vergessen?) Die SPÖ hat als Partei und die Sozialdemokratie als Idee einfach ausgedient, ihre wichtigsten Forderungen sind erfüllt, eg könnte sie sich sogar auflösen, denn ihr selbstverschuldetes Untergehen derzeit ist eine Schande für eine ehemals wählbare Partei..

danieln
02.08.2009 04:13
sie haben ja so recht alles erreicht nichts zu tun...

Wenn Sie schon nicht den Blick in die Statistik oder in die Lebensrealität der Menschen werfen und dabei merken dass die Einkommens- und Besitzverteilung zum Himmel schreit so sollten Sie doch als Poster den Blick in die (online-)Zeitung wagen und späterstens dann merken, dass die derzeitige Krise ein Ergebnis der Politik der konservativen, liberalen und marktfreundlichen Parteien ist.
Die Sozialdemokratie hätte hier noch genügend Ziele zu finden und zu erfüllen, als Idee und als Partei.
Dass die Partei hierbei oft auf Probleme stößt ist ein Punkt der nicht geleugnet werden sollte.
Jedoch auch nicht, dass die Sozialdemokratie die einzigen sind die einmal zurück bei ihren Wurzeln wieder positives bewirken könnten.

Cuchullain
30.07.2009 11:08
Na, und glauben Sie ...

... dass die Konservadiebe das nicht bei erster Gelegenheit wieder rückgängig machen wollen?

Beispiele: Kurzarbeit, Gratisvolontariate, heutiger Vorschlag der Fekterischen, die Staatsanwaltschaft politisch zu kontrollieren (auch offiziell!)

charley-inc
30.07.2009 11:45

Die ÖVP hat gar kein Interesse, an diesen Erungenschaften zu rütteln. Klar, in der Krise sind Kurzarbeit und co notwendig, um schlimmeres zu verhindern. Was die Weisungsgebundenheit von Beamten betrifft, schwierige Materie, könnte man lang drüber diskutieren. Faktum ist aber, dass die Sozialdemokraten derzeit sich selber nur schaden, weil die ÖVP anscheinend die ganze Regierung übernommen hat, den Laden schupft und die Sozialdemokratie bereits den Totengräber für sich bestellt hat. Die FPÖ wird bei der nächsten Wahl die SPÖ überholen, wirklich traurig aber wahr. Die SPÖ ist einfach nicht mehr zeitgerecht.

Lord Lurch
30.07.2009 10:40
Das ist sicher falsch!

Wenn, dann waren die wichtigsten Forderungen der Sozialdemokratie in den 70er Jahren erfüllt. Sie scheitert eher daran, diese aufrecht erhalten zu können.

charley-inc
30.07.2009 10:44

Die Forderungen nach Mutterschutz, 8-Stundentag, Schwangerschaftsabbruch, Kündigungsschutz etc etc. sind erfüllt und bleiben es auch. Mehr als das hat die Sozialdemokratie aber nicht zu bieten. Eine Ideologie, die aus dem 19. Jahrhundert stammt, ist einfach nicht die passende Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Lew Dawidowitsch
 
30.07.2009 13:29

Aus welchem Jahundert stammt eigentlich die Ideologie der VP??

Cuchullain
31.07.2009 10:43
Um Christi Geburt herum:

SKLAVENHALTERGESELLSCHAFT !

Cuchullain
30.07.2009 10:50
Lesen Sie mal das Buch "Links!-Comeback eines Lebensgefühls"

von Christian Rickens.

Vom Titel nicht abschrecken lassen, das Buch könnte auch ein Linkskonservativer oder Volkswirtschaftler geschrieben haben.

Das Buch ist nur insofern links, als dass der Autor sich Gedanken um die Zukunft macht - was man ja von den KonservaDIEBEN nicht behaupten kann.

charley-inc
30.07.2009 11:03

:D Sie werden lachen, aber ich habe dieses Buch vor einigen Monaten interessiert gelesen. Auch Rickens unterstützt die These, dass die Sozialdemokratie als Ideologie ausgedient hat. Er setzt seine Hoffnungen in eine undogmatische Linke, nicht jedoch in die Sozialdemokratie. Die würde auch er ohne Tränen zu Grabe tragen. Jemand der heute noch die SPÖ wählt, ist in meinen Augen nicht mehr als ein Nostalgiker, der der alten Zeit nachweint.

