Bizarres Video: Taser X3 an Mitarbeitern getestet

28. Juli 2009, 11:33
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Neuestes "Law-Enforcement-Tool" schießt drei Pfeile hintereinander und soll sicherer sein

Taser hat sein neuestes Modell des weit verbreiteten Elektroschockers vorgestellt. Der Taser X3 kann bis zu drei Pfeil-Patronen hintereinander abfeuern, ohne nachladen zu müssen. Das Gerät, das künftig an Polizei-Kräfte weltweit ausgeliefert werden dürfte, soll Beamten helfen, mehrere Verbrecher auf einmal zu stoppen, ohne von der Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen.

Demo

Um die Funktionalität unter Beweis zu stellen, demonstrierte Taser die Waffe an drei seiner Mitarbeiterinnen. Woraufhin unter dem Applaus der rundherum stehenden Kollegen die drei Probanden elektrisiert zu Boden gingen.

"Präziser"

Dass die Waffe drei Schuss abfeuern kann, soll insbesondere den Schutz von Sicherheitsbeamten verbessern. Allerdings wirbt das Unternehmen auch damit, dass der Taser X3 als erstes Modell auch im geladenen Zustand einen Lichtbogen generieren kann, was einen Einsatz der Waffe überflüssig machen könnte. Auch sollen die Stromstöße präziser als bisher mit gleichmäßiger Stärke erfolgen. Abzuwarten bleibt, ob die neue Taser-Generation damit auch sicherer im Einsatz wird. Bislang standen die als nicht tödlich angepriesenen Schockwaffen aufgrund diverser Todesfälle, die mit ihrem Einsatz zusammenhängen sollen, nämlich immer wieder in der Kritik.

Bisherige Taser-Modelle konnten nur einen Schuss abfeuern, ehe sie nachgeladen werden mussten. Der halbautomatische Taser X3 kann nun ohne Nachladen bis zu drei Schuss abgeben, was Sicherheitsvorteile für Polizisten verspricht. Sie könnten bei einem Fehlschuss schnell reagieren oder auch drei Angreifer gleichzeitig außer Gefecht setzen, so das Unternehmen.

Fraglich

Dass drei Schüsse ohne Nachladen auch den Einsatz der Waffen sicherer machen, ist jedenfalls fraglich - denn auch ein mehrfaches Abfeuern auf ein Ziel wird dadurch leichter. Dabei hat Amnesty International im Dezember 2008 im Bericht "Less than Lethal?", der sich mit Todesfällen in Verbindung mit dem Taser-Einsatz in den USA und Kanada befasst hat, unter anderem kritisiert, dass bereits außer Gefecht gesetzten Personen weitere Schocks verabreicht wurden. Dieser Vorwurf steht beispielsweise im Zusammenhang mit dem Tod des polnischen Immigranten Robert Dziekanski auf dem Flughafen Vancouver im Oktober 2007 im Raum, der nicht nur in Kanada wesentlich zur Taser-Debatte beigetragen hat.

Verbesserung

Einige Neuerungen am Taser X3 sollen allerdings definitiv die Sicherheit potenzieller Ziele verbessern. Taser International betont etwa, dass erstmals auch bei geladener Waffe ein abschreckender Lichtbogen erzeugt werden könne. Es habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ein solcher Lichtbogen in über 80 Prozent aller Fälle ein kooperatives Verhalten erreichen konnte, ohne dass tatsächliche Schüsse abgefeuert werden mussten. Die Möglichkeit, den Lichtbogen auch bei geladener Waffe auszulösen, sei daher ein Sicherheitsvorteil für beide Seiten. Außerdem hat das Unternehmen ein Pulskalibrationssystem umgesetzt, das eine gleichmäßigere, kontrollierte Stärke der Schocks verspricht. Eine neue Form der Taser-Darts wiederum soll sicherstellen, dass die Energie des Schocks weitgehend nur in die obersten Hautschichten des Getroffenen eindringt.

Todesfälle

Die Verbesserungen am Taser X3 könnten eine Reaktion auf das angeschlagene Image der Schockwaffen sein, da es immer wieder zu Verletzungs- und auch Todesfällen kam. Der Amnesty-International-Bericht beispielsweise sprach von über 330 Todesfällen in Verbindung mit Taser-Einsatz in den USA allein seit Juni 2001. In mehr als 50 dieser Fälle hätten Gerichtsmediziner definitiv festgehalten, dass die Elektroschocks direkt oder indirekt zum Tode geführt haben. Im australischen Bundesstaat Western Australia wiederum ist die Taser-Debatte aktuell aufgeflammt, da vorige Woche der 36-jährige Aborigine Ronald Mitchell nach einem Taser-Treffer in Brand geraten ist und Verbrennungen dritten Grades davon getragen hat. Allerdings hat der Mann mit einem Benzinbehältnis und einem Feuerzeug hantiert und ein Zusammenhang zwischen dem Brand und dem Taser sei nicht nachgewiesen, hieß es seitens der Behörden. (pte/red)

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Taser

  • Der neue Taser X3
    foto: taser

    Der neue Taser X3

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