Cuchullain
30.07.2009 11:52
Damit keine Missverständnisse auftauchen ...

... Ich habe mein ganzes Leben bisher nur grün gewählt (ja, ich weiß, klingt nach SPÖ-Wähler) ... als geringstes Übel, sozusagen.

Den Rickens hab' ich noch nicht ganz durch, und die VWL etc. ist für mich noch etwas Neuland.
:-)

Placebo
 
30.07.2009 11:13
Was ist dann ein ÖVP- und/oder FPÖ-Wähler?

ÖVP-Wähler:
Hoffen dass irgendwann nicht nur Brösel, sondern mal ein echtes Stück vom Kuchen abfällt (dass es nie passiert ist, schreckt den nicht davon ab daran zu glauben: Glauben, eh schon das zweite Stichwort, predigt schon wieder der Lopatka)

FPÖ-Wähler:
Alles ist Mist, Linke sind Mist, SPÖ ist MIST, ÖVP ist sowieso Mist, aber als Koalitionspartner geht schon noch, Ausländer Mist, Leben ist Mist – wozu leben die denn überhaupt noch? Man könnte meinen die FPÖ ist eine Erfindung Bartensteins, um einen weiteren Absatzmarkt für seine Antidepressiva zu erschaffen. :-)

Cuchullain
30.07.2009 07:50
:-(

"Wo das Chaos auf die Ordnung trifft, gewinnt meist das Chaos, weil es besser organisiert ist"
(Heinz-Otto Peitgen, Chaosforscher)

Christian Schwarz6
29.07.2009 22:28
schade

ich finde das schade, dass die sozialdemokraten überall so verlieren. gerade heute wäre eine starke sozialdemokratie wichtig.
vielleicht will sich keiner mehr als arbeiter sehen?

also dann ...
29.07.2009 23:42
tja ... es gabe noch n i e (!) soviele arbeitnehmer-Innen (3,9 mio ) ...

und trotzdem ist die s p ö...
weder sachlich/intellektuell noch inhaltlich
- das niedrige niveau des personals sieht ein blinder
in der lage, stimmen zu gewinne.

naja...
kein wunder, wenn man auf jede position die leadership braucht - verzichtet.

in OÖ...wird es ein böses erwachen geben !

Annemarie Veit
30.07.2009 06:08
...und damit ALLE

eine chance haben, dieses superniedrige niveau zu erreichen, führ ma so schnell wie möglich die gesamtschule ein! yeah!

DAS ist dann (sozialistische) chancengleichheit!

Lew Dawidowitsch
 
30.07.2009 13:33

Ihren Kommentar nach zu urteilen waren Sie wohl auf einer ;-)

Cuchullain
30.07.2009 10:42
So wie in ...

... Schweden, Finnland, ....
(Weil diese beiden Staaten sind ja überhaupt nicht entwickelt)....
Liebe Frau, sie sind ganz schön do****!

criticer
31.07.2009 10:14
in norwegen

ham sie auch eine, die is nicht so toll. u in deutschland auch vereinzelt, is auch nicht so toll.

in finnland ham sie nur ein wegen der geringen bevölkerungsdichte. man weiß nicht, ob das schulsystem noch besser wäre, hätten sie keine gesamtschule.

bin selber ein befürworter der gesamtschule, aber hab die argumentation mit schweden u finnland satt. die schulsysteme dieser länder unterscheiden sich einfach zu stark von unserem, um so einfach sagen zu können: "dort is alles deshalb so gut, weil sie die gesamtschule haben..."

onlooker
31.07.2009 18:55
dann schauen sie sich das schulsystem in kanada an,

der unterschied zu all diesen ländern sind die besseren pisa plätze,
soetwas kommt nich von ungefähr,
diese länder geben der jugend die chance, wissen zu erwerben.
die övp gibt der jugend nicht die chance wissen zu erwerben,
sobald jemand aus einer ärmeren gegend stammt,
wird er/sie nicht gleich behandelt,
die statistik beweisst es doch, und die övp ist nicht interessiert, dass auch die ärmeren schichten wissen erwerben.
in kanada gibt es diese unterschiede wie sie in österreich herrschen nicht.

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